Ich muss kotzen....

Nachdem hintenrum die Baustelle beendet ist, musste ich mich auf noch um die Front kümmern. Die Radlager der Felge wurden ja sowieso neu gemacht. Die Gabel benötigte neue Simmeringe und wenn dann schon mal alles raus ist, kann man sich auch dem Lenkkopflager widmen. Nachdem ich das Fett weg hatte und alle Kugeln wieder sauber waren konnte ich feststellen, das die Lagersitze noch Top in Schuss waren. Hat sich gelohnt an dieser Stelle nicht mit Fett zu geizen. Also konnte ich das wieder verwenden und auch dieses Mal kam da wieder ordentlich Fett rein.
Die Gabelrohre waren schnell zerlegt, aber die Faltenbälge so hart, das ich die erst mal neu bestellt habe. Die Gabeltauchrohre waren im Laufe der Jahre an allen Befestigungspunkten verrostet. Vor allem die Seite mit der Bremse sah nicht mehr schön aus. Man hätte die Befestigungen jetzt noch Schwarz lackieren können, aber im Netz habe ich für 135 Euronen neue gefunden. Da soll es jetzt auch nicht mehr drauf ankommen. Also habe ich die bestellt, Baustopp und warten..
Was dann kam hat mich erst einmal positiv überrascht. Die Rohre sahen sehr wertig aus. Ob dem tatsächlich auch so ist, wird dann wohl der Zahn der Zeit zeigen. Die Simmeringe haben auch gut gepasst. Verstehen kann ich allerdings nicht, wieso Zündapp hier auf jegliche Sicherung verzichtet hat. Ein Sicherungsring hätte die Firma sicher nicht in den vorzeitigen Ruin gestürzt. Um sicher zu gehen schaue ich mir noch einmal die Ersatzteilliste der Zündapp an und erschrecke! Was ist das denn? Da sind Teile aufgeführt, die habe ich ja noch nie gesehen...

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Und tatsächlich finde ich diese Dinger im Müll in den alten Faltenbälgen. Da diese so hart waren, sind die einfach in der Mitte stecken geblieben und ich habe die nicht gesehen. Gut, das ich nicht täglich den Müll in der Werkstatt ausleere... :p
Der Sinn dieser Gummis mit den Ausbuchtungen erklärt sich mir allerdings nicht und außer das sie über die Gabelrohre unter die Faltenbälge gehören, die Platzierung auch nicht. Also telefoniere ich mit Leuten von den ich weiß, das Sie eine Zündapp haben. Komischerweise kennt keiner diese Gummis. Vermutlich sind die immer mit harten Faltenbälgen entsorgt worden und wer schaut schon in eine Ersatzteilliste wenn er die Gabel überholt...
Ich habe die dann mal direkt in die erste Falte der Bälge montiert, kann mir aber nicht vorstellen, das die dort bleiben.
Der Gabel Zusammenbau ist jetzt auch kein Spaß. Zwar kann man die neuen Faltenbälge gut zusammen schieben und schafft es so auch durch die untere Gabelbrücke, aber dann geht einem der "Packan" aus. Durch die Gummis der Lampenhalter und die untere Gabelbrücke zu kommen ist Quälerei, wenn man das Standrohr nicht mehr packen kann. Auch muss man das denn dann durch gewürgt hat, das Standrohr noch in die Passung der oberen Gabelbrücke drehen..
Als dieser Mist dann endlich zusammen war, hat es mir an diesem Tag auch gereicht. Immerhin ist nix kaputt gegangen.
 
Ich kenn die Dinger,gab davon noch dies und das in den Kisten.

