Sachs 501/3 Bkf 3 Gang kracht

Meffe

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Hercules MK 3 M, Rixe Libelle GTH
Hallo Leute,

zu meinem Problem. Ich fahre eine Hercules MK 3 M mit einem Sachs Motor 501/3 Bkf. Vor kurzem habe ich den Motor komplett überholt. Nach Original Reparaturanleitung von Sachs und auch mit der bei euch aus dem Forum, die sehr hilfreich war. Bis jetzt lief alles einwandfrei lies sich schön durchschalten etc. Nur der 3 Gang hüpfte ab und zu raus, was allerdings vorher viel schlimmer war. Seit heute ist es aber so, dass nur noch der erste und zweite Gang rein gehn, aber der dritte geht gar nicht mehr rein. Nachdem ich den Kupplungsdeckel abgeschraubt hatte, habe ich mal probiert so zu schalten, wie bei der Schalteinstellung. 1 - 2 Gang lassen sich sauber schalten. Aber wenn die Stellung des dritten Ganges einrastet, kracht es nur noch. Wisst ihr vielleicht an was das liegen könnte?? Hoffe das es nicht das Getriebe zerlegt hat.

Cu Meffe
 
Moin!

Die erste Frage wäre: Wie sahen Ziehkeil und Schaltrad aus. Sind die Ecken, wo der Keil im Schaltrad einklinkt schon gerundet gewesen? Ist der Ziehkeil selbst schon arg gerundet?

Du sagts vor kurzem -- also allzu schnell würde das nicht unbedingt abnutzen. Normalerweise. Aber du sprichst von Krachen, und wenn der Gang raushüpft, es dabei oder beim nochmaligen Schaltvorgang kracht, dann leidet das Getriebe a.d. betreffenden Stellen doch sicherlich.

Wenn ich mich recht erinnere, ist das 3. Schaltrad doch seitengleich, oder? Dann wird es auch nicht falsch aufgelegt sein. Es muss demnach eine Einstellungssache sein.

Bei der Montage des Getriebes sollte man natürlich Schaltrad für Schaltrad auflegen und dabei auch die Position des Ziehkeils in der Aussparung kontrollieren.

Ich vermute mal, dass du einen neuen Keil eingebaut hast, und ich denke doch auch, dass du dir dein Getriebe mal gründlich angesehen hast...

Ich denke mal, dass das Getriebe schon richtig montiert ist, da es ja zunächst funktionierte, und selbst wenn die Hauptwelle etwas Spiel hat funktioniert es immer noch.

Wenn sich nur die ersten Gänge sauber oder überhaupt schalten lassen, dann ist entweder die Einstellung der Schaltung per Nutmutter oder Schaltautomatwinkel falsch, oder aber der Schaltautomat oder die Schaltnabe sind zu stramm eingemessen, nicht mehr frei beweglich.

Das kann durch falsche Wahl der Passcheiben kommen, oder manchmal auch dadurch, dass eine feine Passcheibe in die Nut vom Sprengring rutscht, lieber die dickeren Scheiben direkt zum Sprengring tun und die feinen dann dahinter.

Du sagst, es geht auch bei abgeschraubtem Deckel nicht, dann werden es wohl nicht die Passcheiben zwischen Sprengring und Kupplungsdeckel sein.

In meiner Anleitung hier habe ich die Scheiben hinter dem Schaltautomaten ausser acht gelassen, weil ich da gar keine hatte, ich habe dann ganz mit den Scheiben zum Deckel hin ausgeglichen, was geht, aber nicht ganz richtig ist.

Hinter dem Schaltautomaten zur Gehäusewand sollten Passcheiben im Durchmesser der Starterschse sein. Ausserdem wird die Schaltnabe auf dem Schaltautomaten separat durch Scheiben ausgeglichen.
Wie gesagt, das alles soll möglichst spielfrei sein, aber ohne zu strammen.

Was die Einstellug der Schaltung angeht: Ist ein Gang eingerastet, darf von Hebel und Schaltschuh her kein Druck mehr auf die Nutmutter ausgeübt werden, das könnte die Schaltung beeinträchtigen und den Schaltschuh verschleißen.

Ich habe den Winkel des Schaltautomaten so ausgerichtet, dass ich in den ersten und vierten Gang mit ganz leichtem Überschalten hineinkomme. Also wenn man den Fußhebel an den Anschlag drückt, wird noch ein wenig Druck auf die Schaltstange geübt, aber nicht, dass man soz. vorzeitig die Schaltsstange an ihren Anschlag drückt. Das sollte sich im 1. und im 4. ungefähr gleich anfühlen, dann ist die Schaltung gut ausgemittelt.

