Auf diesem Bild sieht man die kleinen Überströmer sehr gut. Eben für die 5,3 PS-Variante. Später waren die deutlich größer...
Drittes KW-Lager 6201 auf den linken KW-Stumpf aufgezogen. Dieses muss unbedingt bis zum Absatz des Kurbelwellenstumpfes eingepresst werden.
Dann die Kupplung. Neue Reiblamellen, neue Druckfedern und zwei neue Stahllamellen mit Perforierungen der letzten Generation.
Schaltung: bei diesem Motor noch ohne die Exzenterbuchsen an den M 6er Befestigungschrauben, im Bild rot markiert.
Spätere Varianten hatten diese Anschlagbuchsen für die Schaltklinke. Überflüssig, wie ich finde. Das geht - vorausgesetzt man stellt alles richtig ein - auch ohne.
Kupplungsmontage: Wieder mit O-Ring zwischen dem Seegering und dem Querriegel, der kann sich damit nicht mehr ungewollt verschieben. Reine Vorsichtsmaßnahme. Außerdem sieht man auf diesem Bild sehr schön mein abgeschwenktes Druckwerkzeug für die Kupplungsmontage. Es hält sich auf einer Schraube und kann bequem - nach lösen der anderen Halteschraube - einfach abgeschwenkt werden. Muss somit nicht komplett abmontiert werden. Spart auf jeden Fall Zeit.
Danach werden wechselseitig die Reib- u. Stahllamellen aufgelegt. Als Hilfsmittel zum Drücken des Pakets nehme ich immer eine 8er Schloßschraube.
Danach einfach Druckplatte rüberschwenken und mit den Fingern einschrauben.
Und mit einem Inbußschlüssel das Paket drücken, dann kann der große Seegering eingespannt werden:
Danach wieder eine Schraube der Druckvorrichtung mit den Fingern ausdrehen, beiseite schwenken und Kupplungsrad drüber, das kann dann eingespurt werden:
Das geht ruck-zuck und ohne Werkzeug (außer einem Inbußschlüssel für die zentrale 8er Schraube).
Oberes Bild zeigt das fertig eingespurte Kupplungsrad.
Dann noch das Antriebszahnrad mit der Sicherungscheibe angezogen. Außerdem das Axialspiel des Kupplungsrades korrekt ausgeglichen und Seegering aufgezogen.
Vor der Kupplungsdeckelmontage Dichtmittel auf die schon etwas angefressene Dichtfläche, vor allem zwischen 3 und 9 Uhr:
Kupplungsdeckel innen vervollständigt.
Wellendichtring generatorseitig Kurbelwelle:
Keine Angst, sieht zwar unschön aus (Rostfraß auf 12 Uhr) - aber es ist noch ausreichend gute Fläche vorhanden.
Dann für den Kupplungsdeckel zwei neue Verschlußschraube M 14. Hier auf dem Bild von der Rückseite. Zwei O-Ringe 12x1,5 sorgen für die Abdichtung. Original sind da Dichtscheiben verbaut.
Man sieht auch sehr schön, dass die Schrauben innen ausgedreht sind, wie bei den originalen. Manche Nachfertigungen sind da einfach plan. Finde ich nicht schön.
Dann der frisch gehonte Zylinder plus neuer originaler KS-Kolben:
Nur die 5,3 PS-Variante hatte diese 6 durchgehenden Schrauben an den Kühlrippen, je drei links und rechts.
Mit neuer Fußdichtung montiert.
Dann der Vergaser: Original Bing 1/18/12. Diese Ausführungen hatten noch den guten 6247er Düsenstock mit 105er Hauptdüse. Später - bei z. B. den 1/19/31ern - hat Bing auf 2.62 A und 90 bzw. 95er HD gewechselt. Wie man auf dem Bild unschwer erkennen kann, hat der 6247er Düsenstock noch diese Querbohrungen nach dem Gewinde.
In der Praxis bedeutet das eine willigere/spontanere Gasannahme. Warum man das verworfen hat? Keine Ahnung. Für mich ein eindeutiger Rückschritt.
Fertig zum Test:
Wie schon erwähnt, waren diese Gehäuse noch sehr anfällig für Korrosion. Ein paar dieser Stellen sind erkennbar. Trotzdem ein wieder sehr schöner, kompakter, schlanker und vor allem sehr leichter Sachs 50 S mit 5,3 PS im orig. Zustand.
Dann der mit Spannung erwartete Einbau und Startversuch. Wird er anspringen? Wie ruhig wird er laufen? Gibt es irgendwelche Probleme? Läuft der Vergaser über....?
Nein! Dreimal kicken, das Ding läuft mit einer sagenhaften Laufruhe an und tuckert im Standgas vor sich hin.
Da macht es sogar bei sehr kalten Außentemperaturen Spaß damit zu fahren:
Perfekt. Knackige 5,3 PS, gutes Drehmoment, lässt sich sehr schön fahren. Alles passt. Bin mega happy.
Bei solchen Probefahrten teste ich immer:
- Anspringverhalten
- Schaltung
- Gasannahme
- Leistung
- Durchzug
- Kupplung
- Kein Spiel am Polrad nach Erreichen der Betriebstemperatur.
Bei allen Punkten kommt ein Haken dran.
Nach der Reparatur ist vor der Reparatur:
Dieser Kanditat kommt als nächstes dran:
Der vorher getestete 50 S mit Meteor Zylinder....
ist bereits eingelagert: