Sachs 50s Ausführung A

Mache die Gehäuse auf einer Kochplatte warm,dann Gehäuse auf einem Holzbrett aufklopfen da fallen dann die meisten Lager schon von selbst raus.
Ansonsten kannst du ach eine passende Nuss vom Rätschkasten nehmen.
Achtung Lager auf keinen Fall aus dem kalten Gehäuse ausschlagen!!!!!!!!!!! :psycho:
Für das eine Lager der Vorgelegewelle brauchst du einen Innenabzieher.

Ich würde das Gehäuse zu einem Professionellen Entlacker geben und Chemisch entlacken lassen. Z.B.
http://www.entlackungszentrum-zweibruecken.de/

Da lasse ich immer alles entlacken,die machen top Arbeit.
 
Für knapp über 20 Euro hab ich mal nen Lager Treibsatz gesehen - google oder ebay, weiß nicht mehr.

Damit kann man auch die neuen Lager nach dem Erkalten des Gehäuses nachtreiben.
Lager aber nie kalt ein und austreiben, immer auf der heißen Platte, erst nach dem Erkalten noch ein paar Schläge über den Dorn.
Die Simmerringe erst einbauen, wenn Wellenspiel geprüft, sonst gehen die Wellen nicht mehr frei.
Auch Simmerringe nicht kalt ein und austreiben. Beim Eintreiben so bei unter 90 Grad, damit sich die Lager nicht mehr verschieben.
Lageraußenringe, die sich nach Abkühlen unter 100 oder 90 Grad noch im Gehäuse drehen lassen müssen mit Fügekleber befestigt werden, dies bei geringstmöglicher Hitze und sofortigem Nachtreiben. Loctite 603 ist da der rechte Rat.

Lass dich beim Einbau des kleinen 6203 Vorgelegewelle rechts nicht irritieren. Durch die Profilscheibw dreht es meistens schwer. Aber es wird trotzdem bis zum Anschlag eingetrieben.
Man kann die Scheibe hinterher mit einem Dorn etwas flacher schlagen, aber vorsichtig, sie muss immer noch mit etwas Druck am Innenring anliegen, damit sie kein Öl vorbeilässt. Dies soll sich nämlich hinter der Scheibe sammeln und dann durch die hohle Welle an die Lager der Kupplung gelangen.

Ich messe die Gehäusemaße zum Welleneinbau bei der KW am BO außenring. Ist da das Maß dann z.B. 42,05mm und das der Wellenwangen innere geplante Fläche 40,1ergibt das 1,95mm Spiel, welches bei vernünftigen Lagern mit 1,8bis 1,85mm auszugleichen ist - das sieht man nach dem Einbau der Welle.
Die besten Lager sind die SLF mit Kuststoffkäfig, 10 Kugeln. Sehr ruhiger Lauf, sehr haltbar. Nimm lieber keine mit 11 Kugeln, due haben oft einen geringeren Toleranzbereich.

Ich baue die KW immer so ein, dass sie gerade anfängt zu strammen, also man schon gaaanz sanften Druck vom Lager hat, aber halt nur kaum spürbar und eig. immer nur auf einem Teil der Drehung - das sind die ca. 2 Hundertstel, die Lagersitze aus ihrer Ebene heraus tolerieren.
Bei den SLF kann man schon von dem Maß 0,1mm Passscheiben wegnehmen ohne das die Lager klappern.
Aber dann sind sie bei Erwärmung des Gehäuses außer Toleranz und nehmen Schaden. Deshalb meine Devise so eng wie möglich. Dann stimmt es im Betrieb und auch kalt leiden sie keinen Verschleiß wenn man nicht zu stramm geht.

Meist muss ich 0,1 bis 0,15mm Spiel übrig lassen, bei 2xBo17 Lagerung. Gerne messe ich mit 0,2mm mopedparts Dichtung ein und wenns strammt nehme ich die 0,25er, die schwarze von ebay, aber nicht die von muemi, da ist noch ne andere, die passt besser und fühlt sich besser an.

An den anderen Wellen messe ich am Innenring und lasse 0,05mm Luft. Passt meistens. Starterachse kann ruhig 0,1mm Spiel haben.

Man kann die Wellen mit Passscheiben auch probeweise einsetzen und das Motorgehäuse von Hand zusammendrücken um zu gucken ob es passt bevor man verschraubt.
Natürlich prüft man alles nach dem Verschrauben genau.

