Kein Licht nach Restauration

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WW-Racer

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Zündapp C50 Sport Typ 517-21B Baujaht 1975
Hallo,
ich bin vor ein paar Tagen mit der Restauration meiner Zündapp C60 Sport fertig geworden.
Nach dem Zusammenbau ging alles an Licht nicht, das Bremslicht jedoch schon.
Auf Verdacht habe ich dann mein Zündschloss durch ein neues ersetzt, danach ging gar nichts mehr.
Jetzt habe ich noch eine Kokusan 12V Zündung verbaut (auf Verdacht und für später besseres Licht) ...
Es geht aber immer noch nichts .... (auch nicht das Bremslicht).
Habt ihr eine Idee woran es liegen könnte?
Zur Info, Kabelbau ist komplett Original (bis auf nach der Umrüstung auf 12V ist alles Original gewesen...) Jetzt ist es nur angepasst worden, wie auf der Anleitung gefordert.

Danke schonmal im Voraus
 
Moin Unbekannter,
kein Mensch weiss,wie und was du was angeschlossen hast.Da kann dir nur ein
findiger Spezie vor Ort helfen. Und da ist eine Ortsangabe immer super.

lg franx

www.smokeville.de
 
hallo franx!
die ortsangabe hab ich mal nachgefragt,
da gibts 5 möglichkeiten am westerwald.
grüsse
markus
 
Gude Werner,

du hast das falsch angeschlossen. Die folgende Vorgehensweise exakt abarbeiten. Dann geht das Licht und alles andere.

1.
Alles abklemmen. Dann Masse zwischen Motorblock und Lampenring vorne messen. Das sollte nicht größer als 1 Ohm sein.
Und dann das Gleiche zwischen Motorblock und Rücklicht.

2. Bei der Kokusan gibt es nur eine Spannungsversorgung für alle Verbraucher. Da du keine Batterie hast, benötigst Du nur die Wechselspannung. Also nur die gelbe Leitung. Die rote Leitung wird isoliert und nicht benötigt. Ebenso der Regler.

Die gelbe Leitung wird einmal direkt auf den Bremslichtschalter gelegt, gebrückt und geht dann einmal zum Zündschloß. Von dort geht das geschaltete Licht einmal direkt auf den Fußkontakt des Hauptscheinwerfer, wird gebrückt und geht auf den Fußkontakt des Rückscheinwerfer.

3. Die grüne Leitung des Zündimpulsgebers geht zur CDI, wird gebrückt und geht auf den Abstellerkontakt des Zündschloßes.
Manche besseren Versionen haben zusätzlich eine eigene Abstellleitung. Diese ist dann meistens "Schwarz" und wird gerne mit einer Masseleitung verwechselt. (Der häufigste Fehler beim Anschließen einer CDI Zündung)

Und zu guter letzt. Zündapp hat ab Werk nur schlecht für Masse gesorgt. Der Motor hängt in Gummilagern. Meistens wird bei einer Restauration das Verbindungsblech unter dem Motor und zwischen dem Rahmen vergessen, weil es irgendwie sinnlos aussieht und sich keine offensichtliche Funktion erschließt. Also deshalb unbedingt die Masseversorgung selbst nachbessern. Ich lege 2-3 Leitungen. Eine von Motor zu Rahmen, vom Rahmen ins Lampengehäuse und eine zum Rücklicht.

Und die CDI Einheit benötigt zusätzlich eine saubere Masseleitung. Macht man das nicht, dann wird die CDI zerstört.