lg
 
Nachdem die Gabel nun glücklich überholt ist, kann ich mich der Bremse widmen.. Der China Nachbau Bremssattel vorn funktioniert bei dem Moped seit Jahren gut, aber die Bremspumpe ist Überholungsbedürftig denn der Bremsbecher ist undicht. Naja, so etwas kann nach 50 Jahren schon mal passieren. Da ich diese Operation noch nie gemacht habe, erinnere ich mich daran im Forum der Hercules IG mal was darüber gelesen zu haben und schaue mal nach..
Bremspumpe zerlegt. Bremskolben ist noch super (hat ja auch super gebremst). Den Rest gesäubert und im Wasserbad erhitzt. Jetzt vorsichtig damit begonnen den Becher aus dem Träger zu hebeln, aber da passiert nix. Ich bekomme zwar mit einem kleinen Spachtel den Rand ein wenig angehoben, aber dann ist Schluss. Ich kann machen was ich will, das Ding bewegt sich nicht. Also versuche ich es mit etwas mehr Gewallt, aber das quittiert mein Bremsbecher nur mit einem verdächtigem Knacken, scheiße gerissen! OK, da ich jetzt sowieso einen neuen Becher brauche... dann halt noch mehr Gewalt. Liest sich jetzt aber einfacher als es war. Der Becher war in den 50 Jahren so hart geworden, das ich den in Einzelteilen aus dem Gehäuse bröseln musste. Immerhin war es also nicht mein Fehler, den hätte niemand lebend aus dem Gehäuse bekommen.
Also durchforste ich das Netz nach einem Ersatz Bremsbecher. Doof nur, das den gerade niemand anbietet. Fündig werde ich bei jemandem der BMW/ Magura Ersatzteile vertreibt. Während ich auf die Teile warte reinige ich schon mal das Gehäuse vom Knaster der letzten 50 Jahre und lackiere es neu.
Als die dann da waren konnte der Zusammenbau beginnen. Das Gehäuse wieder im Wasserbad erhitzt und dann getrocknet. Die Gehäuse Dichtung mit ATE Paste eingesetzt. Der Becher lässt sich von Hand aber nicht rein drücken (ja, auf die Nasen hab ich geachtet). Also schraube ich den Deckel drauf und mache das im Schraubstock bis das sitzt, sieht schon mal gut aus.
Am nächsten Tag baue ich die ganze Pumpe wieder zusammen und montiere die am Moped. Bremsflüssigkeit rein und die Pumpe nach oben entlüftet. Damit der Rest Luft nach oben steigen und entweichen kann, binde ich den Bremshebel gegen den Griff. Muss ja nicht schnell gehen, bin ja noch lange nicht fertig...
 
Der Helmut Heidmüller bietet die an. Steht bei uns einiges zu drin,bei meiner letzten Zündapp musste der auch neu.

Lg
 
Das weiß ich jetzt auch, wie immer ist man erst hinterher schlauer. Leider hat er ja keinen Shop, so das man nicht weiß, was er alles hat.
 
Er bietet viel über kleinanzeigen an,auch die Becher. Schönes we
 
Soo, nachdem das Fahrwerk wieder in Ordnung ist, ruft sich das Zündfunken Problem wieder in Erinnerung..
Das ist ja ein merkwürdiges Problem, denn elektrisch war die Zündung nie ab. Also erst einmal Kerze und Stecker prüfen, ist es aber nicht. Also noch einmal das Polrad ab, die Zündung ist ja auch 50 Jahre alt, da werden schon mal Kabel hart und brechen...
Nachdem das Polrad runter ist, baue ich den Stator aus um nach den Kabeln zu schauen und bekomme einen Herzinfarkt!
Ich blindes ****hloch habe wohl den Polradhalter verkehrt herum in die Löcher gesteckt und die Zünderreger Spule zerstört!

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Als Reserve habe ich nur noch eine 12 polige Zündung. Aber die Messwerte sind bei der auch nicht wie sie sein sollen. Jetzt ist guter Rat teuer.. Ich telefoniere mit dem uns allen bekannten Moped - Elektrik Papst und frage Ihn ob er Zeit und Lust hat sich der Sache an zu nehmen. Zu meinem Glück bejaht er das und ich kann die Trümmer verschicken.

Immerhin habe ich aus der Sache doch was gelernt: 2 neue Neoröhren in die Werkstatt gebaut und mir endlich ne Lesebrille besorgt. So was dummes soll mir nicht noch einmal passieren.
In der zwischen zeit kann ich mich ja noch um die Reste kümmern. Mein Plan war es immer schon den größten Teil der Elektrik auf LED um zu stellen. In der letzten IG Zeitschrift habe ich einen schönen Bericht über so einen Umbau gelesen und werde das jetzt mal an gehen.
Jetzt muss man sich aber vor Augen halten das ich ein so richtiger Elektrik DAU bin. Zwar kann ich Durchgang prüfen und Ohm messen, aber dann hört es auch schon wieder auf. Warum, was wieso; das sind Dinge die kapier ich bei Elektrik nicht.
Für mein vorhaben scheint mir das aber nicht so wichtig. Was ich weiß, ist das die LED Birnen Gleichstrom benötigen, damit das auch hält. Da die Ulobox ja einen Ausgang hat, muss ich nur Cockpitbeleuchtung, Rücklicht und Bremslicht darauf um klemmen, die Blinker haben ja so wieso Gleichstrom. Also piepe ich zwei Tage an meinem Kabelbaum rum, bis ich der Meinung bin das es jetzt so passen könnte.
Als meine reparierten Zündungen wieder da sind bin ich aber so etwas von überrascht! Die sehen aus wie neu. Alle Kabel neu gemacht. Alle Spulen neu mit Schutzlack versehen. Selbst die Grundplatte sieht wie neu aus. Aber das Beste sind ja manchmal die Kleinigkeiten.... weil ich Ihm erzählt habe das ich die Zündung mit einer Vespa Zündspule verwende, hat er den Steckern für die Spule direkt farblich passende Kabelschuhe verpasst. Einfach nur Spitzenklasse!

