Stellung Zündschloß

boppi2309

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Kann mir einer sagen wie das mit den 2 Stellungen an der Yamaha Bop ist.
Bau gerade eine auf, aber da sind alle Kabel abgezogen.
 
Yamaha Bop waren noch seltener wie Chappy und man findet auch kaum einen brauchbaren Schaltplan im Netz. Allgemein waren die damaligen 6 Volt Ausführungen mit kleinen Bleiakkus absolute technische Fehlkonstruktionen, welche ich bisher immer für 12 Volt Betriebsart mit unveränderten Original Generatorteil umrüstete. Chappy LB50 ist sehr ähnlich, ich habe mal eine alte Österreich Ausführung ohne Blinker, für 12 Volt Bordnetz mit kleinen LiFePO4 Akku umgebaut.

chappy-lb50_12v.png


Zu beachten ist bei so gut wie allen kleinen Japanern, immer die Ladestrom Umschaltung am Zündschloss zwischen Batterie Schnell-Zerstörung und langsameren Batterietod. Deshaslb hat die simple Gleichrichterdiode dort nichts zu suchen und sollte allgemein gegen einen zeitgemäßen 14 Volt AC/DC Spannungs/Laderegler ersetzt werden. Dann wird auch die Verkabelung am Zündschloss einfacher, weil nicht mehr alle Kontakte davon benötigt werden.

Im Prinzip reichen für jedes alte japanische Moped (falls keine Standlichtfunktion benötigt wird) zwei Kontaktpaare: Eines zum kurzschließen der Zündung und das zweite zum Einschalten der Batterieversorgung für Bremslicht, Blinker, Hupe und Leergangschalter. Das Wechselstrom-Fahrlicht geht ohnehin automatisch aus wenn der Motor abgestellt wird und macht die ganze Installation zu Zündschloß einfacher und auch zuverlässiger. Ein richtig schlimmer Schildbürgerstreich war beispielsweise SUZUKI RV 90 mit 4 Stellungen am filigranen Zündschloß, da kommt richtig Freude auf wenn man so ein Ersatzteil irgendwo finden muss.

RV90_12V.png


Imzuge der 12 Volt Umrüstung habe ich dort schon nicht mehr benötigte Kontakte wegrationalisiert, weil aber "Motorradzulassung" ist in Österreich das Standlicht amtlich vorgeschrieben und konnte nicht ersatzlos wegrationalisiert werden.
 
Hallo Ewald.
Danke für die Antwort.
Da ich nicht weiss ob ich die Bop behalte möchte ich erstmal nichtn zuviel insetieren.
Werde mal schaun wo welches Kabel hinkommt,
Hast du durch Zufall einen Levelschalter für den ÖLtank?
Gruß Jochen
 
Für diese Fahrzeuge habe ich überhaupt keine Ersatzteile liegen, allerdings wenn elektrotechnisch wie häufig gar nichts mehr funktioniert und Glühlampen massenhaft durchbrennen, dann pilgern viele zu mir. ;)
 
Hi habe bei meiner Chappy ne Vape eingebaut. War ein echter Gewinn , auch wegen der Blinker die mann endlich sieht.
Klar kostet Geld aber nix mehr Kontakten einstellen usw?
Pläne hatte ich hier mal einestellt. Der von Ewald ist aber besser gezeichnet.
Hier gibts es weiter Infos

Ersatzteile
 
Der eher schwache Magnetzündergenerator von der Chappy LB 50 ist gar nicht so schlecht wie manche denken! Das Hauptproblem liegt bei alten Japanern an der Tatsache, dass sie allgemein einen kleinen Bleiakku als Spannungsregler verknechteten und das konnte bekanntlich nie lange gut gehen!

