Hercules kx5 Bj. 89 läuft nicht mehr

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kolbenrückholfeder

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Hercules kx5
Hallo liebe Mopedfreunde,

erstmal eins vorweg: ich bin gelegenheitsschrauber und habe bisher am motor meines mopeds nur einfachere arbeiten wie einstellen der zündung / wechseln von zündungskomponenten und reingung / einstellung des vergasers durchgeführt, womit ich bisher auch immer alle probleme lösen könnte, bin aber auf keinen fall sehr erfahren im umgang mit zweitaktern und auch vom werkzeug und meinen räumlichen Möglichkeiten nicht sonderlich gut ausgestattet.

Ich bin seit meinem 15. lebensjahr puch maxi und von 17 - 18 eine hercules kx5 gefahren, die dann aber vor ca. zweieinhalb jahren sehr plötzlich auf dem heimweg bei 50 km/h ausging und sich ums verrecken nicht mehr starten ließ.

nachdem ich zündung und vergaser überprüft hatte und dort alles in ordnung schien, habe ich den zylinder und den kolben abgenommen, wobei kleinere Riefen zutage traten, die jedoch - zumindest am zylinder - nicht spürbar aber sichtbar waren. (der Zylinder ist soweit ich weiß (Nicasil?)beschichtet, könnte das also ein problem sein? siehe Bilder!) verlor ich leider einen kolbenclip, woraufhin ich alles wieder zusammengesteckt habe und den zylinder mit kopf wieder montiert habe, dann kam der autoführerschein - und so stand sie jetzt seit zweieinhalb jahren unberührt in der Garage.

Gestern habe ich mich mal aus einer laune heraus daran gemacht den Kolbenbolzen auszumessen und neue clips bestellt, um mich der sache mal wieder anzunehmen. (beim ausbau des Bolzens fiel mir auf das die Pleuelstange leichtes Höhenspiel hat, pi mal daumen ca. einen halben millimeter, ist das bereits bedenklich?) beim versuch die Kurbelwelle per finger in der bohrung des Pleuels zu drehen, zeigte diese einen großen widerstand und ließ sich kaum drehen - ist das bei nicht gezogener kupplung (selbstverständlich im Leerlauf) normal? bei betätigung des kickstarters dreht sie sich jedoch ganz normal.

Meine nächsten schritte wären jetzt sobald die kolbenclips da sind den kolben und den zylinder wieder zu montieren, den vergaser nach der langen standzeit mal zu reinigen, ( ich dachte jetzt an pinsel, waschbenzin und druckluft, oder ist von einem pinsel eher abzuraten?) die zündeinstellung zu prüfen und zu sehen ob sich etwas tut, was ich nach dem misslungenen versuch vor zweieinhalb jahren eher als aussichtslos betrachte. Oder ist von einem einbau und startversuch mit den leichten riefen eher abzuraten ? wie bewertet ihr das?

schonmal danke im voraus ,
mfg kolbenrückholfeder
 

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Achte darauf, dass der Kolbenring frei ist. Am besten den Ring mal abnehmen und die Nut penibel reinigen. Kolbenring einsetzen und auf Freigängigkeit prüfen, ggf. die Nut leicht nacharbeiten. Richtige Riefen sind das nicht am Zylinder, eher Staubriefen. Macht aber nicht viel aus - läuft trotzdem. Die leichten Riefen am Kolbenhemd mit 400er Naßschmirgel leicht abziehen. Neue Fuß- und Kopfdichtung besorgen. Dann zusammenbauen und schauen ob Zündfunke. Zündung ggf. nachstellen.

Vergaser: Reinigen mit Waschbenzin, Benzin, Sprit, Bremsenreiniger. Düsen ausblasen. Neue Schwimmerdeckeldichtung. Luftfilter ausblasen.

Dann mal sehen, ob sie läuft.

#Gruß Holger
 
Hallo Holger,

Vielen Dank für deine detaillierte Antwort. Eine frage hätte ich noch: Was sagst du zur Kurbelwelle? habe mal ein bisschen recherchiert und gelesen, dass die Kurbelwellenlager des 50/5A KF ein bekannter schwachpunkt sein sollen. wie bewertest du das Höhenspiel?
 
Ups, das habe ich ganz vergessen. So wie du das beschrieben hast, ist die Kurbelwelle bzw. das Pleuellager hinüber. So ein deutlich feststellbares Höhenspiel äußert sich im Lauf durch ziemlich lautes Klopfen/Nageln.