Die Zündung ist dann auch schnell wieder drin und ich kann mein gebastel mal aus probieren. Die Zündapp springt auch auf den ersten Kick an. Beleuchtung schön hell, genau wie ich das wollte. Aber was ist mit dem Drehzahlmesser los? Im Stand zeigt der normal an, aber über 5000 will er nicht mehr???? Wie kann das sein?
Ewald ist der Meinung, das ginge nur wenn irgendwo eine Sperrdiode verbaut ist. Habe ich aber nicht..
.. oder doch. Nach einem weiteren Tag Elektrik gemesse finde ich meine "Sperrdiode". Ich muss wohl vor Jahren mal der Zündapp einen Gleichrichter - Regler verpasst haben. Den habe ich so gut auf der Elektrik Seite hinter dem Seitendeckel versteckt, das man den auch bei geöffnetem Deckel nicht sehen kann. Hatte ich wohl vor langer Zeit mal gemacht um mein Fahrlicht zu schützen. Also raus mit dem Teil. Der ist jetzt im Scheinwerfer platziert und schützt nur noch das Fahrlicht. Der DZM funktioniert jetzt auch wieder, Prima das Ende der Katastrophe ist nah...
 
Karma is a bitch!
Nach dem die LED´s für das Bremslicht auch da sind, will ich die noch schnell montieren. Für so einen Kurzeinsatz mache ich den Brenner in der Garage nicht an... Fehler.
Leider zitterte meine Hand so sehr, das ich das Rücklicht Glas fallen lasse und es fällt runter und geht natürlich kaputt! Scheiße!
Da der Gebrauchtmarkt gerade kein originales im Angebot hat bestelle ich ein Nachbauglas. Als das kommt, bin ich aber damit nicht so zufrieden. Das Glas ist mir einfach zu hell/ durchsichtig. Also wird das alte Glas doch geklebt. Der Ausbruch ist an der Seite und ich will erst einmal schauen ob es nicht doch hält. Wenn nicht kann man immer noch den Nachbau montieren, oder es findet sich noch ein gutes originales auf einem Teilemarkt.

Gute Nachrichten gibt es aber auch:
Der LED Umbau funktioniert, wie er soll. Die Zündapp springt sofort an. Ich mache extra das Licht in der Garage aus um mich an der Helligkeit der Blinker und der Rücklichter zu erfreuen. Positiver Nebeneffekt: Das Fahrlicht ist jetzt auch schon viel heller. Sogar im Standgas und schon ab 2500 Umdrehungen richtig hell.
Außerdem probiere ich die Schaltung auf dem Hauptständer aus: es lassen sich alle Gänge rauf und runter schalten! Es scheint mir zwar ein wenig hakelig, aber es funktioniert. Das stimmt mich doch positiv, denn im trockenen zustand war ich mir da noch nicht so sicher.
Jetzt muss nur noch warmes Wetter kommen um das mal auf der Straße zu testen.
 
hallo kotte!

immer wieder schön, mitzulesen!
wie im realen leben:
zwei schritte vor, einen zurück.
nur in der ruhe liegt die kraft.........

weiterhin ein herzliches glück auf!
grüsse
markus
 
Gude,
ich hätte da mal ein Frage zur LED Technik. Da du ja die gesamte Beleuchtung auf LEDs geändert hast, stellt sich mir die Frage ob du das mit der originalen ULO Box realisiert hast, oder nun mit einem modernen elektronischen Gleichrichter/Blinkrelais und in Verbindung mit z. Bsp. einer Gel-Batterie mit deutlich größerer Kapazität.
Ich weiß nicht, ob die Standard 1,2 Ah Miniakkus der Ulobox das im Dauerbetrieb mitmachen. Wenn diese überhitzen und kaputt gehen, dann sterben ja schlagartig auch alle LEDs.
Ich finde die Idee mit den LEDs für alle Leuchten sehr gut. Nur bis jetzt hat mich diese technische Voraussetzung der ULO Box davon abgehalten das umzusetzen.
Ich habe eine Version mit 6 Volt und 4 Ah Gelbatterie mit elektronischem Regler und Blinkrelais getestet und eingebaut. Allerdings noch mit Glühbirnen. Diese funktioniert sehr hell und zuverlässig. Ideal wäre sicherlich eine 12 Volt Version.

