Hercules K50 RL - Elektrik macht komische Sachen

hdmarkus

hdmarkus

Mitglied
Registriert
17 Mai 2026
Beiträge
53
Plz/Ort
35460
Fahrzeug(e)
K50 RL, Bella 150, DKW RT 175, MAW, Simson KR51, Göbel 25 etc. Diverse HD Oldies und Youngtimer
Hi zusammen, bei meinen letzten Testfahrten ist mir aufgefallen dass immer mal wieder die Blinkerkontrolllampen oder auch die Fernlichtkontrolle leuchten. Meistens gehen die von selbst wieder aus nach einer Weile oder wenn man die Drehzahl erhöht.

Hatte dann im Cockpit nochmal alle Kabel nachgeschaut und nach Massekontakten geschaut aber leider nichts gefunden.

Bin ratlos und vielleicht hat hier jemand eine Idee 💡

Grüße
Markus
 

Anhänge

  • IMG_0478.jpeg
    3,6 MB · Aufrufe: 19
Niemals mögliche hohe Übergangswiderstände vom Lenkkopflager unterschätzen, denn über die Scheinwerferlampe (6V 35 Watt) oder Blinkleuchten mit 6V 21 Watt "Steinzeitlampen" fließen erhebliche Ströme. Wer nicht ausreichend Geduld zur professionellen Fehlersuche mitbringt, sollte etwas Kleingeld in ein gutes MilliOhmmeter investieren. Damit kann man jeden Übergangswiderstand, in recht kurzer Zeit zuverlässig finden.

1-milliohm.jpg


Das beste daran ist, es dürfen sogar bis zu max. 100 Volt Gleichspannung zwischen den beiden Kelvin Messzangen anliegen, ohne dass dieses professionelle Werkzeug (vorausgesetzt richtige Polung Plus und Minus) dabei Schaden nehmen kann.
 
Ok, es geht aber doch ein extra Massekabel in den Scheinwerfer oder das Zündschloss. Es sind auch nicht die Blinker und der Scheinwerfer selbst die leuchten, sondern die Kontrolllampen. Wie ist das mit dem Lenkkopflager in Zusammenhang zu bringen und wie bringt das die Kontrolllampen zum leuchten?
 
Scheinbar hast Du an Massepunkten einen erheblichen Spannungsabfall, welcher diesen Fehler verursacht. Vor wenigen Wochen hatte ein Derbi 650 Besitzer das Problem, dass er sein Motorrad nicht mehr starten konnte und vermutete eine schlechte Starterbatterie. Ich prüfte und lud sie fachgerecht, der Kälteprüfstrom betrug anschließend ca. 260 Ampere bei 12 MilliOhm Innenwiderstand, was noch einem sehr guten Zustand bedeutet. Weil der Anlasser diesen großen Einzylinder trotzdem nicht ausreichend schnell durchdrehte, empfahl ihm ein unerfahrender "Dampfplauerer" eine neue Starterbatterie. Weil sich auch damit nichts änderte, verkaufte ein Derbi Händler einen neuen Anlasser. Auch damit verbesserte sich kaum etwas, aber die Maschine sprang manchmal an und er konnte damit fahren. Später pilgerte er damit zu mir und erzählte von seinen unlösbaren Problemen.

Ich prüfte mit einem YR-1035 das rote 6mm² Kabel zum Magnetschalter und das schwarze welches am Motorgehäuse aneschraubt war. Beide hatten deutlich über 10 MilliOhm Übergangswiderstand an den gepressten Ringkabelschuhen und auch die Leitungsisolationen waren (bei genauerer Sichtkontrolle) leicht angeschmort. Ich tauschte diese gegen ordentliche Rohrkabelschuhe und die Maschine startete wieder wie im Neuzustand.

Mit einem klassischen Multimeter, hätte er diesen einfachen Fehler nie gefunden!
 
Ich werde mal alle Massepunkte einer Sichtprüfung unterziehen und gegebenenfalls neu machen. Können auch die Massepunkte der Lenkerschalter hier Ärger machen?
 
Wenn nur die Kontrollleuchten ständig glimmen, wird an deren Nullpunkten irgendwo ein hoher Übergangwiderstand gegenüber dem richtigen Massepotential auftreten. Die Nullpunktspannung wird häufig andere leistungsstarke Verbraucher wie beispielsweise das Fahrlicht verschoben. Starke Verbraucher leuchten dann schwächer und am eingentlichen Nullpunkt erhöht sich die Differrenzpannung.

PS: Die Investition in ein kompaktes YR-1035 würde sich lohnen, außer Du hast Angst damit zu viele Fehler zu finden? ;)
 
PS: Die Investition in ein kompaktes YR-1035 würde sich lohnen, außer Du hast Angst damit zu viele Fehler zu finden? ;)

Sie glimmen halt nicht immer sondern nur manchmal und wenn man die Drehzahl erhöht leuchten sie richtig hell und gehen dann irgendwann wieder aus. Ich schau mir erst mal alle Verbindungen die etwas mit Masse zu tun haben an. Vielleicht finde ich ja was.

PS: Was kann das YR-1035 anderes als ein normales Multimeter?
 

