Hercules K50 RL - Elektrik macht komische Sachen

Hallo Ewald,

einen Fehler mit den richtigen Geräten und Messmethoden zu lokalisieren und zu eliminieren ist natürlich die beste Variante. Derjenige der das Messgerät bedient muss natürlich auch wissen wo er das Gerät anschließen muss um richtig zu messen. Die gemessenen Werte müssen dann auch noch interpretiert werden und dazu reicht wahrscheinlich mein elektrotechnisches Wissen nicht aus, vermute ich einfach einmal. Ich wüsste aktuell nicht wo genau ich ansetzen sollte um eventuell vorhandene Übergangswiderstände bei meinem beschriebenen Fehlerbild zu lokalisieren.

Ich denke dazu braucht es auch lange Erfahrung und Fachwissen wie ich es z.B. deinen Beiträgen entnehmen kann.
 
Das schöne im Leben ist die Tatsache, dass man in jedem Alter dazulernen kann! Dieses Messgerät lässt ich extrem einfach bedienen und Du kannst sogar auf spannungsführende Leitungen mit bis zu 100 Volt Gleichspannung (mit korrekter Polung) messen, wo viele Ohmmeter von handelsüblichen Multimetern kollabieren würden. Ursprünglich wurde dieses Gerät zum anspruchsvollen messen vom Innenwiderstand an Batteriesystemen entwickelt, aber es kann noch wesentlich mehr.

Wenn Du im KI Mode nach "yr1035 einfache Bedienung" fragst, erfährst Du sehr viel darüber! Dann kannst Du zusätzlich nachfragen wie "Widerstand von spannungslosen Leitern messen" oder "Leitungsfehler an Fahrzeugen" dann erfährst du Du so gut wie alles über die erweiterten wertvollen Möglichkenen. Jeder der bisher so ein Milliohmmeter nach meinen Empfehlungen anschaffte, kam recht schnell klar damit. Um so niedriger der gemessen Leitungswiderstand, desto besser. Man bekommt recht schnell das richtige Gefühl dafür und besitzt ein stakes Werkzeug für kleines Geld!

Es gibt auch Messkabel mit zwei schlanken Krokoklemmen, welche ich in jedem Fall empfehlen würde!
 
Hallo Ewald, hab mir einmal ein paar Infos zu dem YR1035+ angesehen und überlege mir so etwas zuzulegen. Jetzt noch eine Frage: Die Preise variieren zwischen ca. 27€-70€, gibt es da nur einen Hersteller oder wird das Gerät von mehreren Hersteller angeboten?

Dann nochmal zurück zu meinem eigentlichen Problem. Die manchmal aufleuchtenden und bei höheren Drehzahlen heller werdenden Blinkerkontrollanzeigen sind immer noch das Problem. Auch geht dann das Licht nicht mehr an wenn die Anzeigen leuchten. Kann das auch mit der ULO Elektronik oder einem schlechten Akkupack zu tun haben?

Grüße Markus
 
Es gibt auch ein ähnliches Gerät mit moderneren Farbdisplay in Form eines HRM-10 von FNIRSI, nachteilig sind dabei die etwas steifen und deutlich kürzeren Messkabel. Besonders bei Leitungsmessungen an Fahrzeugen ist öfter nötig, dass der Abstand zwischen beiden Meßstrippen ca. 50 Zentimeter beträgt. Mit den sehr flexiblen Messleitungssätzen vom YR1035, kann man bis zu annähernd 70 cm Abstand von einem Ende bis zum anderen erreichen und das bringt Vorteile beim arbeiten.

Du kannst mit dem YR 1035 auch mit einer einzigen Messung zwischen 31 und 49, sofort den gesamaten Innenwiderstand von Akku, Sicherungshalter, Kabel und Steckzungen messen. Dieser Wert sollte deutlich unter 100 MilliOhm liegen!
 
Hallo Ewald, Messgerät ist bestellt bin gespannt! Noch eine Frage bezüglich Akkupack ULO Box: Hab auf deiner Seite gesehen dass man sich den auch selbst bauen könnte. Welche Akkus würdest du aktuell empfehlen und bekommt man die auch mit nem 25Watt Lötkolben vernünftig zusammen gelötet oder braucht es da mehr, du schreibst min. 100 Watt? Grüße Markus
 
Hallo Markus, unter 75 Watt Heizleistung wird das nichts, weil man viel zu lange herumbraten muss und so die Energiespeicher gnadenlos zerstört. Wenn Du öfter ausgediente Hardware zerlegst und deren guten Bauteile sammelst, würde ich Dir eine ordentliche chinesische T12 Lötstation für kleines Geld empfehlen. Die gibt es bei AliExpress ab ca. 30 Euro und deren Lötspitzen sind innenbeheizt. Es gibt auch meißelförmige T12 Lötspitzen mit 4 mm Breite, welche die benötigte Hitze extrem gut übertragen.

