Ich muss kotzen....

Fast ein Jahr später bin ich euch noch das Ergebnis schuldig....

Ich habe dann noch einmal bei den Bekannten gebettelt, aber nur Abweisungen erhalten. Einer hat mir aber Marco Wiebusch empfohlen. Den kannte ich zwar, habe Ihn aber bisher immer nur mit Beschichtungen verbunden. Also habe ich Ihn angerufen und Ihm die Story meiner Erfolglosigkeit mit dem Zündapp Motor und dem Jasil 6-Gang Getriebe erzählt. Schon am Telefon hat er mich gewarnt, das er niemanden kennt der das Getriebe zum laufen gebracht hat!
Also hab ich Ihm das Getriebe und den Block eingepackt und geschickt. Auftrag: Getriebe richtig aus distanzieren und den Block zusammen bauen. Kupplung und den anderen Kram hab ich nicht mit geschickt, was sich später als Fehler heraus stellen sollte...

Nach ein paar Tagen hatte ich Ihn am Telefon..
" Was das denn für ein Scheiß sei??? Dieses Jasil Getriebe könne so unmöglich funktionieren. Die Einstiche auf der Kickerwelle sind an der falschen Stelle, somit muss das Getriebe immer blockieren."
Also hat er stundenlang rum gemessen und und der Welle neue Einstiche verpasst, bis das Kicker Zahnrad nicht mehr das Getriebe blockiert hat. Einen Haufen Euronen und eine Woche später hatte ich den Block dann wieder auf der Werkbank.

Mittlerweile hatte ich auch die Gehäuse Deckel gestrahlt und neu lackiert. Somit schien dem finalen Zusammenbau des Motor ja nichts mehr im Weg zu stehen..

"Hascht gedenkt..."
Ich habe die überholte Schaltung montiert und die Kupplung verbaut. Aber der erste Trockentest offenbarte, das Getriebe blockiert wieder... Ich habe mehrfach kontrolliert, ob ich einen Fehler gemacht habe, konnte aber keinen finden. Also zum Telefon gegriffen und wieder mit Marco telefoniert. Danach den Block wieder eingepackt und verschickt.
Wieder ein paar Tage später habe ich Ihn am Telefon:
Langsam würde er glauben, ich wolle Ihn verarschen...
Alle Teile die Ich als NOS gekauft habe wären wohl nur billige Nachbauten und würden so ohne nach zu Arbeiten nicht sauber passen. Er würde die jetzt gerne gegen neuwertige originale Teile austauschen. Außerdem wäre sogar der Kupplungsdeckel nicht original, sondern wohl ein Nachbau denn erstens hat er keine Nummer und weiter würde er auch nicht passgenau sitzen. Also auch hier ein guter gebrauchter. Ich habe das alles abgesegnet, sitzt mir doch meine Frau im Nacken, die unbedingt Ihre geliebte Zündapp weiter fahren möchte.

Am nächsten Tag telefonieren wir wieder:
Ja, der Motor ist zusammen. Er bekommt im trockenen auch alle Gänge geschaltet, aber so hackelig das er mir nicht garantieren möchte das das im Betrieb wirklich reibungslos funktioniert. Wieder ein paar Tage später konnte ich den Zylinder montieren und hatte nun einen Einbau fertigen Motor. So konnte es nun weiter gehen...

