Fragen bzgl. Kettentrieb

Mopedikürer

Mopedikürer

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Hercules Mk2 1976
Moin nochmal!

Ich fahre meine Mk 2 wirklich viel, in Vergangenheit Werktags 30-40 km. Ich habe in 2 Jahren bestimmt 5 Ketten und Ritzelsätze verheizt - was eigentlich nicht ganz normal ist....

Ich hatte auch schon mal ein Thema offen, irgendwas mit "Kette immer wieder schlaff". Es kann sein, dass mein großer Verschleiß anfänglich daher rührte, dass ich die Kette manchmal zu stramm drauf hatte. Oder daher, dass ich nicht oft genug und nicht das rechte Kettenspray verwendet habe.

Man darf nur echtes Motoradkettenspray verwenden, bloß kein WD40 oder andere Fettzerstörer, angeblich auch niemals Reinigungsspray anwenden (genau deswegen).

Ok, meine Mk hat die Macke, dass man die Spannung mittels Kettenspannern zwar korrekt einstellt, aber durchs Festziehen des rechten antriebsseitigen Achsaufsatzes (Mutter SW 24) diesen etwas verdreht und die Kette dadurch nachstrafft - das ist dann u.U. zu stramm. Hat ne Weile geaduert, bis ich drauf gekommen bin, und jetzt trete ich mit dem Fuß kräftig i.d. Kette rein, während ich die große Mutter festziehe - dadurch strammt die Kette nicht weiter nach.

Auffällig fand ich, dass eine verstärkte Kette von Wippermann, die trotz Verstärkung dünner war als alle anderen Ketten, ähnlich einer Fahradkette - diese Kette war knapp unter 30 Euro , also ca. 10 Euro teurer als die anderen Mopedketten von mopedparts, und sie hat wohl fast ein Jahr gehalten. Länger als alle anderen Ketten.

Als ich beim Zweiradhöker war hat der i.d. Katalog geguckt und da kamen die Mopedketten um 50 bis 60 (!) Euro. Das wäre meine erste Frage: Kann es sein, dass all die billigen Ketten von 15 bis 20 Euro Müll sind und nur für Sonntagsfahrer geeignet ?

(Ich habe einmal alle Ritzel und die Kette erneuert, und nach zwei oder drei Monaten wars hinüber, heute wieder genauso....)

Dann habe ich noch einen alten Sachs 50s, einen Fünfgang. Der hat einen Abtriebswellenkonus, für den es Motorritzel für Kettentyp 415 und Kettentyp 420 gibt. Ist die Kette vom Typ 420 deutlich belastbarer und langlebiger als die 415er?

Dann stellt sich noch eine Frage: Der 50s ist ein anderer Motor (ich habe einen alten der 1960er, kleiner Polradkonus, 3-Lamellenkupplung, dabei eine modifizierte Zündung für die mk) für ein anderes Moped (LKR). Würde da die Kettenflucht mit einem gewöhnlichen hinteren Kettenrad stimmen, oder brauche ich das gekröpfte Kettenrad der alten Sprint?(http://www.mopedparts.de/de/hercules-sa ... /-empty-14)

Dieses Kettenrad ist natürlich in Typ 420.

Noch eine Frage wäre: Gibt es bei den Kettenrädern Qualitätsunterschiede, wenn ja, wo kriegt man die richtigen?

MfG und gF (gute Fahrt)
 
Ich fahr auch die Verstärkte Wippermann Kette. Bin zufrieden, auch was Verschleiß angeht. Ebenfals Typ 415. Kettensprayes sind Müll, Hab ich auch, das Zeug klebt wie sau, schmiert aber kaum. Ich mach das so wie die Kette auch gliefert wird: Mit Fett aus der Katusche.
Erst mach ich der einfachheithalber die Kette ab (kannst auch drann lassen), mach sie mit Bremsenreiniger richtig sauber damit auch der Dreck wie Steinchen, Staub etc. verschwindet, bau sie wieder drann und schmier die Kette dann mit Fett mithilfe eines Pinzels ordentlich ein.
Nur beste Erfahrungen gemacht. Den Tipp hat mir ein alteingesessner Mopedfahrender Bekannter gegeben.
Vorallem griegst das Fett so schnell net leer.
 