Für schnelles Aufheizen mit 70°C Übertemperatur gibt es eine zusätzliche Boostfunktion, welche nach wenigen Minuten wieder automatisch au Normaltemperatur zurückschaltet.

Noch besser funktioniert es , wenn man die Zellenböden und die Plus Kappen mit eine Mini Diamantscheibe etwas rauh schruppt und dann schnell großflächig verzinnt. Das wären die richtige Zellen, welche erfahrungsgemäß sehr lange halten.


Nimm in jedem Fall altbewährtes verbleites Lötzinn, modernen bleifreien Sondermüll kannst Du allgemein vergessen!
 
Ok, danke! Werde jetzt erstmal die Box öffnen und mir die Leiterplatte ansehen. Mal schauen welche Überraschungen mich da erwarten…….
 
Das wäre der venünftigste erste Schritt um zu beurteilen, ob sich eine Instandsetzung noch lohnt! Die gute Nachricht in diesem Zusammenhang: Mit Ausnahme der Ladespulen (beispielsweise von vergossene 6V 35/21/5 Watt Motoplat Magnetzündergeneratoren) kann man in vielen Fällen die teuren ULO EBL 801 gegen modernere und preiswertere Alternativen ersetzen. Motoplat erzeugte dort leider derart niedrige Leerlaufspannung, dass die Ladung von 12 Volt Akkus völlig unmöglich ist.

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Das waren Wicklungstechnisch leider schlimme Fehlkonstruktionen, wofür ULO EBL 801 mit niederohmigen und schnellladefähigen 6V NiCd Akkus ein großer Segen war. Im direkten Vergleich mit den 6 poligen 6V 35/23 Watt Bosch Mkhz Magnetzündergeneratoren, kann man an deren 6V 23 Watt Ladespulen problemlos moderne schnellladefähige LiFePo und Natrium Ionen Akkus laden und bringt damit recht schnell konkurrenzlos hohe Lademengen in die Energiespeicher.

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Hat man am Moped ausreichend Platz zur Verfügung, kann man auch die mittlerweile schon bezahlbaren Natrium-Ionen Akkus installieren, welche es schon in mehreren stark verbreiteten Mottorradbatterie-Gehäusen zu kaufen gibt.


Diese Energiespeicher sind vor allem tiefentladefest und funktionieren sogar bei arktischen Temperaturen problemlos! Weil deren benötigten Rohstoffe nicht teuer sind, wird diese neue Technik in die nächsten Jahren wahrscheinlich fast alle bisherigen Bleiakkus für Kraftfahrzeuge vom Markt verdrängen und auch ein ernsthafter Konkurrent für hocheffiziente LiFePO4 Akkus werden.
 
Gestern die ULO Box aufgemacht, scheint schon eine neuere zu sein und der Akku ist von 2024 aber NiMH. Der Innenwiderstand beträgt 56,9 MilliOhm und der gesamte Wert zwischen 31 und 49 liegt allerdings bei 111 MilliOhm. Werde heute mal versuchen die Leitungen zum Cockpit durchzumessen und auch mal alle alten Steckverbinder auszutauschen.
 

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Hallo Markus,
Dann hast Dich ja schon ein wenig mit dem guten MilliOhmmeter eingearbeitet! Deine ULO Box ist ein billigerer chinesischer Nachbau, schaltungstechnisch ist aber nicht viel Unterschied zu Original ULO EBL 801. NiMh Zellen sind vom Innenwiderstand immer deutlich hochohmiger wie klassische NiCd Arbeitstiere im Format SUB-C. Du liegst hier bei duchschnittlich 10 MilliOhm pro Zelle was schon grenzwertig, aber im Zusammenhang mit 6 Volt 10 Watt Lampen in den Blinkleuchten noch unkritisch wäre. Ich würde an Deiner Stelle mal 3 automatische Entlade/Ladezyklen mit einem Modellbaulader (beispielsweise SkyRC S100neo) durchführen, der Innenwiderstand und die nutzbare Kapazität sollte sich anschließend deutlich verbessern.

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Hier habe ich 2 volle Zyklen von einem ähnlichen handelsüblichen jungen und noch intakten NiMh Akkupack aufgezeichnet, den offiziellen Leistungsangaben von chinesischen Serienprodukten darf man allerdings niemals vertrauen. Vor allem sollte man da keinesfalls mit nur annähernd selektierten Einzelzellen rechnen, denn der gesamte Akkublock kann nur so gut wie die schlechteste Einzelzelle sein.

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Die erhöhten Übergangswiderstände kannst Du jetzt ganz einfach "Dedektivisch" er mitteln, weil Du mit diesem professionellen Werkzeug, den Innenwiderstand vom Sicherungshalter, den kurzen Kabeln, Leiterbahnen, Steckzungen usw. exakt und reproduzierbar nachmessen kannst. Chinesen nutzen erfahrungsgemäß auch häufig schlechte Kabel mit dicken Isolierungen und viel zu dünnen Dräht(ch)en, nach dieser Vergleichmessung an 1,5mm² Leitungsquerschnitt kannst Du Dich annähernd orientieren.

1-milliohm.jpg


Vor wenigen Tagen hatte ich eine elektrotechnische Baustelle an einem indischen LML-Star 200 Roller mit soliden Viertaktmotor, wo der E-Starter nur nach dem Zufallprinzip funktionierte. Dessen Besitzer erneuerte vorsoglich die Starterbatterie, aber es stellte sich keine nennenswerte Verbesserung ein. Den ersten Fehler in Form eines defekten Anlasserrelais konnte ich schnell eingrenzen. dann waren noch die beiden recht langen und auch zu dünnen Starterkabel bis zum Anlassermotor. Wackelte man nur an den gepressten Ringkabelschuhen, dann änderte sich deren Übergangswiderstand so zwischen 10 bis >20 MilliOhm pro Kabel. Nachdem ich die 4 massiven Kabelschuhe mit der hydraulischen Presse und etwas Gefühl nachpresste, waren die Übergangswiderstände zwischen den Jeweiligen Kabelschuhen und Leitungen wieder konstant unter 10 MilliOhm und der Anlasser drehte den hochverdichteten 200ccm Eintopf auch jedes mal ordentlich durch.

PS: Du wirst beim Messen an Deinem Moped wahrscheinlich noch mehr unerwartete Übergangswiderstände finden, als Du ursprünglich erwartet hättest!
 
Hallo Ewald, heute alles auf links gedreht und nach ganztägiger Fehlersuche letztendlich den Übeltäter tatsächlich gefunden. Das Messgerät habe ich an manchen Verbindungen getestet jedoch schnell festgestellt, dass ich ohne die zusätzlichen Krokodilklemmen nicht optimal messen konnte. Die werde ich mir auf jeden Fall noch besorgen.

Jetzt zum Fehler: als erstes habe ich alle alten versifften Stecker und Steckverbinder gesäubert bzw. ausgetauscht jedoch ohne Erfolg, die Kontrolllampen haben immer wieder geleuchtet. Dann habe ich mal zum testen eine Masseverbindung direkt zum Cockpit gelegt und siehe da, der Fehler war weg. Also konnte es nur irgendwo ein Masseproblem sein, aber wo. Ich habe dann geschaut wo eigentlich die Masse fürs Cockpit herkommt und eine Verbindung an der Hupenbefestigung gefunden wo zwei Massekabel mit dem Rahmen verbunden waren. Die eine geht direkt in die Lampe auf die Lampenfassung und die andere über den 9poligen Stecker ins Cockpit und da war das Problem, welches ich mit dem Messgerät geprüft habe. Diese Masseverbindung hatte einen sehr hohen Übergangswiderstand 200MilliOhm. Den 9poligen Stecker habe ich nicht in neu und deswegen habe ich mir einen Bypass gelegt und die Masse am Stecker abgeschnitten. Der Bypass geht nun direkt vom Rahmen in das Cockpit und verbindet dort alle anderen Massekabel.

Der Steckverbinder für die Masse im 9poligen Stecker war schlussendlich der Übeltäter und jetzt funktioniert alles für den Moment tadellos.

Grüße Markus
 
Hallo Markus,

nachdem Du jetzt schon mit dem guten YR1035+ eingearbeitet bist, wirst Du künftige Übergangswiderstände deutlich schneller damit aufspüren und nicht mehr auf dieses Messgerät verzichten wollen. Die gefederten Prüfspitzen sind in erster Linie zum schnellen messen an diversen Rundzellen gut geeignet, an KFZ Leitungen mit klassischen Flachsteckhülsen, Rundkontakten oder blanken Kabelenden, sind die schmalen "Krokozangen" dafür unentbehrlich.

lichtschalter.jpg


Mehrpolige Verbindungsstecker vom Typ Mate n Lok waren in den 1980er Jahren allgemeiner Industrie-Standard, deren Rundkontakte sind leider häufig ausgebrannt, oder oxydierten mit der Zeit und wurden nicht selten viel zu hochohmig, bzw. litten auch häufig an Kontaktfehlern.


Wenn es um problematische stromführende Hauptleitungen an Fahrzeugen geht, ist die Verlegung von Bypass "Umleitungen" allgemein der "Goldstandard"! Für diese Disziplin eignen sich kostengünstige, verpolungssichere Modellbauverbindungen vom Typ MT60 oder MR60 von Amass als hochwertige Alternativen. Dreipolige MR60 nutze ich beispielsweise sehr häufig für ausgebrannte Steckverbindungen zu Drehstromlimas, von großen Motorrädern. Deren Kontakte sitzen so fest, dass man zum lösen und zusammenstecken deutlich Kraft aufwenden muss. Folglich sind sie auch konkurrenzlos niederohmig und deren Kontaktmaterial ist sehr hochwertig.

Deine gemessenen 200 MilliOhm Übergangwiderstand sind ein praktisches Beispiel dafür, wo man auch mit dem teuersten Multimeter "beispielsweise von Fluke", an die technischen Grenzen stößt.

In meiner näheren Nachbarschaft wohnt unter anderem ein über 80 jähriger leidenschaftlicher Mopedschrauber, welcher auch Kabelbäume und anspruchsvolle elektrische Fehler repariert. Als ich ihm vor über 2 Jahren einen reparierten Stator vorbeibrachte, konnte ich einen lautstarken Steit mit seiner Frau belauschen, weil es wieder einmal im ganzen Haus heftig nach Zweitaktduft stank! Folglich empfaht ich ihm zum testen von elektrischen Komponenten ein ordentliches kompaktes Labor-Schaltnetzteil mit 0 bis 30 Volt und 0 bis 10 Ampere Einstellbereich. Zusätzlich auch ein YR-1035 zum zuverlässigen ermitteln von unerwünschten Übergangswiderständen.


Der meinte anfangs so etwas hat er noch nie benötigt, aber dass er keinen Motor zu testen von elektrischen Anlagen laufen lassen muss, hat ihn schnell von den Vorteilen überzeugt. Ca. ein Jahr später fragte ich ihn mal in Anwesenheit seiner Frau, ob er diese nützlichen Werkzeuge wieder hergeben will? Seine Frau meinte sofort "Das Netzteil gibst Du nicht mehr her, andernfalls stinkt es wieder im ganzen Haus"! ;)
 
Hallo Ewald, das mit dem Netzteil ist natürlich die beste Idee um nicht immer wieder bei laufenden Motor zu messen. Da sich bei mir der Fehler auf die Lichtkomponenten Frontscheinwerfer, Kontrolllampen und die zugehörigen Schalter und Verbindungsleitungen bezogen hatte hab ich ein altes 6v Steckernetzteil verwendet, das in diesem Fall auch funktioniert hat. Gemessen Abblendlicht an Masse hatte ich 6v an der Lampenfassung und beim eindrehen der Birne brach die Spannung zusammen und die Kontrolllampen gingen dafür an 😅

Ich werde mir auf jeden Fall im Winter den Kabelbaum und die Steckverbinder nochmal genauer vornehmen und erneuern. Gibt’s denn eigentlich die Leitungen noch mit den ursprünglichen Kabelfarben.

Grüße Markus
 
Deshalb sind unbelastete Leerlaufspannungen in keinem Fall aussagekräftig, weil der Innenwiderstand vom Voltmeter im MegaOhmbereich liegt. Folglich ist das MilliOhmmeter der wahre Game-Changer in Sachen "Leitungswiderstände"! Schwache Steckernetzteile sind leider kaum laststabil und stark vom möglichen Ausgangsstrom begrenzt, deshalb eher etwas Kleingeld in ein gutes "10 Ampere" Labornetzteil investierten. Baugleiche Ausführungen gibt es übrigens ab ca. 50 Euro bei AliExpress und die werden aus Polen geliefert!

Passende zweifärbige Leitungen kann man häufig aus Kabelbäumen von ausgedienten älteren Autos gewinnen, dreifärbige wie bei Hercules Mopeds manchmal üblich, eher kaum!
 

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