limapower_chappy-lb50.png


Der Joker in diesem Zusammenhang ist die kompakte 12,8V 6Ah LiFePO4 Batterie, welche gut in den kleinen Batteriehalter passt. Dank ihrer Schnellladefähigkeit kann sie bei höheren Motordrehzahlen auch mehr als ausreichend elektrische Energie, für ordentlich Blinker speichern. Wo man im Zusammenhang mit kleineren Bleiakkus zwingend auf energiesparende LED ausweichen muß (welche aber viele Zeitgenossen wegen dem "bösen" deutschen TÜV fürchten), klappt das mit LFP Akkus auch recht gut mit herkömmlichen Glühlampen. Einen LFP Akku sollte man sich als "Nicht-Elektrotechniker" wie einen Schwamm vorstellen, welcher jeden möglichen Ladestrom aus dem Generator aufsaugt. (y) Bleiakkus verringern ab einem bestimmten Ladezustand den möglichen Ladestrom kontinuierlich, welcher dann zum Ende nur noch eher homeopatischen Größenordnungen entspricht.

fiamm-12fghl34.png


In diesem Zusammenhang müsste man die gemessenen 12V 8,4Ah AGM Batterie noch auf einen zarte 12V 0,8 Ah Bleiakku umrechnen, welcher früher nicht selten für Mopeds verkauft wurde. Deshalb konnte das auch nur bestenfalls mit energiesparenden LED so einigermaßen funktionieren. Ein kleiner 12,8V 2Ah LiFePO4 Akku ist dagegen ein Leistungssportler mit hoher Ausdauer und fühlt sich mit einem Ampere Ladestrom auch richtig wohl.

12v2ah_laden.png


Dort fließt beinahe bis zum Ladeschluß der höchstmögliche Ladestrom, wodurch auch schwache Generatoren optimal ausgenützt werden. Dann noch einen geeigneten AC/DC Spannungs/Laderegler dazu und man braucht nur in den seltensten Fällen einen stärkeren Magnetzündergenerator an kleinen Schönwetterfahrzeugen installieren.

12v-altmoped_schema.png


PS: Aufgrund meiner früheren schlechten Erfahrungen mit VAPE Kernschrott von älteren Polrädern, empfehle ich solche Alternativen nur, wenn es keine andere einfache technische Lösung dafür gibt.
 
Hallo Ewald.
Also um noch mal auf das Thema zurück zu kommen.
Was und wie müsste ich den machen um eine 12 Volt Batterie zu betreiben?
deine Ausführungen sind ja Klasse, aber leider zu hoch für mich:eek:
 
Hallo Jochen,
es ist verständlich dass für manche Leute zwei Kabel schon um eines zu viel ist, weil man diese theoretisch und auch praktisch vertauschen könnte?;)

Wenn dann auch noch 9 Kabbel zum Zündschloss führen wird das schon für zahlreiche Leute zu viel des Guten, weil sie vor allem deren Funktionen nicht kennen. Deshalb habe ich mal das Zündschloss von Deinem Moped aus dem Schaltplan herausgelöst und werde es datailliert erklären.

zuendschloss-bop.png


Die ersten beiden Kontaktpaare (Zündung abstellen und Gleichstrom zur Baterie für Bremslicht und Blinker) sind selbstverständlich die wichtigsten. Den Rest bräuchte man eigentlich gar nicht, weil man laut STVO auch bei Tag mit Licht fahren muss! Eine große Fehlkonstruktion an diesem und auch vielen anderen japanischen Mopeds ist die Versorgung vom Rücklicht mit Gleichstrom vom Energiespeicher, welche wertvollen Ladestrom für den Akku unwiederruflich frisst. Deshalb haben wir Im Fahrlichtbetrieb ein großes Problem mit kleinen Bleiakkus, weil kaum ausreichend Ladestrom für die Blinkleuchten zu Verfügung steht. Deshalb sollte das Fahrlicht (Scheinwerfer, Tachobeleuchtung und Rücklicht) zwingend mir "Wechselstrom" vom Generator versorgt werden!

Kannst Du diesen Zeilen noch folgen, bevor ich mehr darüber schreibe?
 
