Das mit der ABE bedarf ganz sicher einiger Erklärung. Seltsamerweise fehlt auch das genaue Jahr unten Rechts.
Und wie siehts aus mit dem Motor jetzt? Wellenspiel korrekt eingerichtet?
Manchmal muss man einen der BO-Innenringe wieder runterziehen, wenn es noch nicht optimal ist an der KW.
Manchmal hilft ne andere Dichtungsstärke.
Ich nehme immer Maß am Lageraußenring im Gehäuse und a.d. KW an zwei aufgelegten 0,1mm Scheiben, da oft die äußeren geplanten Flächen verhindern, dass die Messspitzen innen anliegen - das sieht man aber auch.
Außerdem muss man beachten, ob der Übergang von Welle zum Wellenstumpf eine Hohlkehle hat, die verhindert, dass eine Paßscheibe sauber aufliegt. Das sieht man oft auch nur, wenn man ne steifere 0,5mm Scheibe auflegt und die dann an einer Seite hochsteht.
In dem Fall muss man eine 0,5er Scheibe innen anphasen, so dass die Hohlkehle platz findet.
Wenn ich z.B. 1,85mm Spiel hab zwischen Wellenmaß und Gehäusemaß, dann muss ich bei einer 2xBo17-Lagerung meist 0,1 oder 0,15mm Luft lassen, also mit 1,7 oder 1,75 ausgleichen.
Meist entscheide ich mich für 1,75 und wenn zu eng, dann Dichtung 0,2 durch 0,25 ersetzen.
Ab und zu trifft das aber so wenig, dass ich doch den Ring abziehen und 0,1mm nachlegen muss.
Bei einer 6203c4+BO17-Lagerung muss ich 1,85mm vorhandenes Spiel fast immer mit 1,95mm an Scheiben ausgleichen. Das kann nur am Spiel der Lagerinnenringe aus dem Lager nach außen liegen. sonst würde es ja gar nicht gehen 1,95mm Scheiben in 1,85mm Zwischenraum zu zwängen.
Verwenden tue ich SLF B017TVP, 10 Kugeln im Kunststoffkäfig - beste Bohne. Aber je nachdem, wie genau das Gehäuse und auch die Lagersitze sind, und wie stramm die Lager eingeschrumpft sind und demnach mehr oder weniger Luft haben, summieren sich Fehler bzw. Abweichungen.
Daher ist die Kontrolle des Axialspiels an der eingebauten Welle OHNE Wellendichtringe unerlässlich.
Ich baue Wellen immer so stramm wie möglich ein, so dass sie noch mögl. frei dreht bzw. nur kaum merklich gebremst wird, was meist nur auf einem Teil der Drehung passiert.
Die Wellenstümpfe dürfen nicht wackeln und wenn man radial gegenklopft nicht irgendwie hohl klingen oder klackern.
Beim erwärmen auf 40 Grad ist das ganz sanfte Strammen der Welle schon wieder verschwunden, aber die Lager liegen immer noch an.
Beim Einbau der Simmerringe bei 80° wiederum merkt man schon wieder etwas Luft i.d. Lagerung. Das ist aber ganz normal.
Ich denke, dass hieraus auch der Grund ersichtlich ist, warum man so eng wie möglich ausgleichen sollte, aber halt nicht so eng, dass größerer Druck auf die Lager wirkt.
So ein SLF verträgt etwa 0,1mm Luft ohne zu klappern, aber die sollte man ihm nicht von vorneherein geben, weil es sonst bei Betriebswärme zu viel wird. Alu dehnt sich stärker aus als Stahl.
Von daher sehe ich Leute, die Lagerschäden durch zu eng gestelltes Axialspiel verursachen als absolut unfähig an... so was würde man wohl auch mit Wellendichtringen sicherlich noch wahrnehmen können.
Eher ist zu großes Spiel für den Laien die größere Gefahr, da die Welle ja nach der Montage gut zu laufen scheint.