Die kannst du sehr wahrscheinlich nicht mehr verwenden. Für die KX 5 kannst du aber jederzeit die überall angebotene Kurbelwelle von Topracing verbauen. Kostet so um die 90/100,- Euro. Schau mal bei www.mopedparts.de

Gruß Holger
 
Danke schonmal für die tipps!

jetzt ist es so dass ich so eine umfassendere arbeit wie den wechsel einer kurbelwelle noch nie durchgeführt habe. instinktiv würde ich sagen, das es sich lohnen würde gleich den ganzen motor zu überholen wenn man ihn schon auseinander nimmt... sehe ich das richtig? Kennt dazu jemand eine genauere Anleitung, gibts sowas evtl sogar im forum oder aus anderen Quellen? auch werkzeugtechnisch bin ich nicht allzu gut aufgestellt, das wäre auch auf jeden fall ein punkt worüber ich mich vorher informieren müsste. würde mich über hilfreiche antworten freuen

mfg
 
Nochmals danke für die Antwort. ich werde erst in frühstens drei wochen zeit haben das ganze anzugehen, und vorerst werde ich mich auch erst einmal nur um den kolben kümmeern und sehen, ob der bock dann überhaupt wieder läuft, werde auf jeden fall bericht erstatten!

Nochmal zum kurbelwellentausch / Überholung: ich habe im forum der hercules IG gelesen, dass es einen Lehrfilm zur Arbeit am 50/5 AKF geben soll. Weiß hier vielleicht jemand, wo ich den herbekomme?
 
Moin Kolbenfeder!

Ich vermute mal, dass an dem Tag des Ausfalls dein unteres Pleuellager verklemmt ist. Das passiert, wenn das Lager verbraucht ist, Spiel bekommt, meist in Luafrichtung des Kolbens mehr als quer, sich also das Pleuelauge durch Abrieb und Stoß und Zug in Laufrichting längt, also oval verformt und natürlich nutzen auch die Nadelrollen ab und geben Spiel frei.
Dann kommt es dazu, dass sich eine der Nadelrollen ein wenig schräg stellt und verkantet, was dann die Nadelrolle sprengt. Durch die heraustretenden Splitter können starke Schäden an Kolben und Zylinder entstehen.
Typisch sind die streußelartigen Macken auf Kolbenböden und Brennkammerdächern im Zylinderkopf oder auch Riefen im Kurbelgehäuse durch von der KW mitgeschliffene Trümmer.

Bei dir sieht man aber nur ganz leichte Macken am Kolbenboden, und ganz geringfügige Riefen im Hemd - da ist also kaum was passiert.

Allerdings ist deine Kurbelwelle durch das zerstörte Lager schwergängig - weshalb auch ein Motor damit nicht laufen kann, auch wenn die Welle von außen noch drehbar ist. Oft ist sie aber auch dermaßen schwergängig und queitscht, so dass man es gleich merkt.
Vom Pleuel her ist die Welle aufgrund des Lagers nicht mehr zu betreiben, da hier keine reibungsfreie Kraftübertragung mehr möglich ist.
Und wer sich denkt, dass so ein Kolben ja irre schnell und schwungvoll und krafttvoll treibt, der bedenke, dass die Geschwindigkeit des Kolbens zu den Umkehrpunkten gegen Null sinkt, sich dann umkehrt und dann ein sehr steil stehendes Pleuel nach unten getrieben werden muss.
Und je größer die treibende Kraft nach unten, um so mehr verklemmt sich das schadhafte Fußlager - somit ist der Motor also nicht mehr zu starten.

Du kannst die Racing Wellen nehmen, die sollten bei den drehzahlen schon ihre 20ooo km halten, aber leider auch nicht mehr. Eher weniger.

Der Kreidler-Jörg (Jörg Jahn, Kreidler-Erstzteile.de oder so) presst deine Welle mit nem Stahlpleuel von Rito neu, 60 Euro mit Silberlager, 40 Euro pressen und zentrieren. Dann noch Versand bezahlen und du hast ne Welle, die bis zu 40ooo km hält.

Ich muss meinen 4 Gang mit Racing Welle jetzt nach - puhh... ca. 22ooo km - ausbauen, Pleuel scheint Höhenspiel zu kriegen, es fängt jedenfalls an zu singen, und das kann nur vom Pleuellager kommen, die Wellenlager sind neu, und es ist auch im Leerlauf, und es hört sich ähnlich an, wie Zylinderrollenlager.

Und es wird jeden Tag stärker, also lieber jetzt als nächste Woche mit ADAC nach hause...