Viele Grüße Christoph
 
Sehr gut beschrieben 👍
 
Christoph,
das mit der Masse bei Zündapp stimmt. am häufigsten gibs bei der KS80 dort
Probleme.Wenn nach einen Aufbau die Massenverbindung vergessen wird.Dann
zieht sich die motoplat nur über eine dünne Leitung masse,Und eine nach der
anderen Motorlpat geht dir hoch.Mir 2 mal passiert. Dann gemacht wie Christoph
schrieb,jetzt seit über 10 Jahren damit Ruhe.Aber erstmal abwarten,ob sich überhaupt
jemand zurück meldet. ;)

lg
 
Diese aufgelisteten Punkte würde ich niemals unterschreiben! (1.) Eine Masse oder jede andere stromführende Leitung "mit einen Ohm Übergangswiderstand" wäre bei Kleinspannungen eine technische Katastrophe, das entspräche stolze 56 Meter Leitung mit 1 mm² Querschnitt! In solchen Fällen müssen wir in "MilliOhm" denken und dafür gibt es mittlerweile auch schon kostengünstige MilliOhmmeter!

1-milliohm.jpg


80 cm Leitungslänge mit 1,5 mm² entspricht bei sommerlichen Temperaturen ungefähr 10 MilliOhm Innenwiderstand, folglich ist das bei vielen Benzingesprächen empfolene verlegen von dicken Leitungen (bei unseren kurzen Leitungslängen nicht wirklich erforderlich. Zündapp KS 50 vom Typ 517 hatten in den 70er Jahren keine Masseverbindung zum Motor, dort diente nicht selten der Bowdenzug vom Kupplungsseil als einzige elektrisch leitende Masseverbindung vom Motorgehäuse zum Lenker und von dort über die gefetteten Kugeln vom Lenkkopflager irgendwie zur Scheinwerferlampe. Deshalb dringend darauf achten dass Übergangswiderstände vom Motorgehäuse zum Masseanschluss einer 6V 35 Watt Glühlampe "unter 50 MilliOhm" bleiben, denn dort fließen bis zu 6 Ampere Strom! Mit keinem handelsüblichen Multimeter lassen sich derart niedrige Übergangswiderstände messen, deshalb wäre ein gutes MilliOhmmeter für jede Mopedwerkstatt eine sinnvolle Investition!

(2.) Es gibt noch viele unerfahrene Zweiradschrauber welche sich durch manche Schrotthändler im Zusammenhang mit Kokusan Magnetzündergeneratoren von einem 6 Volt Spannungs/Laderegler überzeugen lassen, denn diese wissen gar nicht dasss damit die höchtmögliche elektrische Leistung von ca. 12 Volt 80 Watt auf max. 6V 42 Watt absinkt! Falls damit jemand eine 6V 35 Watt Lampe im Scheinwerfer betreibt und zusätzlich das Bremslicht betätigen muss, dann wird mal alles für mindestens eine Sekunde völlig finster und der Hintermann kann bei bestem Willen kein Bremslicht erkennen. Deshalb: Wer seine Gesundheit schätzt sollte das Bremslicht mit Gleichstrom von einem Energiespeicher versorgen, dann leuchtet dieses mit klassischen Glühlampen nach max. 200 Millisekunden hell (egal ob der Motor läuft oder aus irgend welchen Gründen verreckt!

(3.) Die Leitung für den Zündimpulsgeber ist bei Kokusan rot und die Zündgeneratorspule führt eine grüne Kabelfarbe, werden diese beiden zur CDI vertauscht, dann würde das Zündschaltgerät beim ersten Schiebestartversuch garantiert zerstört!

Erfahrungsgemäß sind nicht selten die Lichtschalterkontakte von alten Zündschlössern verschlissen und leiden unter sehr hohen Übergangswiderständen, solche Fehler kann man wiederum auch nur mit einem MilliOhmmeter zuverlässig überprüfen.

lichtschalter.jpg


Der Schließwiderstand von intakten Schaltkontakten sollte unter 50 MilliOhm (0,05 Ohm) betragen und von intakten Steckverbindungen (Flachsteckhülse und Steckzunge) erwartet man durchschnittlich 1 MilliOhm (0,001 Ohm) Übergangswiderstand! Mit diesen einfachen Tatsachen, sollte sich jeder irgendwie anfreunden!