Deshalb meine Frage an dich. Vielleicht kann auch Ewald hier mal eine gangbare Idee posten, ob und wie man das zuverlässig realisieren kann.
 

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Ich habe dazu eine ULO Box der neusten Generation verwendet. Es gibt ja nur noch diese eine und die hat einen Gleichstrom Ausgang. Da die LED´s erst nach dem Umklemmen bei mir waren musste ich das mit normalen Glühbirnen probieren, auch das hat erst einmal funktioniert. Ich als Elektro DAU werde dir diese spezielle Frage nicht beantworten können, da fragst du vielleicht besser Ewald.
Aber, jetzt benötigen die LED´s ja nur einen Bruchteil des Stroms, den eine Glühbirne benötigt. Deswegen mache ich mir keine Großen Sorgen um den ULO Akku. Die ersten Testrunden (ca. 300 km) haben die Birnen und der Akku jedenfalls auch gut überstanden. Außerdem war im letzten Heft der Hercules IG ein Bericht von jemandem drin, der eine Ultra umgebaut hat und das hat auch gut funktioniert.
 
Danke für die Info, Kotte.
Ich denke da aber eher an die "Glätte" der generierten Gleichspannung. Früher sind ja oft deshalb die ULO Boxen-Akkus abgeraucht, weil die bescheidene ULO-Box Elektronik nur die negative Halbwelle der Wechselspannung absorbiert hatte und die positive Halbwelle eben nicht ordentlich geglättet und schlecht Spannungsgeregelt an die Trockenakkus weitergegeben wurde.
Zusätzlich waren da noch natürlich die sinnlosen 6 Volt 21 Watt Blinkerbirnen, die man ja grundsätzlich in 10 Watt tauschen mußte.

LEDs sind halt deutlich empfindlicher gegenüber Wechselspannungen, als Glüh-Obst.

Deshalb bitte mal Ewalds Meinung dazu, ob das eine ULO Box im Dauerbetrieb zu leisten vermag. Das wäre wirklich wissenswert.
 
Ich hab seit Jahrzehnten Uloboxen in Betrieb,ist noch nie eine abgeraucht. Auch LED ist
bis auf Brems und Hauptlicht problemlos austauschbar. Verbraucher,die direkt Strom
von der Lima kriegen,muss man dann auf gesch. Batterieplus legen. Bei der TY50 mit
Vollled geht's problemlos.Bei KKR muss man halt das grosse Doppelhauptlicht mit
einbeziehen. Welche amSockel gut warm werden können,bei Motorrädern jüngst erlebt.

Lg franx
 
Die ersten Probefahrten habe ich auch schon hinter mich gebracht. Das beste vorweg: das 6-Gang lässt sich zuverlässig schalten. Die größte Angst ist schon mal weg. Musste man die Gänge vorher sehr "weich" einlegen ist es jetzt eher umgekehrt. Das Getriebe möchte eher "knackig" geschaltet werden. Der Schaltweg ist aber Zündapp typisch gleich geblieben, einfach nur den Fuß bewegen reicht nicht.
Da ich wegen dem längeren 6ten Gang der kleinen ein kleineres Ritzel montiert habe ist diese auch nicht schneller geworden. Aber am Berg hat es doch deutlich was gebracht. den kommt man jetzt je nach Steigung 5-10 km/h schneller hoch. Da das ja auch der ganze Sinn der Aktion gewesen ist, bin ich erst einmal zufrieden.

Eine Frage stellt sich dann aber doch noch. Im Netz kursieren Drehzahl Angaben von bis 10500 Umdrehungen. Bei dieser Zündapp ist auf der Geraden aber bei 8500 Schluss. Bergab dreht Sie vielleicht noch 500 mehr, das wars.

Ein Grund hier für könnte der Zündzeitpunkt sein. Den habe ich nur mal nach Gefühl eingestellt, da ich den korrekten ZZP nicht wursste. Was ist also der beste Zündzeitpunkt für den luftgekühlten KS 50 Motor?

Die zweite Möglichkeit wäre der Auspuff. Das ist ein früher Jamarcol, hinten zu, aber ohne Zulassungsprägung. Da stellt sich mir aber auch die Frage, welcher funktioniert besser?

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Hinten offen mit Flöte ohne Aufdruck. Die geschlossenen sind mit Vorsicht zu genießen,da läuft kaum ein Nachbau vernünftig.

Lg franx
 

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