Eine detaillierte Beschreibung habe ich hier damals angefertigt:

tipps/Sachs-501-4-Motorueberholung.php

501, 50s und 50/5 gleichen sich in vielen Dingen, man muss aber bei einer 3 fach gelagerten Kurbelwelle wissen, wie man das Spiel richtig einstellt.
Ich habe das letztens zum ersten Mal gemacht und dafür waren mir meine 4 Gang Erfahrungen von großem Vorteil, und ich weiß auch, warum sich unterschiedliche Lagerungsarten, 2x BO17 oder 6203 und BO17 anders einmessen lassen, und wie man das dritte Lager einbaut, ohne die Hauptlagerung zu beeinflussen.

Ganz ohne Erfahrung und den Vergleich vom Fingergefühl her ist das nicht so ganz einfach, vor allem am 5 Gang mit 3 KW lagern.

Wenn du da jn. suchst, der das machen will, schreib mal ne PN. Belesen kannst du dich ja trotzdem mal.
Ich denke mal, dass das fehlende Werkzeug dein größtes Problem darstellt.
Und Messlehren und Abziehwerkzeug können mal bis 250 Euro kosten, Material für den Motor bis ca. 100 Euro bzw 180 Euro mit der Racing-Welle.
 
Hallo Mopedikürer, danke für die ausführliche antwort.

Ich hab mal über deine Anleitung drübergeguckt, und die ist ja wirklich sehr ausführlich, werde ich mich auf jeden fall mehr damit befassen wenn ich zeit dazu habe, danke dafür schonmal!

Und wenn es so ist, dass er mit Welle höchstwahrscheinlich garnichmehr laufen wird, werde ich den motor wohl die tage ausbauen und in den keller stellen dann gibt es schonmal keinen weg zurück mehr...

Ich suche eigentlich niemanden der das für mich macht, da ich nicht auf das moped angewiesen bin und ich eine überholung auch einfach sehr interessant finden würde, eile hat das ganze an und für sich keine. Natürlich wäre es auch unsinnig viel arbeit, geld und zeit zu investieren um am schluss einen motor zu haben der garnicht oder nicht richtig läuft das ist natürlich klar. werde das mal in Ruhe abwägen, vielen dank auf jeden fall schonmal für das angebot.

Werde mich melden sobald es irgendetwas neues gibt und wenn jemandem noch was konstruktives zu dem thema einfällt ist ein sinnvoller beitrag immer gern gesehen.

mfg
 
Wenn du nur wenig fährst dann reicht eine Racing Welle locker. Wenn du viel fahren willst - dann lieber Kreidler Jörg.

Ich würde diese Racing Welle auch nicht für einen Sachs 50s mit 6,25 PS nehmen, da kommt sie nicht unbedingt auf 20ooo km. Sollte eine Welle aber schon, sie sollte nicht schneller kaputt gehen als die BO17 Lager...
 
Mir ist gerade noch etwas eingefallen: Ist ein BO17 abzieher für die kurbelwellenlager unbedingt nötig oder tuts da auch ein normaler trennmessersatz?

ich habe mal in bisschen nachgelesen aber irgendwie wird mir der Unterschied in der Bauart nicht ganz klar, der für das abziehen eines schulterkugellagers einen besonderen abzieher erfordert.
 
Also mit einem Trennmesser habe ich meine Innenringe vom Zylinderrollenlager jedenfalls nicht runtergekriegt. Die sind a.d. der Kante genauso wie die vom BO.
Wahrscheinlich wird das nicht gehen, da bin ich sogar zu 90% sicher. Es sei denn, die Ringe sitzen schon lose a.d. Welle, was selten mal der Fall ist und auch nicht erwünscht.

Oder ein anderes Trennmesser viell., aber die Ringe sitzen ohne Luft auf den Scheiben und die Scheiben ohne Luft a.d. Wange - da wird man schwer was zwischen kriegen.
 
Um eine ordentliche Überholung von einem 50/5 AKF zu machen, benötigt man genau die Teile und Werkzeuge, wie sie im obigen link beschrieben wurden. Nicht mehr aber auch nicht weniger. Kompromisse und alles andere tendieren zum Pfusch. Basta.

Gruß Holger
 
Hallo Holger,

Ich will dir da garnicht widersprechen und das auch nicht in frage stellen, ich glaube du hast die frage einfach anders verstanden.

aber ich denke nun ist mir der grund klar, es hängt also einfach daran dass zwischen Lager/ Scheiben und Wange kein Platz ist um das Trenmmeser anzusetzen und nicht an der Bauform des Lagers selbst. (?)

mfg
 
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