Hmmm... also der Motorad-Mann vom Laden meinte, wenn man Ketten mit Bremsenreiniger oder Reinigungsspray behandelt, dass das in die Kette eingearbeitete Fett zwischen Bolzen und Rolle zerstört. Und dieses Fett ist von außen schwerlich zu ersetzen... man kann nur von außen Fetten und Fett kriecht kaum irgendwo rein. Fett zersetzende Kriechöle und Reinigungssprays, auch Bremsenreiniger dringen dort aber ein und zerstören das Fett und waschen es aus.

Ich weiß nicht, ob er das nur auf die gedichteten O- oder X-Ring-Ketten bezog, hier hätte man ganz klar keine Möglichkeit mehr Fett ins innere der Rollen zu bekommen, auch nicht mit halbflüssigen Fett wie Fahrradkettenfett. Außerdem riskiert man das Zersetzen der Dichtringe.

Ungedichtete Ketten haben Motoradfahrer mit Diesel ausgewaschen und danach in heißem Öl gebadet - eben damit die Kette von innen geschmiert wird.

Was man machen Kann ist, Bremsenreiniger auf einen Lappen zu sprühen, dann die Kette vorsichtig abstreifen, ohne dass das Zeug eindringt. Dann wie du sagst die Kette mit pinsel o.Ä. nachfetten.

Ein Motoradfreak schreibt, er nimmt immer die asbach-alte Molykote-Paste (Schmierfett mit MoS2) und das reicht für 2000 km, davon 600 bei Regen, wie er schreibt. Ich habe auch noch ne alte Dose von dem Zeug.
Es ist aus den 80ern und recht selten, aber es gibt moderne Molykote-Produkte wie Molykote-Longterm im Handel.

Vielleicht ist das halbflüssige Fahradkettenfett auch nicht schlecht, um deine ausgewaschene Kette wieder nachzufetten... ich lasse es einmal im Jahr in meine Radlager reinlaufen, die kriegt man mit zähem Fett ja auch nicht gefettet.

MfG
 
Ja Diesel nehm ich immer wegen der bei mir groß genug vorhanden Mengen. Dacht das gibt sich mit Bremsenreiniger nix.
Aber gut. Ne, meine Ketten halten sehr lange bis jetzt.
 
@Intrac Meister: Aber lass michi raten: Du fährst keine 5x80 km i.d. Woche...?

Also ich habe nen neuen Satz mit billiger Kette jetzt nach zwei Monaten fast schon wieder verbraten, und ich hatte nichts falsch eingestellt.

Aber irgendwie dämmert mir gerade was: Mein Mop hatte anfangs eine von links angeknickte Gabel, auch die linke Fussraste ist etwas verbogen. Die Gabel ist nun erneuert. Aber: wenn ich freihändig Fahre, giert das Moped zu einer Seite bzw. steht etwas schief. D.h. es muss leicht verzogen sein. Vielleicht die hintere Schwinge? Dann wäre die Kette evtl. etwas aus der Flucht.... schon dumm sowas...

Aber die Wippermann hat bestimmt zwei oder dreimal so lange gehalten, wie alle anderen.

MfG
 
Nein fahr ich nicht :mrgreen:

Ich hab an meiner Florett vor ca. 800km einen komplett neuen Kettensatz verbaut. Mit Wippermann Kette. Bisher (fast) kein Anzeichen von Verschleiß. Aber gut die ist nicht getunt, läuft Tacho 60.
 
800 km. Das ist bei mir ein halber Monat...
 
Die Lösung ist einfach: Du fährst zuviel :mrgreen:
 

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