Warum bei "normalen" ungetunten alten Mopedmotoren ein Risiko eingehen? Flammpunkt hin oder her....?
Schau mal, was komprimiert im Netz dazu zu finden ist.
Wenn du vollsynthetisches Rennöl in einem alten, serienmäßigen Zweitakt-Moped fährst, passiert dem Kolben im besten Fall gar nichts – im schlimmsten Fall riskierst du jedoch
starke Verkokungen, klemmeranfällige Kolbenringe oder sogar Motorschäden. Rennöle sind kompromisslos für extreme Belastungen entwickelt und eignen sich paradoxerweise gerade deshalb
nicht für den gemütlichen Alltagsbetrieb alter Motoren. [
1,
2,
3,
4]
Hier ist im Detail aufgeschlüsselt, was im Motor und am Kolben passiert:
1. Extrem hohe Verbrennungstemperatur wird nicht erreicht
- Das Problem: Vollsynthetische Rennöle (wie z. B. das bekannte Motul 800) haben einen sehr hohen Flammpunkt (oft weit über 200 °C). Sie sind dafür ausgelegt, bei Dauervollgas und Drehzahlen von über 10.000 U/min stabil zu schmieren, ohne zu verbrennen. [1, 2, 3]
- Die Folge am Kolben: Ein altes Moped (z. B. Simson, Hercules oder Puch) erreicht diese extremen Verbrennungstemperaturen im Alltag niemals. Das Öl verbrennt dadurch unvollständig. Es bildet sich eine klebrige, teerartige Masse, die sich als Ölkohle auf dem Kolbenboden absetzt. [1, 2, 3]
2. Kolbenringe verkoken und backen fest
- Das Problem: Die unverbrannten Ölreste wandern in die Ringnuten des Kolbens. [1]
- Die Folge am Kolben: Die Ölkohle lagert sich hinter und unter den Kolbenringen ab und brennt dort fest (Verkokung). Die Kolbenringe verlieren ihre Flexibilität, können sich nicht mehr radial an die Zylinderwand anpressen und dichten nicht mehr ab. [1, 2]
- Das Resultat: Kompressionsverlust, schlechtes Anspringverhalten und die Gefahr, dass heiße Verbrennungsgase am Kolben vorbeistreichen („Blow-by“), was den Kolben massiv überhitzt und zum Kolbenklemmer führen kann. [1]
3. Gefahr durch gelöste Altablagerungen
- Das Problem: Vollsynthetische Öle besitzen stark reinigende Additive (Detergentien).
- Die Folge am Kolben: Wenn der Motor vorher jahrelang mit einfachem mineralischen Öl gefahren wurde, befinden sich bereits alte Ölkohleschichten im Brennraum. Das synthetische Rennöl löst diese harten Krusten im Betrieb ab.
- Das Resultat: Lose, harte Ölkohlepartikel können sich zwischen Kolbenhemd und Zylinderwand verklemmen und tiefe Riegen oder Fresser verursachen. [1]
4. Dichtungsprobleme im Kurbelgehäuse
- Das Problem: Alte Wellendichtringe (Simmerringe) aus Werkstoffen wie Nitrilkautschuk (NBR), die in Oldtimern verbaut sind, vertragen sich oft nicht mit den aggressiven synthetischen Grundölen und Additiven.
- Die Folge für den Kolben: Die Dichtungen verhärten oder quellen auf und werden undicht. Der Motor zieht Falschluft. Dadurch magert das Benzin-Luft-Gemisch extrem ab, die Verbrennung wird viel zu heiß, und der Kolben schmilzt im schlimmsten Fall (Loch im