Bei der KW sorge ich zuerst dafür, dass die beiden Hauptlager stimmen, das kleine linke Stützlager baue ich erst ein, wenn Getriebe zusammen, und zwar so dass es keinen Druck auf die Hauptlager ausübt. Man kann das machen, bevor man den linken innenliegenden Simmerring verbaut, muss man halt nochmal aufmachen dann.
Sitz mit Flamme heißmachen, Lager mit Distanzscheibe und Ritzel über die Mutter einpressen, es sollte aber leichr gehen, also ausreichend heiß.
Ist dann die Mutter fest, wird die Welle zunächst etwas strammen. Dies lässt sich durch leichte Schläge auf die Wellenstümpfe beheben. Sonst den Sitz nochmal heiß machen und wiederholen. Das geht mit recht leichten Schlägen mit dem Schonhammer.
Die resthitze könnte man dann nutzen um den Simmerring einzubauen.<br /><br />-- 22.10.2016 10:01 --<br /><br />Und lass nicht die Wildschweine in die Garage kommen, sonst ist alles fürn ****h...
 
Hallo
Danke erst mal an die Profis da draußen die mich so Tatkräftig unterstützen.
Leider werde ich ohne fremde Hilfe das Getriebe nicht mehr zusammen bekommen.
Mir fehlt es an Werkzeugen und den entsprechenden Grund Kenntnissen.
Ich habe jemanden gefunden der mir bei meinem Projekt zur Seite steht.
Werde aber trotzdem den Fortschritt hier weiter Dokumentieren.
Mittlerweile habe ich das grüne Zeug soweit aus dem Getriebe raus bekommen.
Scheinbar handelt es sich um irgend ein Kunststoff (Farbe Grün) der anschließend mit Silber lackiert worden ist.
Beim erhitzen wurde das Zeug Gummiartig und lies sich relativ einfach aus dem Gehäuse rausziehen.
An den Stellen wo das Gehäuse keine Korrosion hat hält das grüne Zeug sehr gut und ist nur schwer reißend ab zu bekommen. Ich denke hier wollte man Korrosionsschutz anbringen. Was aber nicht viel gebracht hat weil von den offenen Seitenteilen die Sache nicht richtig gehalten hat.
Werde morgen noch paar Bilder bringen.
Gruß Bernd
 
Eine wichtige Frage ist: Wie stehr es um das untere Pleuellager, wieviel hat die KW runter, ist sie von Rost verschont an Stellen wie Pleuellagern und Simmerringbereichen?

Alte Kurbelwellen sind tickende Zeitbomben, und es ist sehr ärgerlich, wenn man einen Motor macht und nach 5000km zersplittert ne Lagernadel im Pleuel...

Den Zustand der KW kann man nur im ausgebauten Zustand bewerten, im Vergleich zu neuen und alten Wellen weiß man, wo sie steht.

Für 80 Euro gibt es Nachbauwellen, die halten 15 bis 20 tkm, also schon nicht schlecht für den Preis. Und von der Lebensdauer etwa wie die seitl. Lager.

Und ich würde keine anderen Bo17 Lager nehmen als SLF oder FAG mit Kunststoffkäfig, evtl. die sehr seltenen alten mit 10 Kugeln und Messingkäfig.
Nicht die neuen mit 11 Kugeln und Messingkäfig, die taugen für KW Lagerungen nicht wirklich! Vor allem nicht die neuen teuren FAG.

Mopedparts.de hat auch die SLF mit Polyamidkäfig, die sind besser als die NSK aus den Lagersätzen. Und sogar billiger.
Bei Mopedparts kriegt man alles, auch Meteor Kolben für den Aluzylinder.
Die Aluzylinder sind mit Nikasilbeschichtung viel haltbarer als Graugusszylinder, das merkt man, wenn man die Dinger mal mit Innenmessgerät vermisst.
Die Geometrie wird wesentlich weniger verändert durch den Verschleiß, so dass man oft noch einen neuen Kolben einsetzen kann.
Am besten lässt man ihn aber beim Fachmann diamant-honen und wählt einen genau passenden Kolben, der evtl. eine Toleranz (A,B,C,D) höher sein kann.

tipps/Sachs-501-4-Motorueberholung.php

Da habe ich eine Anleitung geschrieben, die fast alle Aspekte der Überholung umfasst, gerade das, was man aus der Sachs Rep.Anleitung nicht lernen kann.

Parallel dazu sollte man aber die Sachs Anleitung benutzen.
 
Keine Angst Berend, das wird schon :D :D
 
Alles klar! Na dann...

Hast du unterdessen mal das Aluspray von werkstatt-produkte.de probiert? Auf ebay gibts das ohne mindestbestellwert für 5 Euro.

Ich Idiot meinte ja, der Hammerite Lack sieht besser aus... aber farblich ist da kein Unterschied zu erkennen.
Nur dass der Hammerite Lack keinen Sprit verträgt, beim Beflammen versengt und auch sehr schnell vergilbt beim Erhitzen... Da ist das Aluspray wiesentlich standhafter.