Noch ein Wort zu den unglaublich vielen Euronen die dieser Motor jetzt gekostet hat und Marco Wiebusch:
Es gab im Vorfeld andere Zündapp Fahrer, die Ihn als "Apotheke" und schlimmeres bezeichnet haben. Das möchte ich so nicht stehen lassen. Für Ihn ist das Motor revidieren kein Hobby, sondern Lebensunterhalt. Wenn er mir 75 € die Stunde berechnet, finde ich das in dem Zusammenhang nicht viel, hat mir die Tage ein Ford Händler doch 180,- die Stunde berechnet. Viele mögen es vielleicht als pingelig bezeichnen, das er die ganzen Teile rausgeworfen und durch original Teile ersetzt hat, aber gibt ja auch eine Garantie ( auch wenn das in meinem speziellen Fall nicht vollständig zutrifft) auf seine Arbeit.
Alle Teile die er mir berechnet hat, haben nur einen Bruchteil dessen gekostet, was ich für den Nachbau Scheiß bezahlt habe.
Alle Arbeiten wurden vorher mit mir abgesprochen und von mir ausdrücklich beauftragt.
Zwar habe ich nicht neben Ihm gestanden und auch hat er seine Arbeit nicht dokumentiert (so wie Holger das macht), aber ich denke das ist vergleichbar. Jedenfalls habe ich diesen Eindruck durch die Gespräche und das Ergebnis gewonnen. Ich jedenfalls bin Marco für die Mühe die er sich mit meinem Motor gegen hat wirklich dankbar.

Von den anderen Katastrophen berichte ich euch später..
 
Ja Kotte, was (für mich) noch unbeantwortet ist - läuft die Möhre denn nun und lässt sie sich schalten? Im Kreidler Forum hast du doch von der gestrigen Zündapp-Fahrt geschrieben, ich hab den Zusammenhang mit der Motor-Misere wie hier geschildert aber noch nicht hergestellt.
75,- für eine Stunde eines professionellen Schraubers ist übrigens günstig, das sehe ich genau wie du. Und die Autowerkstätten übertreiben langsam aber sicher...
 
Das ! wenn ich Lese bekomme ich so seltsame Schmerzen an meinem Geldbeutel, aber so ist es alles ist eine Frage des richtigen Timings Ich hab einen sehr angenehm zu fahrenden T4 Bus der mir vollkommen ausreicht natürlich in die Jahre gekommen und dauernd bin ich am Überlegen wie ich noch ein gutes deutsches Produkt auf der Strasse halte da der Lotto Gewinn zu mir gesagt hat es wird noch 2 oder 3 Tage länger dauern aber dann wird der gute Bus in die Verjüngung geschickt und so Ähnlich geht es mir mit meiner Ultra sie braucht noch ein wenig gutem Zureden dann läuft sie wieder vom allerfeinsten
 
Nun habe ich also einen fertigen Motor und baue diesen in freudiger Erwartung ein. Da ich noch nicht wirklich weis, ob das Getriebe benutzbar schaltet, entscheide ich mich für die Standard Übersetzung vom 5 Gang Getriebe. Dann muss ich keine neue Kette aufziehen, wenn der alte 5Gang doch wieder zum Einsatz kommen muss.
Noch ein Wort, zu "Zündapp Konstruktions Schwachsinn"..
Einen 5-Gang Block mit Öl befüllen ist auch so eine Sache, die gibt es glaube ich nur bei Zündapp. Wenn man den Motor mit Öl befüllen möchte, dann muss man vorher die Ölablass Schraube fast ganz raus drehen. Macht man das nicht, befüllt man die Kupplungsseite nicht mit Öl, da die Ablassschraube den einzigen Durchgang verschliesst. Dann dauert es erst einmal hunderte von Kilometern, bis der erste tropfen Öl sich den Weg durch die Lager gefunden hat. Wer denkt sich so einen Müll aus!

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Öl ist drin. Der Motor ist flott eingebaut, Ritzel, Vergaser, Zündung und Kupplungszug auch. Zur Probe ziehe ich einmal die Kupplung und knack..... was ist das denn??? Durch Kupplungshebel am Motor ist gebrochen.

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Scheiße!! Den Hebel neu zu besorgen und zu ersetzen klingt jetzt erstmal einfach, aber es bedeutet das die Schaltung neu eingestellt werden muss!
Neuen Hebel bestellt, Öl wieder raus und den Kupplungsdeckel demontiert. Naja, jeder Nachteil hat auch einen Vorteil. Während ich auf das Ersatzteil gewartet habe, konnte ich den Deckel strahlen und lackieren. Der neue Hebel ist auch schnelle montiert, aber nun kommt der nächste "Zündapp Typische Blödsinn":

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Der Schaltarm zwischen Schaltwelle und Ziehkeil ist am Kupplungsdeckel auf gehängt. Zieht man den Deckel herunter, fällt dieser ab. Als ich mal vor Jahren die Kupplung erneuert habe, lag das Moped auf der Seite, aber das geht gerade mangels Platz nicht. Mit dem Finger komme ich auch nicht hinter den Deckel um den Schaltarm fest zu halten und Versuche mit Fett schlugen ebenfalls fehl. Jetzt ist guter Rat teuer. Letzten Endes hat mich eine Plastiktüte gerettet. Damit habe ich den Schaltarm unterfüttert und ein Zipfelchen raus ragen lassen. So konnte ich den Kupplungsdeckel in den Schaltarm einfädeln und dann durch den mini Spalt die Tüte vorsichtig raus zupfen. Ok, nächste Hürde genommen...
Öl wieder rein, Kupplungszug montiert und die Schaltung penibel eingestellt, bis ich jeden Gang mal drin hatte. Seehr hackelig... hoffentlich geht das beim fahren besser.

Den ersten Startversuch verweigert das Moped aber. Auf der Such nach dem Fehler stelle ich fest, das ich keinen Funken habe. Kerze, Stecker sind in Ordnung und die Zündung hatte ich erst gar nicht ab gemacht, sondern am Moped baumeln lassen. Was ist das denn jetzt schon wieder? Da es mittlerweile schon kalt in der Werkstatt ist, gebe ich frustriert erst einmal auf und strafe das Moped mit Verachtung.

to be continued..
 
Moin,

der Motor bestraft Dich mit negativem Karma, da du eine negative Einstellung zum Zündapp Motor hast. Das Öl-Einfüll-Problem ist gar keines, wenn man das richtig macht. Über die Ölstandsschraube rechts kann man locker mit einer Pumpölflasche zum Beispiel die Hälfte der gesamten Ölmenge reindrücken.
Der Rest dann links rein. Läßt man den Motor ein paar Minuten warmlaufen, dann ist bereits sehr schnell alles gleichmäßig verteilt.
Das geschieht oben über die beiden großen inneren Gehäuse Öffnungen, alleine durch die Verwirbelung der sich drehenden Zahnräder. und nicht unten über die Ablaßschraube. Logischerweise hat man bereits beim Einbau alles satt mit SAE 80 zusammengesetzt. Also Null Problem.

Das "böse" Wälzlager mit den losen Walzen baut man mit dem Innenring komplett vor der Endmontage zusammen. Und zwar mit reichlich Graffitfett. Ich nutze dazu einen dicken Draht, an dem ein Magnet befestigt ist als Einbauhilfe. So kann man einzeln jede Walze schnell in das klebrige Fett drücken. Der Motor liegt dabei in einem "Dibbe", falls doch mal eine Walze rausfällt.
Und erst nachdem alle Wellen richtig aus distanziert sind, werden diese wieder einzeln herausgenommen und komplett neben hin gelegt. Jetzt die tiefgekühlte Kurbelwelle in das heiß gemachte KW-Lager schieben. (Geht easy). Dann die fertigen Wellen endgültig einbauen.

Den Schaltschieber, der auf der Walze lose liegt kann man ganz einfach mit Klebeband fixieren. Dabei läßt man ein längeres Stück nach außen raushängen. Deckel einfädeln und dann das Band abreißen und rausziehen.

Schöne Grüße
 

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Puuuh, was für ein Drama. Trotzdem bewundere ich euer Talent einen Motor zu zerlegen und auch wieder zusammen zu bekommen.
 
@christoph, weisst du, ja, man kann..
möglich das diejenigen die nix anderes wie Zündapp Motoren machen, so einen Unsinn gewöhnt sind und das als völlig normal empfinden. Aber wenn man oft Minarelli, Sachs, Kreidler oder Japaner revidiert hat, dann schüttelt man nur den Kopf.

