Zündung

Okay. Dann beim alten bleiben.
Oder Regler einbauen.
12V Elektronik mit Regler?
 
Wenn die erzeugten drehzahlabhängigen Leerlaufspannungen ausreichend hoch sind, dann ist selbtverständlich ein kombinierter 14V AC/DC Spannungs/Laderegler die Königsdisziplin. Folglich muss man sich nicht mehr mit minderwertigen Nachbaumist von 6 Volt Glühlampen herumärgern.

12v-altmoped_schema.png


Leider werden auch nachgebaute Lichtspulen mit niedrigeren Windungszahlen angeboten, wofür man erst die Wicklung optimieren müsste, bevor sie brauchbar werden.
 
Wenn Du bei 5000 Upm mit einen True-Rms Voltmeter über 25 Volt Lererlaufspannung messen kannst, dann klappt das auch bei weniger drehreudigen Motoren mit 12 Volt Glühlampen problemlos.

gts50_12v36w.png


Je höher die Leerlaufspannungen, um so heller leuchtet der Scheinwerfer bei niedrigen Motordrehzahlen. Das ist keine komplizierte Raketentechnik, aber man sollte wissen wie es funktioniert.
 
Habe das heute mal mit der Einstellung der Zündung probiert. Kolben auf OT. Polrad ohne Keil auf die Welle gesetzt.Dann auf M die Zündung eingestellt.Wenn ich mit der Hand das Polrad in Laufrichtung drehe, hab ich einen guten Funken. Und das von Hand. Richtiger Test steht noch aus.
Gruß
Pit
 
Wenn das Abrißmaß einigermaßen stimmt, dann musst Du das Polrad nur ca. eine Viertel Drehung ruckartig in Laufrichtung bewegen wo die Kontakte öffnen. Wenn Du mit dieser Übung reproduzierbar immer starke Zündfunken erzeugst, kannst Du davon ausgehen dass der Übergangswiderstand von den Unterbrecherkontakten ausreichend niederohmig ist und auch das Abrißmaß ungefähr passt.

Funktioniert dieser Schnelltest schlecht oder gar nicht, dann ist Handlungsbedarf angesagt!
 
Am häufigsten sind allgemein zu hohe Übergangswiderstände an Kontakten welche schon länger ruhen, oder neue Komponenten welche mit Trockenschmiermittel konserviert sind. Dann funktioniert dieser Schnelltest beispielsweise einmal gut, 3 mal schlecht, zwei mal gar nicht oder so ähnlich. In jedem Fall sollte der Übergangswiderstand an geschlossenen Kontakten, reproduzierbar unter 50 MilliOhm betragen. Wenn dann auch noch das Abrißmaß in der passenden Toleranz liegt, sollte das gut funktionieren.

Wenn der Motor mal läuft oder eine Antriebshilfe in Form einer schnelllaufenden Bohrmaschine genützt wird, dann ist naturgemäß die Blitzpistole der beste Freund. An kontaktgesteuerten Zündanlagen wird man niemals ein völlig ruhiges Blitzbild erreichen, wenn aber gelegentlich oder häufig grobe Sprünge zu erkennen sind, liegt das an Funkenbildung an den Unterbrecherkontakten. Deren Ursache liegt häufig an schlechten oder defekten Funkenlöschkondensatoren.

Weiters darf man niemals uralten und sogar weitgehend fachgerecht reparierten Zündspulen trauen, denn auch nur ein kleines Luftbläschen im Isolierlack kann zum baldigen Supergau führen.

sachs98-zuendspule.jpg


Das konnte ein 98ccm Sachs Bestitzer kaum glauben, weil er erst ein Jahr vorher ca. 170 Euro bei einem Fachbetrieb für die Reparatur bezahlte. Die Wicklung wurde wirklich sehr sauber mit einer professionellen Lagenwickelmaschine verlegt, aber es drang irgendwo Luftfeuchtigkeit ein. In diesem Zusammenhang wird man bei Hochspannungswicklungen gnadenlos bestraft.

sachs98_plasma.jpg


Das gleiche Schicksal erlebt man sehr häufig mit alten noch nicht gekapselten Zündspulen, wo irgendwann Luftfeuchtigkeit eindrang. Im besten Fall funktioniert dann am Anfang alles gut und nach zunehmender Erwärmung fällt die Zündung aus.
 
Moin Ewald, welche Vorgehensweise würdest Du für die Einstellung der Zündung an einem alten japanischen Moped, an dem sich die Grundplatte nicht verstellen lässt, empfehlen?
Ich habe ja nur den Kontaktabstand als Variable...
 
Mit dem Kontaktabstand soll man nur das Abrißmaß korrekt justieren. Keinesfalls die Zündung so früh einstellen, dass beim öffnen der Kontakte die Zündspule noch zu wenig geladen ist! Wer einen kleinen Rundtisch besitzt, könnte sich damit auf beinahe jeder Drehbank recht einfach helfen.

zgp_ks80.jpg


So eine Anpassung für eine Suzuki Zündgrundplatte musste ich auch mal durchführen.

grundplatte_rm85.jpg


Wenn die Auflagefläche für Senkkopfschrauben konisch sein muss, kann man auch mit einem Querlochsenker auf die passende Tiefe am Rundtisch nachfräsen. In den 1980er Jahren gab es auch einen einfachen Trick mit einer versetzen Scheibenfeder zwischen Kurbelwelle und Polrad.
 
Der Königsweg ist das variabel machen der Grundplatte?
Dafür habe ich jemanden. Das ist kein Problem.
Bis dahin helfe ich mir mit der Zigarettenpapiermethode. Laufen wird der Motor damit.
Danke für die Hilfe am sonnigen Sonntag!
 

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