Noch ist alles klar
 
Dann gehen wir ein kleies Stück weiter,

unsere Japanischen Freunde wollten damals kostengünstig produzieren und nutzten die kleinen nassen 6V 2 und 4Ah Akkus gleizeitig als improvisierte Spannungsregelung für den mit Wechselstrom versorgten Scheinwerfer. Weil das Problem mit nicht schnelladefähigen Bleiakkus schon seit hundert Jahren bekannt ist, "droschen" sie einfach brutal mit einer Gleichrichterdiode auf den zarten Energiespeicher und brachten ihn regelmäßig zum kochen. Folglich verheizten diese kleinen Nassakkus die überschüssige elektrische Energie in Abwärme und spuckten auch regelmäßig Wasser aus der Entlüftung. Der positive Effekt mit der Spannungsbegrenzung für das Fahrlicht, hatte sehr hohen Verschleiß dieser kleinen Nassakkus zu Folge. Macht man heute den gleichen Unsinn mit modernen verschlossenen ventilgeregelten AGM Bleiakkus, werden diese noch viel schneller zerstört und dann stirbt auch regelmäßig die Scheinwerferlampe an qualvollen Überspannungstod!
 
Kannst du mir den mal schreiben welche Teile ich genau benötigen würde.
Hast du auch irgendwelche Bezugsquellen
 
Das wichtigste Teil welches benötigt wird, ist ein gut funktionierender kombinierter AC/DC Spannungs/Laderegler welcher nach diesem Prinzip mit 2 Thyristoren als elektronische Schalter arbeitet.

ali-sh267-12.png


Vom Gernerator brauchst Du nur noch das Wicklungsende und der Mittelanschluß bleibt künftig unbenutzt. Anstelle vom kleinen 6V 2Ah Bleiakku, kannst Du von der Einbaubreite einen kompakten 12V 6Ah LiFePO4 Akku von Eremit montieren, welcher bei der ähnlichen Chappy 50 LB5 passt.

12v-6ah-lifepo4-mit-bms


Selbstverständlich brauchst Du auch 12 Volt Glühlampen und einen Blinkgeber, diese Komponenten sind nicht wirklich teuer.
 
Dann werde ich mal schauen wo ich diese Teile bekomme
 
Bitte den nötigen Regler nicht bei einem beliebigen Schrotthändler kaufen, welcher diesen beispielsweise als "Typ Kokusan" anbietet. Erfahrungsgemäß funktionieren sehr viele von diesen Billigangeboten schlecht oder gar nicht, die wenigsten können messtechnisch leider feststellen was in diesem Zusammenhang gut oder schlecht ist. Auch von meinen epfohlenen Reglern mit den markanten blauen Zentralsteckern gibt es mindestens 3 verschiedene Ausführungen mit unterschiedlichen Ausgangsspannungen. Aufgrund von Geoblocking bei AliExpress kann ich keinen direkten link für einen passenden Händler einfügen. Deshalb muss man darauf achten, dass in der Spezifikation "14,5 Volt" und nicht 12 Volt steht, siehe folgendes Bild der Produktbeschreibung.

china-nachbau
regler-angebot.png


Weil ich bei diesem Anbieter welcher sich "SDTW" schimpft schon über 20 Exemplare kaufte, hat dieser den ursprünglichen Stückpreis von ca. 4 Euro auf mittlerweile 8 Euro verdoppelt. Irgendwie ärgert mich, dass ich nicht 50 oder gar 100 davon zum günstigen Preis kaufte, weil ich sie ohnehin regelmäßig brauche. Am Anfang wusste ich allerdings nicht über dessen Serienstreuung und Qualität Bescheid, deshalb kaufte ich nur 3 Exemplare zum testen, und die 10 Euro Barriere für kostenlosen Versand zu knacken. Mittlerweile hat sich herumgesprochen, dass diese Regler gut funktionieren, was sich folglich auf den Preis auswirkte.
 
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