Ja, auch mit dem Karma gebe ich dir recht. Da gibt es sicher das eine oder andere, was meiner schlechten Ausstrahlung geschuldet ist. Oder dem schlechten Licht in der Werkstatt,
Oder meinen nach lassenden Augen..
oder..
oder..

Davon später mehr.
 
Wenn Du noch alte 1500 mm Leuchtstofflampen mit konventionellen Vorschaltgeräten in Deiner Werkstatt nützt, könnte ich Dir folgende LED Röhren mit 3700 Lumen und 4000K Farbtemperatur empfehlen.


Die leuchten spürbar heller wie klassische Leuchtstoffröhren, flimmern nicht mit 50Hz Netzfrequenz und verbrauchen außerdem ca. zwei Drittel weniger elektrische Energie!
 
Nicht ganz mein lieber Kotte,

ich mache ebenso Kreidler, (ungern) Simson und schon reichlich Minarelli AM6er.
Die Zündapp Motore sind für mich davon die genialsten. Warum? Sie sind auf ihre Art einfach aufgebaut,
aber hoch effizient und extrem robust. Ein AM 6 ist dagegen hoch kompliziert, aber nicht unbedingt besser. Ein Kupplungskorb, der schon bei einem zu bösem Blick brechen kann. Schaltklauen die gerne und oft verbiegen. Anfällige Getrenntschmierung usw.
Will man da viel Leistung rauskitzeln, dann muß man fast alles ändern und verstärken.
Und Kreidler ist immer undicht an der dämlichen Schaltwelle. Immer Ölpfütze unten drunter. Verschiedene Stehbolzen Abstände. Schaltklauen brechen und verbiegen. Vieles ist unterschiedlich. Mich nervt das.

Jo. Und der Zündapp Motor ist Baukasten durch und durch. Auf einem 278er 3-Gang Mofa Motor kann man einen 6,25 PS KKR Zylinder draufsetzen. Die Kurbelwelle ist vergleichbar und genauso robust wie die KKR Welle. Und auch gleiche KW-Lager. Nur etwas kürzere Welle. Die 4 -Gang Welle ist mit der 3-Gang Welle identisch. Die könnte man auch nehmen. Paßt genau so. Ob 3,4 oder 5-Gang. Alle Motoren sind ohne große Änderung locker für 8-9 PS gut. Ist alles das gleiche. Selbst die Kupplung kann man untereinander austauschen. Lediglich das Gleitlager der Schaltwelle müßte/könnte man gegen ein Wälzlager tauschen.
Für mich der mit Abstand robusteste 50 ccm Motor. Deshalb lohnt sich das immer.
 
Naja,
das obengeführte Pleul ab 1975 war nicht grad ne Meisterleistung.Auch das zum Kupplungswechsel
fast der ganze Motor auseinander muss, war auch nicht gerade servicefreundlich. Den Schaltautomat
auseinander und wieder zusammen,da sollte nichgt nur eine HB daneben liegen :)

Deshalb kenn ich einige,die das dann für mich machen können. Der KS80 Motor war dann ein echter
Durchbrauch,leider kam er zu spät.Von der Robustheit war der Kreidler RS Motor top. Wenn mann nicht
grad während einer Tour den Kupplungszug wechseln muss. Auch musste man immer gut aufpassen,
das nicht die Elektrik den Kupplungszug zu nahe kam. Hat alles 2 Seiten und Fehler,jeder Hersteller.

see you

franx
 
@christoph
Robustheit oder Stabilität stelle ich auch nicht in Frage! Wird unsere Zündapp auch schon 30 Jahre jeden Berg raufgeprügelt, den es in Europa gibt. Aber schrauben an dem Moped ist eine Zumutung! Ich finde an dem Ding Lösungen, da frage ich mich wer hat sich das ausgedacht? Wen wollte man damit ärgern? Sicher ungünstige Lösungen gibt es auch bei anderen Herstellern. Die immer siffenden Kreidler und Hercules sind ja schon genannt.
Deine Probleme mit dem AM6 kann ich zumindest für meinen Motor nicht nach vollziehen. Und meine RS hat mind. 12 PS! Die Ölpumpe allerdings ist auch als erstes raus geflogen, denn für diese Drehzahlen wurde die auch nicht gebaut.
 
Zurück zur Zündapp..
Da wir dieses Moped ja vor 30 Jahren mal gemacht haben und eigentlich nur meine Frau damit gefahren ist, habe ich im letzten Urlaub einiges an Wartungsstau festgestellt. Besonders das Fahrwerk war eigentlich fast überall hinüber.
Zeitlich sind diese Arbeiten aber vor dem Motor ein zu ordnen, so schiebe ich das mal dazwischen.
Zuerst habe ich hinten angefangen. Hinterrad aus gebaut und ne Bestandsaufnahme gewagt. Kettenkit fertig. Bremsen fertig. Radlager fertig. Schwingenlager fertig. Naja gut. Das meiste davon hat ja lange gehalten und ist leicht zu bekommen. Also mal ne Liste gemacht und den Kram bestellt. Radlager vorne, Reifen, Simmeringe und Bremsbeläge gleich mitbestellt.

Die Räder aber machen mit Kopfschmerzen. Der silberne Lack lässt sich großflächig abheben. Darunter sieht es gruselig aus.

50633748td.jpg


Also gut, Ich werde die Felgen Pulvern lassen. Diese Entscheidung klingt einfach, isses aber nicht..
Zuerst einmal haben die meisten Pulverer nur RAL Farben und da gibt es nix passendes für Moped Felgen. Das sieht alles scheiße aus. Die nächste Frage ist, wen lasse ich das machen? In meiner erreichbaren Umgebung gibt es 4 Firmen die Pulvern. Alle unterschiedlich in Qualität und Preisgestaltung. Für die Zündappfelgen hab ich mich für den Premium Pulverer (H2O-Design in Köln) entschieden. Der ist zwar mit Abstand der teuerste (hat sonst nur Harley Kunden), liefert aber auch mit deutlichem Abstand die beste Qualität. Das beginnt schon damit, das wann immer er bei seinen Arbeiten auf etwas stößt, was ein Problem sein könnte, ruft er an und spricht das ab. Das machen die anderen nicht. Dann klebt er jede Lagerfläche und jedes Gewinde ordentlich ab. Da muss man hinterher nicht stundenlang Gewinde schneiden oder Lagersitze frei schleifen. Dann bekommen bei ihm alle Teile eine -korrosionsschutz Grundierung. Das machen die anderen auch nicht. Da ich Kleinteile selber pulvere weiß ich auch warum. Wenn man mehrere Schichten pulvert, reicht schnell der Strom nicht mehr um die anderen Schichten sauber auftragen zu können.
Und zu guter Letzt benutzt er ein "Felgensilber" ( von FreiLacke) welches perfekt zu Mopedfelgen passt.
Aufgrund schlechter Erfahrung mit einem Satz KTM Felgen und dem dort verwendetem Magnesium Anteil (die Felgen sind hin) habe ich beim abliefern darauf bestanden nur zu strahlen, nicht chemisch zu entlacken. Damit kommt dann auch schon das erste Problem. Er meldet sich und sagt, das er die alte Farbe nicht runter gestrahlt bekommt es geht nur chemisch runter. Das aber könne er seit einem Jahr nicht mehr. Er hat mir die Adresse von einer Firma in Neuss gegeben, die so etwas machen und damit es flotter geht liefer ich die Felgen dort ab. Ein paar Tage später (und um 120€ ärmer) kann ich die ohne Lack abholen. Die Felgen sehen jetzt so gruselig aus, das wir verabreden die vor dem Pulvern auch noch Perl zu strahlen. Vom Ergebnis habe ich Bilder bekommen, das sieht schon mal wieder gut aus. Da es passieren kann, das vom entlacken die Chemie ins Alu zieht und dann beim einbrennen der Lack Blasen wirft. Also wird beschlossen die Felgen vorher zu tempern. Das heisst die Felgen kommen für 24 Stunden in den Backofen bei 200 C°. So sollte alles ausdünsten, da nach dem pulvern die Felgen auch nur mit 180 C° gebacken werden. Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden auch wenn das jetzt etwas "teure" Felgen waren. Alles in allem hat der Satz Felgen jetzt schon 350 gekostet.
In der zwischen Zeit habe ich aber auch nicht geschlafen und die Schwinge lackiert und neu gelagert. Hinterradbremse erneuert. Kettenblatt ist natürlich auch neu drauf gekommen. Neue Lager in die Felge und einen neuen Gummi auf gezogen. Weil der Bremsarm und die Stange schon völlig rostig geworden sind und mir das so nicht gefallen hat, hab ich die dann auch noch erneuert. Mit dem hinteren Teil vom Moped bin ich schon mal fertig.