Aber das Aluspray ist wirklich ein geniales Zeug. Die teuren Motorlacke sind mit Klarlack und vergilben auch bei über 160 Grad.
So was nehmen die Portugiesen. Und die beitzen auch anstatt zu strahlen...
 
Guten Morgen

Das mit dem Aluspray hört sich gut an. Ist das den Benzinfest ?
Ich hab hier auch welches das Läuft mit Benzin sofort weg.
Welche Möglichkeiten gibt es den noch für den Motor ordentlich zu lackieren ?
Ich bekomme das eine Lager nicht raus. Da ich keinen Abzieher habe.
Kann ich das Gehäuse mit feinem Sand strahlen oder müssen es Glasperlen sein ?
Hier noch ein Bild vom aktuellen Zustand der Gehäuseteile.
Gruß Bernd

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Am besten mit Glasperlen strahlen. Für das 6201er Lager braucht man einen Innenauszieher mit Gegenstütze. Ich hab mir da mal vor langer Zeit was von Gedore zugelegt. Es ginge aber auch durch erhitzen und gegenklopfen auf ein Stück weiches Holz. Oder nach unten in den Backofen, dann fällt es bei einer gewissen Hitze von alleine raus.

Ich mach das aber immer mit leichtem Erhitzen und dem Innenauszieher. Musste bis jetzt auch noch nie ein Lager einkleben. Zu große Hitze schadet dem Gehäuse, da bin ich mir absolut sicher.

Du kannst die verbliebenen drei Lager bzw. das eine Lager und die beiden äußeren Lagerringe vor dem Strahlen im Gehäuse lassen. Vor dem Lackieren müssen sie aber raus.

Alle Gewindebohrungen müssen (!!!!!) vor dem Strahlen mit alten M 6er Schrauben verschlossen werden. Sonst hast du hinterher eine Heidenarbeit das Strahlgut da rauszukriegen.

Auch müssen die Hälften penibel von Schmutz und Ölablagerungen vor dem Strahlen gereingt werden. Entweder mit Bremsenreiniger, Waschbenzin o. ä.. Grobe Anhaftungen kann man auch abkratzen, leichte Kratzer sieht man hinterher nicht.

Du kannst mir die Hälften nach dem Strahlen schicken, ich bereite es dann soweit zum lackieren vor (alte Lager raus und neue rein) und schick sie Dir wieder.

Gruß Holger
 
Wenn du keinen 2 K-Lack nehmen willst, kann ich Dir Felgensilber von Presto empfehlen.

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Gruß Holger
 
Achso, hab ich vergessen:

Die Simmerringsitze nicht direkt anstrahlen, nur aus einer gewissen Entfernung, nicht das dort Material abgetragen wird. Auch die Lagersitze sollten nur leicht angestrahlt werden. Wenn man hier keine Erfahrung hat, sollte man Simmerring- u. Lagersitze abkleben.

Gruß Holger
 
Auch das kleine Lager musste ich noch nicht ausziehen.
Wie gesagt es könnte geklebt sein, ich habe dieses auch auch schon mal kleben müssen.
Dann wird der nächste Instandsetzer natürlich erst mal gucken, was los ist bzw. warum es so fest ist.

Voll aufgedrehte Platte und nicht allzu zimperliches Klopfen der Hälfte auf die Platte haben bei etlichen Motoren alle Lager auf den Herd befördert... Ohne allzu langes Verweilen in der Hitze.

Also, da Holger schon gerade gesendet hat, bzgl. Hitze:
Ich musste bei einigen Motoren das linke KW-Lager kleben, während die Lager der rechten Hälfte, welche ich beim Löten extremer Hitze bis 400 Grad ausgesetzt hatte problemlos einzuschrumpfen gingen.
Ich weiß nicht warum, aber an einem der schönsten Gehäuse ist ein 6203 einfach wieder rausgefallen.
Ich mache das auf der Platte immer ruck zuck, lasse die da nicht länger drauf als nötig.
Auch beim Strahlen habe ich an den Lagersitzen Vorsicht walten lassen.


Die großen Passhülsen gehen manchmal schwer raus. Einige Motoren musste ich vorne und hinten am Hülsensitz beflammen, weil sie sonst nicht auseinander zu prügeln waren.

Man schlägt mit dem Schonhammer auf die Wellen, auf die KW nat. nur, wenn sie Schrott ist.
Normalerweise reicht es, (alle...) 10 Schrauben zu entfernen und mit nem etwas dickeren Gummihammer auf die Vorgelegewelle zu Schlagen, dann geht er oft schon gerade auseinander.
Meist muss man aber die Abtriebswelle noch aus dem rechten Lager treiben, da der Schiebesitz recht eng ist.