PS: Die häufig verbreiteten Märchen "Motoplat Magnetzündergeneratoren werden bei schlechter oder fehlender Masseverbindung zerstört entspricht absolut nicht den Tatsachen"! Für Über 95% von Schäden an Motoplat Statoren sind defekte Zündimpulseber, infoge von Wärmedehnung und Kälteschrupfung des Gießharzes verantwortlich!
 
Zuletzt bearbeitet:
Ewald,
schlechte Masse killt die Motoplat, ist nicht nur mir passiert. Es waren NICHT die dioden.

lg
 
Ich erhielt auch schon mehrmals zutode reparierte Motoplat Statoren wo zwangshaft die vermeintlich defekten Dioden herausgerissen und dabei unter anderem die dünnen Kupferlackdrähte zu den Impulsgeberspulen abgerissen wurden. Derartige Eingriffe sollte man unbedingt mit chirurgischen Feingefühl durchführen, sonst bleiben die erwünschten Erfolgserlebnisse aus und es werden naturgemäß andere Fehlerursachen erfunden!

@matthias

Ich kann Dir zwei verschiedene gute MilliOhmmeter bei Aliexpress empfehlen, vor allem werden diese auch Versandkostenfrei geliefert!



Vom handling sind die Kroklemmen praktischer.
 
Fluke 289 etwas teuerer ...
 
Gute Messtechnik sollte bezahlbar und auch für jeden Nutzer zugänglich sein. Es gibt auch zahlreiche Messgeräte von Rhode & Schwarz zu unbezahlbaren Mondpreisen, aber leisten will ich mir diesen unvernünftigen Luxus auf keinen Fall!
 
Ich komm mit meinem Peaktech gut zurecht.
 
Gude Werner,

du hast das falsch angeschlossen. Die folgende Vorgehensweise exakt abarbeiten. Dann geht das Licht und alles andere.

1.
Alles abklemmen. Dann Masse zwischen Motorblock und Lampenring vorne messen. Das sollte nicht größer als 1 Ohm sein.
Und dann das Gleiche zwischen Motorblock und Rücklicht.

2. Bei der Kokusan gibt es nur eine Spannungsversorgung für alle Verbraucher. Da du keine Batterie hast, benötigst Du nur die Wechselspannung. Also nur die gelbe Leitung. Die rote Leitung wird isoliert und nicht benötigt. Ebenso der Regler.

Die gelbe Leitung wird einmal direkt auf den Bremslichtschalter gelegt, gebrückt und geht dann einmal zum Zündschloß. Von dort geht das geschaltete Licht einmal direkt auf den Fußkontakt des Hauptscheinwerfer, wird gebrückt und geht auf den Fußkontakt des Rückscheinwerfer.

3. Die grüne Leitung des Zündimpulsgebers geht zur CDI, wird gebrückt und geht auf den Abstellerkontakt des Zündschloßes.
Manche besseren Versionen haben zusätzlich eine eigene Abstellleitung. Diese ist dann meistens "Schwarz" und wird gerne mit einer Masseleitung verwechselt. (Der häufigste Fehler beim Anschließen einer CDI Zündung)

Und zu guter letzt. Zündapp hat ab Werk nur schlecht für Masse gesorgt. Der Motor hängt in Gummilagern. Meistens wird bei einer Restauration das Verbindungsblech unter dem Motor und zwischen dem Rahmen vergessen, weil es irgendwie sinnlos aussieht und sich keine offensichtliche Funktion erschließt. Also deshalb unbedingt die Masseversorgung selbst nachbessern. Ich lege 2-3 Leitungen. Eine von Motor zu Rahmen, vom Rahmen ins Lampengehäuse und eine zum Rücklicht.

Und die CDI Einheit benötigt zusätzlich eine saubere Masseleitung. Macht man das nicht, dann wird die CDI zerstört.

Viele Grüße Christoph
Danke für die Infos, ich spreche heute nochmal mit einem Bekannten, der bisschen mehr Ahnung hat als ich... Vielleicht kann der helfen.
Mit freundlichen Grüßen
Werner
 
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