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Aus jahrzehnte langer Erfahrung mit Pulverbeschichtungen verzichte ich gerne auf diese Technik. Wir erhielten um Mitte der 80er Jahren eine Lieferung mit schwarz pulverbeschichteten Kassentüren für Arcade Automaten, aus Italien. Nur wenige Jahre später rosteten diese Kassentüren von innen heraus und man konnte deren glänzende Beschichtung großflächig wie Folien vom rostigen Blech abziehen. Damals war ja noch das wahreSprichwort "Rost in Torin montiert" aus der Fiat Fraktion allgemein in Erinnerung. Später sah ich aber beispielsweise silber beschichtete Alu-Felgen, wo schlauchlose Reifen an schleichendem Luftverlust litten.

Eine kleine KFZ Werkstatt in meiner Nähe suchte nach dessen Grund und sah nach dem enfernen der Beschichtung im Felgenhorn, zahlreiche stark oxydierte feine Verästelungen, worüber die Luft entweichen konnte. Ich kenne noch viel mehr ähnliche Beispiele welche ich nich alle aufzählen kann, deshalb würde ich nur fachgerecht lackieren, aber keinesfall pulverbeschichten, wenn etwas viele Jahre halten sollte!
 
Was die Italiener angeht, pflichte ich dir bei. Aber da nützt lackieren auch nichts. Wenn man alle Teile erst leicht anrosten lässt und dann pulvert oder lackiert... ist das Ergebnis vor programmiert.
Um mal ein Gegenbeistiel zu bringen; ein Freund von mir hat mal eine Montessa neu aufgebaut und auch pulvern lassen. Das Moped ist dann 10 Jahre lang von Kindern und Jugendlich die darauf Moped fahren gelernt haben in den Dreck geworfen oder im Fluss versenkt worden. Die Pulverung hat sich an keiner Stelle gelöst oder abgehoben. Auch die üblichen Abnutzungen am Rahmendreieck bei den Fussrasten (Trialfahrer kennen die Stelle) hat dieses Moped nicht gezeigt. Wie bei allem kommt es wohl auf die Qualität der Arbeit an und billig ist halt nicht immer gut.
 
Die Felgen sehen wieder gut aus. Aber ich mache es auch wie Ewald. Auch wenn es langweilige und anstrengende Arbeit ist.
Alles per Hand vorsichtig abschleifen, sehr sorgfältig entfetten, grundieren und dann 2 K Lack mit anschießendem Klarlack drüber.
Der nächste und größte Haken ist der seinerzeit heiß eingesetzte Bremsstahlring in der Felge. Wenn hier durch Kapillareffekt irgend etwas zwischen Stahlring und Alu gerät, dann blüht der Stahlring durch Korrosion auf, verzieht sich und die Felge ist endgültig hinüber. Ich hoffe du hast Glück.
 

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