Und deshalb soll auch der Schaltautomat zum inneren Gehäuse spielfrei eingepasst sein, damit man das hinbekommt. Ich hatte damals nur die Scheiben zum Deckel, da habe ich x Mal den Deckel abgeschraubt, um die Schaltung korrekt auszumitteln... Naja, es geht alles irgendwie... heute habe ich das aber auch korrigiert.

Zerlegen tut sich ein Getriebe nicht, und meins hat immer noch funktioniert, obwohl der Ziehkeil nur noch wie ein Nagel war. Leider bin ich zu oft ohne Kupplung gefahren, weil der Zug manchmal abreißt...
meist geht es gut, aber es hat schon des öfteren herzzerreißend gekracht...

Und du musst das auf jeden Fall beheben, sonst leidet die Mechanik immer mehr.
MfG
 
Moin Mopedikürer,

danke für deine schnelle Antwort. Also den Ziehkeil habe ich ersetzt, der alte war zwar noch nicht ganz so zerschlissen, aber dachte mir, man weiß ja nie.

Die Schaltwelle mit dem Ziehkeil hat ein wenig mehr Spiel als vorher, aber ich glaube nach dem ich deinen Bericht gelesen habe, dass es höchstwahrscheinlich an der Nutmutter oder dem Schaltautomaten liegen muss. Hinter dem Schaltautomaten waren 2 Scheiben eingebaut. Das ist die Nr. 21 nach der Ersatzteilliste Nr. 3028.6/5 Zum Deckel hin nach dem Segering, würde auch noch eine Scheibe kommen, die habe ich aber weg gelassen. Gut möglich das, dass einen Einfluss auf die Schaltung im allgemeinen hat. Was die dünnen ausgleichsscheiben betrifft, so habe ich kurz vor dem Segering eine Dünne Scheibe.

Die werde ich tauschen, so dass die 1 mm Passscheibe oben vor dem Segering liegt.

Also Krachen tut es beim Gang einlegen. Aber dann ist der Gang nicht drin, obwohl die Stellung der Nutmutter weiter nach Innen geht. Ich kann vom 2ten hoch in den Leerlauf schalten, aber darüber hinaus kracht es wenn ich den dritten eingelegt habe. Beim ersten und zweiten Gang blockiert das Hinterrad beim einlegen, beim dritten Gang allerdings Kracht es. Ich muss dazu erwähnen ich habe die Kupplung samt Vorgelegerad nicht entfernt. Weil ich wissen wollte ob die Gänge auch eingelegt sind.

Das dritte Schaltrad ist seitengleich, danach kommen die Passscheiben und zum Schluss der Dicke Ausgleichsring, der das vierte Schaltrad ersetzt.

Getriebe und Wellen hatten keine Schäden. Die Schalträder drehen sich doch normalerweise beim fahren mit?? Oder haben die immer die selbe feste Stellung?? Ich habe beim zusammenbau schon darauf geachtet das sie gleich übereinander liegen, genauso wie bei den Kupplungslamellen.

Eine Vermutung hätte ich noch, dass sich vllt die Feder ausgehängt hat, die Dünne mit der gekröpften Seite.

Jedenfalls hilft mir deine Antwort schon mal enorm weiter. Ich werde mit die Schaltung nochmal zur Brust nehmen, da du mir auch ein wenig Hoffnung gemacht hast, das dass Getriebe ohne Schaden davon gekommen ist.

Ich werde dann berichten, ob ich erfolgreich war oder nicht.

Mfg
 
Ach so, du schiebst dein Moped und schaltest dabei. Habe ich das richtig verstanden?

Sobald sich die Vorgelegewelle dreht, drehen sich alle Schalträder mit ihr mit, legt man den Ziehkeil in ein Schaltrad, nimt dies dann die Abtriebswelle mit.

Wie gesagt, Schaltautomat und seine Schaltnabe müssen mögl. Spielfrei, aber frei beweglich sein, so dass der Hebel (der sich drehende im Automaten, nicht der Ausleger mit dem Schaltschuh) immer wieder in seine Ausgangsposition zurückkehrt.

Ich vermute einfach mal, deine Schaltung war nicht richtig ausgemittelt, also beim Runterschalten musst du nur antippen, aber beim Raufschalten voll durchziehen, und im 3. Gang reicht es nicht mehr.

Es hat ne Zeit lang gerade noch gereicht, aber jetzt haben sich die Kanten gerundet und der Gang rutscht sofort wieder raus. Nicht schön, aber sollte wieder hinzukriegen sein.

Denk dran, was ich oben über das Ausmitteln geschrieben habe. Es muss nach oben hin und nach unten hin passen.

MfG
 
Ne, ich baue den Tank und die Sitzbank ab und lege es auf die Seite. Damit muss ich das Öl nicht ablassen und schraub im liegenden Zustand dann an der Schaltung.

Ich hatte die Nutmutter falsch rum eingebaut. Die Dickere Seite war oben, aber die gehört ja nach unten. Hab wohl nicht aufgepasst. Ich musste die Nutmutter aber etwas weiter rein drehn als bündig. So dass es möglich ist in den dritten zu schalten. Nach dem Leerlauf klackert es kurz und dann geh der dritte Gang rein. Ganz zufrieden bin ich allerdings noch nicht damit. Es ist so wie du geschrieben hast, Runterschalten geht eigentlich leicht aber fürs Hochschalten braucht man etwas Kraft.
Das komische is, hab ich das Vorgelegerad abgebaut, läuft alles ohne klackern oder krachen. Mal sehn ich probier mal weiter.
Mfg
 
Ja, richtig, auf die Seite legen. Ich dachte schon, du hast das Öl raus, ok, jeder wie er will...

Hauptsache es funktioniert am Ende.

Wichtig ist das Gefühl beim Schalten, erst merkt man den Widerstand, weil der Ziehkeil gegen das Schaltrad stößt, dann wenn die Aussparung kommt, sollte es aber sofort einrasten, mit nur ganz geringem, gerade noch fühlbarem Überschalten, ohne dass die Raste überwunden wird natürlich.

Was du beschreibst klingt nach Unterschalten, also er schiebt die Schaltstange mit dem Keil gerade an den Rand der Raste, so dass sie selber reinrutschen muss, was natürlich nur in einem unbelasteten Moment funktioniert. Vor allem, weil du bestätigst, dass es runter leicht und rauf schwerer geht.

Vom ersten Gang noch weiter runterschalten, dann sollst du nicht merken, dass die Schaltung schon mit dem Rücken zur Wand steht. Wenn das der Fall ist, und du im 3. nicht ganz ankommst: Nutmutter noch ein Stück rein oder Schaltautomaten verstellen. Beide Imbusschrauben lösen, so dass er aber nicht wackelt, dann kann man ihn mit einem Schraubendreher in der kleinen Raste a.d. Grundplatte zurechtdrehen, so dass wieder Druck ausgeübt wird, wenn man weiter Schaltet. Dann festdrehen und testen.

MfG
 
So, da bin ich wieder.

Folgendes war passiert. Nach dem ich gestern den Motor komplett zerlegt hatte, fielen mir ein paar Dinge auf. Ich hatte vergessen die Ausgleichsscheiben nach dem Distanzring einzubauen, der typischer Weise bei 501/3 Bkf verbaut ist. Durch diesen Fehler konnte sich die Ringfeder (siehe Hauptwelle ), die die beiden Näpfe samt Ringfeder zusammenhält, öffnen. Dadurch war eine Feder fast herausgeruscht. Die Ausgleischscheiben also die 20,2 x 32 verhindern das öffnen der Ringfeder. Deshalb bekam ich auch den dritten Gang nicht mehr rein und es hat gekracht. Dann hab ich festgestellt, dass der Druckkeil schräg im Kupplungskorb hing.

Naja dass waren die Ursachen. Ich hab dann beim Zusammenbau alles nochmal vermessen. Es lief nachher alles viel sauberer als vorher. Vor der Instandsetzung war es noch schlechter, aber jetzt läuft alles wieder so wie es sein soll. Daher lief auch der Motor etwas recht laut. Das Getriebe hab ich eingestellt und ausgemittelt wie vorher erklärt. Die Nutmutter hab ich auf 25,2 mm eingestellt wie es im Handbuch steht. Dazu misst man von der Dichtfläche auf die Achse des Schaltschuhs während der dritte Gang eingerastet ist.
Bin vorhin mal Probe gefahren. Ich kann sagen gar kein Vergleich mehr zu vorher, bevor das mit dem Gang eingetreten ist. Gut das es nach 300 km schon passiert ist, später wär wahrscheinlich noch irgendwas kaputt gegangen.
Danke für eure Tipps und Hinweise, gerade was das einstellen des Getriebes betrifft.
Mfg Meffe
 
Hallo Meffe,

sehr gut gearbeitet - Hut ab.

Gruß Holger
 
Danke Holger,
aber ohne Mopedikürers Antworten, wär ich jetzt wahrscheinlich nicht so weit.
Das Forum hier hab ich aus Zufall gefunden und bin irgendwie froh das man sich hier recht gut austauschen kann.
Gruß Meffe
 
Mopedikürer hätte aber nicht gedacht, dass es so arg gewesen ist....

aber sicherlich hast du das gemerkt, als du versucht hast das einzustellen, dass da was nicht stimmen kann.

Stehen die 25,3 mm nicht im Handbuch für den 50s? Mag sein, dass das beim 501 auch hinkommt, aber hauptsache, die Schaltung ist ausgemittelt, und die Gänge rasten in einem Bereich ein, wo kein Druck mehr a.d. Schaltschuh geübt wird, und wenn es aussgemittelt ist, dann passt das auch schon. Und schaltet richtig.

MfG
 
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