Anhänge

  • IMG_0479.jpeg
    4,6 MB · Aufrufe: 15
An handelsüblichen Multimetern beträgt der kleinste Ohm Messbereich in den meisten Fällen 200 Ohm mit einer Auflösung von 0,1 Ohm (100 MilliOhm), was für kleine Leitungswiderstände oder Klemmen und Steckverbindungen völlig unbrauchbar ist!

Das YR-1035 kann sehr kleine Widerstandswerte deutlich unter 0,5 MilliOhm (0,5 tausendstel Ohm) absolut reproduzierbar darstellen und zeigt bei derart kleinen Widerständen auch sehr genau an. Was vor 20 Jahren im Laboreinsatz noch drei bis vierstellige Eurosummen kostete, bekommt man heute für durchschnittlich 50 Euro und ist folglich auch für Heimbastler leistbar geworden. Das wird Dir auch "KI" bestätigen wenn Du fragst "wie gut ist YR-1035+ zum messen von kurzen Leitungen?"

"
Ki" wird dich vermutlich auch fragen was Du damit messen willst, dann kannst Du beispielsweise eingeben: "Massefehler an Fahrzeugen".

PS: Ich empfehle allgemein keine Messgeräte welche ich nicht selber aus Überzeugung verwende, aber auch keine guten Produkte welche zu unbezahlbaren Mondpreisen angeboten werden.
 
Hab heute mal das Cockpit in dem das Zündschloss und die Kontrolllampen untergebracht sind losgeschraubt weil dort die Kabel alle ziemlich eng beieinander liegen und etwas gequetscht werden könnten. Bei der Probefahrt gingen keine Lampen an, muss demnächst noch eine längere Strecke fahren um das zu verifizieren. Vielleicht sind es tatsächlich die Massekabel im Cockpit…….
 
Weil die Kontrolllampen ihre gemeinsame Wurzel der Masseverbindungen im Cockpit haben, wäre es sinnvoll dort mit der Fehlersuche zu beginnen. Hast Du schon eine MilliOhmmeter zum schnellen und zuverlässigen Analysieren angeschafft?
 
Hallo Ewald, kannst du mir vorher noch kurz erklären wie genau ich das Messgerät anwenden muss, also welche Kabel oder Komponenten wie prüfen. Kann ich auch erst einmal versuchen nacheinander die Massekabel zu trennen um den Fehler einzugrenzen?

P.S. bis jetzt hab ich mir noch kein Messgerät zugelegt.

Viele Grüße Markus
 
Wenn du den Verdacht der fehlenden Masse hast,zieh ein seperates Kabel ,direkt von Motor Masse.
Leg das auf die Masse (Cockpit? ) ,die in Frage kommt. Geht es dann , musst du vernünftige Masse
legen.für jeden kleinsten Fehler braucht man nicht gleich Hightechgeräte. Gutes Allinone Messgerät
ist aber nicht verkehrt, die kosten auch fast nix mehr.

lg franx
 
Hallo Markus,

so ein MilliOhmmeter kann Dir viel wertvolle Arbeitszeit sparen und ist von der Bedienung sehr einfach. In erster Linie wurden solche schlaue Messgeräte dafür geschaffen, um schlechte Akkus und Batterien zuverlässig von guten zu unterscheiden. Deshalb sind dort auch zwei unabhängige Displays, einmal für die Batteriespannung und das zweite für den Innenwiderstand von Batterie oder Akku. Hier messe ich beispielsweise einen ausgedienten Akkublock für ULO EBL 801.

alter_nicd.jpg


Für die Messung muss man das Gerät nur einschalten und bei Batterien oder Akkus darf man Plus und Minus (rot und schwarz) nicht vertauschen. Obwohl dieser Akkublock 6,35 Volt Leerlaufspannung anzeigt, ist er vom Innenwidetstand schon schon über 10 fach zu hochohmig und deshalb nicht mehr brauchbar. Ein reparierter Akkublock mit 5 neuen Industriezellen zeigt ungefähr 4 bis 5 MilliOhm pro Einzelzelle und ist deshalb auch hoch belastbar.

panasonic_1700mah.jpg


In diesem Zusammenhang verliert jedes handelsübliche Multimeter auf breiter Front, weil es einzig die Spannung sehen kann und das reicht leider nicht! Unter anderem kann man auch den Übergangswiderstand vom Lichtschalter am Zündschloß sehr genau messen, dafür habe ich an diesem intakten alten Zündschloß zwei kurze Leitungen angeschossen.

lichtschalter.jpg


Bei solchen Messungen zeigt das hochgenaue Voltmeter selbstvertändlich keine Spannung an und die Polung der Messkabel muss man auch nicht beachten. In jedem Fall würde ich eine Ausführung mit den beiden abgebildeten Präzisions "Krokoklemmen" kaufen, das kostet wenige Euro mehr aber lohnt sich vom Handling. Jetz alle Möglichkeiten exakt aufzuzählen würde hier den Rahmen sprengen, aber alle bisherige Besitzer sind hochzufrieden mit ihren YR1035+.
 

Ähnliche Themen

Zurück
Oben