Auch beim Einbau der Abtriebswelle darf man sich nicht foppen lassen, man muss sie vollst. in den Lagerring eintreiben, vorher scheint es manchmal, dass sie zu stramm eingemessen sei.
Dazu schlägt man sinvollerweise über einen Schraubendreher auf den linken Bund der eingebauten Welle.
Beim Zusammenbau lagert man ja erst die linke Hälfte unten und steckt Wellen und Schalträder auf und legt Passcheiben an den Getriebewellen auf. Und legt die eingeölte oder gefettete Mitteldichtung auf.
Dann setzt man die rechte Hälfte mit Startautomatik auf, so dass Wellen in ihre Lager finden und zuletzt die Schrauben in die Löcher der Dichtung.
Dann klopft man die Hälfte ganz gegen die Dichtfläche oder zieht sie mit den Schrauben ran.
Hierbei darauf achten, dass die Passhülsen nicht verkanten und auch die KW-Lager nicht verkanten, immer etwas drehen daran.
Auch sollte das Pleuel nicht zwischen den Dichtflächen klemmen, wenn man herzhaft die Schrauben festzieht...

Strahlgut für Motorteile, Gehäuse, Aluzylinder, sogar Kolben u. Vergaser 40-70ym Glasperlen. Lagersitze und Dichtflächen bleiben da im Maß, wenn man nicht allzu direkt draufbrät.

Also ich bleibe bei dem Aluspray, aber nur bei dem. Das ist nicht besser als 2K, aber ganz sicher fast genauso gut.
Einer, der ne Vespa Werkstatt führt und auch die Motoren macht hat das Zeug empfohlen, er nimmt schon seit Jahren nichts anderes mehr.<br /><br />-- 23.10.2016 12:21 --<br /><br />Nebenbei, ich hatte hier neulich einen 4 Gang, da hat das 6203 schon eindeutig im Sitz mitgedreht!

Die Welle kam mir gleich nach dem Öffnen entgegen.
(beim 501 ist sie normalerweise mit dem Lager fest im Gehäuse und man kriegt sie nur mit Gasflamme ausgebaut)
Und im Sitz waren eindeutig Laufspuren.
Man konnte den Außenring darin drehen. Gleitlager sozusagen...

Und es schien nicht so, als ob an dem Ding öfter was gemacht worden war. Alles war ordentlich, auch die anderen Lagersitze.
Keine Spuren von Kaltaustreiben o.A..
 
Hallo
Fragen über Fragen.

Muss ich das Gehäuse nach dem Lackieren mit Klarlack spritzen ? Bei Presto steht nur bedingt Benzinfest.
Was ist mit dem Aluspray ist das Benzinfest ? Muss das Gehäuse Grundiert werden ?
Ich habe keine Möglichkeit für Glasperlenstrahlen daher meine Frage ob Sandstrahlen mit feinem Sand auch geht.
Ja das Lager muss auch noch raus, ist mittlerweile total verdreckt.
Gruß Bernd<br /><br />-- 23.10.2016 15:45 --<br /><br />Hallo
Das Pleuel hat kein Spiel. Das Material ist Stahl.
Vor den Bo Lagern ist die Welle minimal eingelaufen, kommt von den Simmerringen.
Sollte man solch eine KW ersetzen ?

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Gruß Bernd
 
Das Aluspray hält bombig auf dem Aludruckguss - nur nicht dem vor 1970er. Und braucht keinen Klarlack.
Das Aluspray und das Felgensilber ist sicherlich ausreichend Benzinfest. Dauerbelastung mit Benzin, also schwimmende Pfützen a.d. Motor machen auch den ultra-robusten und renitenten - nein resistenten Originallack kaputt.

Ich meine, das Aluspray ist best, weil man auch mal mit ner Flamme draufhalten kann. Weiß nicht, ob das Felgensilber das mitmacht. Glaube eher nicht.

Mit dem Strahlgut - Sand wenn dann nur ultrafein, und halt nur von außen und nicht a.d. Dichtflächen. Und halt nur so feines, dass die Oberfläche nicht verändert, sonst wird's rauh. Ich weiß nicht wirklich, ob das überhaupt geht ohne zu rauhen.

Die Welle sieht noch top aus. Aber ich denke, Holger sollte sie mal betuddeln und was dazu sagen dann.
 
Genau diese Sorte Aluspray. Aber eine Dose reicht für bis zu 3 Motoren mit zwei Schichten, 15 Minuten Zwischenluft reichen, wenn dünn gesprüht. Nicht mehr als 3 dünne Schichten würde ich machen, zwei reichen eig. schon.

Namen ändern - glaube das geht nicht. Frag mal viell. da: viewforum.php?f=2
 
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