Hallo Markus,
Gestern musste ich an einer jüngeren 1200er Motoguzzi einen hinterlistigen Fehler suchen und konnte diesen auch erfolgreich finden und reparieren. Der Besitzer fur damit ungefähr 200 Kilometer in einem Stück, anschließend war die Starterbatterie weitgehend tiefentladen. Eine Motorrad Fachwerkstatt diagnostizierte als Fehlerursache die vermeintlich defekte Lichtmaschine, weil die Ladespannung an den Batterieklemmen nur noch auf bescheidene 13,7 Volt anstieg. Die erstellten sofort einen Kostenvoranschlag für eine neue Lichtmaschine von stolzen 650 Euro und argumentierten dass es weder Regler noch anderen Teile dafür zu kaufen gibt. Obwohl diese Machine bereits über 60000 Kilometer am Tacho hatte, ist die verbaute 12V 45Ah Drehstromlichtmaschine von NipponDenso erfahrungsgemäß für mehrere 100000 Kilometer ausgelegt.
Weil man bei dieser italienischen nicht servicefreundlichen Fehlkonstruktion erst den Tank und kompletten Luftfilterkasten entfernen muss, war der anschließend Ausbau der Lichtmaschine irgendwie die leichtere Übung. Dabei stelle ich fest, dass die nur 1,5mm² dünne Leitung von LIMA+ bis zu Starterbatterie inkl. einer 30 Ampere Hauptsicherung üppige 150 MilliOhm Übergangswiderstand verursachte. Da geht naturgemäß mit laden überhaupt nichts mehr und eine neue Lichtmaschine hätte garantiert nichts an dieser Situation verbessert.
Wei ich die demontierte Lichtmaschine ohnehin gründlich reinigte, demontierte ich später bei einer befreundeten KFZ Werkstatt die baugleiche ND Lichtmaschine von einem grob verunfallten Aixam Mopedauto mit ca. 25000 Kilometer Laufleistung, das kostete mich 10 Euro für die Kaffeekasse. Anschließend baute ich vorsorglich den Regler um und erneuerte mehrere Flachsteckhülsen, wonach sich der Übergangswiderstand auf ca. 20 MilliOhm verringerte. Das ist für diese wichtige stromführende Leitung immer noch deutlich zu hoch, aber aufgrund des dünnen Leitungswiderstandes leider bittere Realität!
Nach dem ersem Start hatte ich 14,2 Volt an den Batterieklemmen und optimale 14,4 Volt an einem zusätzlich Kabel vom Lima Plus, welches ich zu messen dranschraubte. Dank des kostengünstigen YR1035+ MilliOhmmeters, konnte ich den schwerwiegenden Leitungsfehler in sehr kurzer Zeit erfolgreich lokalisieren.
PS: Ich bin Überzeugt dass die teuere Fachwerkstatt diesen Fehler nach deren Fehldiagnose entweder gar nicht oder möglicherweise nach späteren Kundenreklamationen irgendwann gefunden hätte. Wer seine Lebenszeit sinnvoller als Übergangswiderstände zeitaufwendig im Blindflug zu schätzen einsetzen will, investiert besser etwas Kleingeld für ein gutes MilliOhmmeter.