Sachs Motor 50 S aus einer Hercules K50 RX

cluberer2003

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Kawasaki Z900RS, Supra 4, MK 1, Sportbike SB, Prima 5 1979, M 4 Bj. 1978, BMW 535 d F11 LCI
Dieser 45 Jahre lang eingelagerte Motor ist nun an der Reihe.

Er stammt aus einer K50 RX. Eindeutig zuordenbar wg. des noch verbauten hochgezogenen Krümmers, dem schmalen Kupplungsdeckel und der Bosch Unterbrecherzündung. Die RX wurde von 1970 bis 1972 gebaut.

Unangetastet über all die Jahre.

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Zylinder gezogen....

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Kurbelwelle ist in Ordnung. Dreht auch noch geräuschlos durch. Laufbahn ebenso OK, Kolben auch noch in Ordnung.

Fortsetzung folgt....
 
hallo holger!

von aussen nicht schlecht, mal sehen, wie es innen ist.
das messerscharfe ritzel wäre perfekt für
die sternstunden aktion nächstes jahr.......

glück auf!
markus
 
Das Ritzel ist am Ende, da hast du Recht. Wahrscheinlich noch das originale erste.

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Die Zündung gefällt mir sehr gut. Ob da wohl überhaupt schon mal jemand dran war?

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Klingt komisch - aber die Mutter und die Wellscheibe: ein Gedicht. Ich mag solche unvermurksten Kleinigkeiten.

Generatorraum einwandfrei. Gehäuseschraube noch nie geöffnet.

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Unterseite:

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Auch die Wellscheibe und die Mutter am Ritzel super erhalten:

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Die Abtriebswelle ist auch noch gut:

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Zylinder und Kopf nach dem Ultraschall:

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Ich werde den Motor mit Patina lassen. Wird nicht gestrahlt oder lackiert. Nur technisch überholt.

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Laufbahn gut erhalten:

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Kolben gereinigt

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Noch ein früher Schalthebel ohne durchgängiger Bohrung für die Klemmung. Auwändiger als die späteren, wo man Schraube und Mutter benötigt:

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Öl abgelassen, sieht noch recht passabel aus:

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Sicherungsblech für die Mutter am KW-Stumpf noch nie aufgebogen worden:

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Verzahnungen usw. alles super.

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Warum man sich ein abgerissenes Pleuel aufhebt? Es stammt nicht von diesem Motor.

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Später mehr dazu......

Zündkerze Beru, wie sie damals gerne verbaut wurden:

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Dann Zylinder nur mit Schleifvlies reinigen:

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Frühe Gußform:

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So wird er verbaut, aufs Strahlen wird verzichtet:

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Ölkohle im Auslaß entfernt:

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Stehbolzen und Dichtfäche für den Kupferdichtring ohne Beschädigungen.

Später nach Ferigstellung wird dieser NOS Bing 1/19/31 verbaut. Optisch so, wie er ist. Da mache ich auch nichts weiter dran.

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Vielleicht probiere ich ihn mit einem 6247er Düsenstock und 105er Hauptdüse, habe da so das Gefühl, dass das besser funktioniert als mit der orig. Bestückung. Nur ein Gefühl, ich werde es erfahren. Im wahrsten Sinne des Wortes. Mal sehen.......

Fortsetzung folgt.
 

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Kupplung im super Zustand, kein Rost auf den Stahllamellen....

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Ebenso die Schaltung

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Bis 1972 war die Lagerschraube mit Innensechskantkopf, danach mit Schlitz. Außerdem fehlten bis zu diesem Zeitpunkt noch die Exzenterbuchsen an den Befestigungsschrauben. Auch der innere Schalthebel musste an der Aufnahme mit Paßscheiben ausgeglichen werden, im Bild mit zwei Punkten markiert.

Getriebewellen und Schalträder top:

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Jetzt zeige ich euch, wie man einen neuen Ziehkeil montiert, OHNE die Ringfeder, Näpfe und Druckfedern zu entfernen:

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Man dreht den alten Ziehkeil los.

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Dann steckt man einen 5er Inbußschlüssel in die Welle auf Anschlag mit der Schaltstange.

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Im Bild oben erkennt man, dass der Ziehkeil schon lose ist und man sieht auch den Kugelkopf vom Inbußschlüssel. Man drückt sozusagen die Schaltstange mit dem Inbußschlüssel durch. Die Näpfe schieben sich so zur Seite und werden vom Inbußschlüssel in Position gehalten, rutschen somit nicht raus.

Hier nochmal groß:

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Dann den neuen Ziehkeil einsetzen und aufdrehen, mittelfeste Schraubensicherung aufs Gewinde.

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Danach mit der Schaltstange den Inbußschlüssel wieder zur anderen Seite durchdrücken, fertig:

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Kurbelwelle ausgebaut:

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Noch nicht gereinigt, Zustand einwandfrei. Kaum Seitenspiel am Pleuel, geschweige denn Höhenspiel. Pendelt sauber durch. Gewinde, Nuten, Bereich Simmerring, Wangen, Schmiernuten, alles top.

Gereinigt:

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Und jetzt zur Buchse im Pleueauge. Die ist nicht mehr die beste. Würde noch funktionieren. Ich habe sie dennoch getauscht. Die Buchse im abgerissenen Pleuel (siehe Thread-Anfang) kommt zum Einsatz und wird umgebaut. Von dieser Buchse weiß ich, dass sie erst 3.000 km gelaufen hat.

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Selbstgebautes Werkzeug zum Ausziehen der Buchse.

Ansetzen, Pleuel etwas erhitzen und ausdrücken

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In die benötigte Kurbelwelle eindrücken:

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Schmierbohrung muss natürlich passen:

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Fertig:

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Zuletzt bearbeitet:
Die Körnerpunkte stammen die vom verstemmen der Buchse? So habe ich das noch nicht gesehen.
Wenns passt und der Kolbenbolzen in der Buchse gut trägt ist ja alles gut.

Ich habe schon öfters Untermaßbuchsen eingezogen und dann mit dem Sachs Hunger Spezialwerkzeug gearbeitet.
Auch da muss man beim aufreiben richtig aufpassen,sonst wird das nicht zylindrisch und trägt nicht richtig.Am Anfang habe ich schon mal eine Buchse versemmelt. Jetzt kann ich das gut.
Gruß Klaus
 
Da wurde nix verstemmt. Und: es passt schon alles.
Ein Sachs Hunger Spezialwerkzeug ist nichts anderes als eine verstellbarer Reibahle.
 
Was sind das denn für Punkte an der Buchse?
Ein Sachs Hunger Spezialwerkzeug ist definitiv nicht nur eine verstellbare Reibahle.
Besteht aus : Halterung die eine Funktion zum festsetzen des Pleuels besitzt. Führungsbuchse Grauguss, die in die Halterung eingeführt wird und eine spezielle verstellbare Reibahle ,die auf einer Seite konisch ist ,um den Pleuel zu zentrieren. Hunger Reibahle Typ P.Somit sitzt die Reibahle perfekt mittig zur Buchse.
Gruß Klaus
 
Die Punkte auf der Buchse sind meine bisher angesammelten Rentenpunkte.

Spaß beiseite, die Punkte habe ich einfach so aus Jux und Tolerei mit einem übergroßen Körner rein gedroschen.

Du kannst davon ausgehen, dass alles in Ordnung ist und die Buchse zum einen perfekt im Pleuel passt und zum anderen vom Innendurchmesser perfekt zum Kolbenbolzen.
 
Ich glaube schon das wohl alles in Ordnung ist. Trotzdem sehe ich da am gebrochenen Pleuel kleine Punkte an der Buchse . Was ist das?
 
So, weiter mit dem Kupplungsdeckel. Soll ja nicht neu lackiert werden, sondern nur so gut es geht aufgearbeitet werden.

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Natürlich auch hier wieder mal der Fall. Konterschraube für die Kupplungsspieleinstellung zu fest angezogen, Sicherungslasche verbogen, beide Wände der Schlitz-Madenschraube abgebrochen.

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Besser wäre es gewesen, wenn Sachs hier solche Schrauben verbaut hätte:

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Kurvennapf ausgebaut

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Und das Ding mühsam herausgepopelt.

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Sicherungslasche gerichtet und - weil ich keine Gewindestifte mehr da habe - eine Konterschraube angefertigt. M4er Schraube abgelängt und mit der Eisensäge einen Schlitz gefertigt. Erfüllt einwandfrei seinen Zweck. Es reicht wenn man den Schraubendreher zum kontern mit zwei Fingern bewegt. Leicht anziehen, das reicht. Nicht mit Gewalt.

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Dann zwei alte Verschlußschrauben herausgesucht, neue wollte ich nicht nehmen, soll ja "Patina" werden.

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abgeschliffen...

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gebürstet und lackiert

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Verbaut. Neuer Simmerring ist auch drin, Ölkontrollschraube mit neuer Dichtung dito.

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hallo holger!

so ein motor, bislang noch ungeöffnet und somit unverbastelt, ist immer das schönste.
mal abgesehen von der gewürgten maden schraube.
nichts ist für mich schlimmer, innen "zusatzteile" eingebaut, oder was rein soll, einfach weg gelassen.......

grüsse
markus
 
Sehe ich genauso. Kleinigkeiten kann man ja schnell korrigieren.
 
Motoren die noch nicht geöffnet waren, sind die immer so gut?
Unverbastelt ok.
Durch das nicht fachgerechte reparieren, findet man da wohl noch zusätzliche Schrotthaufen. Ungeöffnete verschlissene und verrostete Motoren auch.
Gruß Klaus
 
hallo klaus!

ich lese hier beim holger sehr gerne mit!
sehr detailliert bebildert und beschrieben.
ich werds nicht nachmachen, möchte es aber verstehen.
bei sachs sind bestimmt 30% teile mehr drin,
da bleibe ich besser bei zündapp,
will ja nichts verbasteln.......
bisher hab ich immer in einem vormals ungeöffnetem motor
ein perfektes getriebe vorgefunden.
mit einer defekten kw, und oder kolben mit zylinder,
muss man immer rechnen.
im laufe der jahrzehnte langen schrauberei, ahnt man dann schon am
motorgehäuse den zustand innen.
bei dem in diesem thread schon auf den ersten fotos.
motor oben relativ sauber, unten zugeschmoddert.
somit gehe ich davon aus, das das moppel öfters gepflegt und gewartet wurde.
schon bei der ausgelaufenen ölmenge war ich guter dinge,
was das getriebe angeht.
pures öl und ohne sichtbaren wasseranteil.
dann haftet auch noch genug öl über dem ölstandspiegel an, also rostfrei.
anders kann ichs nicht erklären, sind nur erfahrungswerte.
bei der m4 x 6 inbus madenschraube hätte ichs einfach gehabt.
ein griff und da.
m4 und m5 ab 6 bis 12 mm länge hab ich 29 jahre lang beruflich gebraucht. ;-)

grüsse
markus
 
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