Erfahrungen mit Ultraschallreinigern gesucht

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JonaW

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Hercules 221 MF, Hercules K50 RL
Hallo zusammen,

könnt ihr mir von euren Erfahrungen mit Ultraschallreinigern berichten?

Ich denke über die Anschaffung eines Ultraschallreinigers nach. So ein Modell aus chinesischer Produktion, 15l. Damit sollen kleine und mittelgroße Mopedteile gereinigt werden, die fettig, schmutzig und z.T. auch sandig und voller Erde sind.
Mir ist bewusst, dass ein Ultraschallreiniger keine zentimeterdicke Dreckschicht entfernen kann. Ich stelle es mir jedoch für die letzten 30% einer Reinigung ganz praktisch vor.

Da ich bereits von jemandem gehört habe, dass er mit dem Reinigungsergebnis eines Ultraschallreinigers sehr unzufrieden war, ist meine Frage:
Wie sind eure Erfahrungen mit Ultraschallreinigern?

Einen guten Rutsch!
Jona
 
Für Alu-Druckgußteile wäre Ultraschallreinigung eher ungeeignet, weil solche Teile nach der Behandlung stark abdunkeln. Verschiedene Lacke und Eluxierungen lösen sich auch usw. Leichten Flugrost an schlecht zugänglichen Stellen, kann man wiederum gut entfernen usw., deshalb muss man viel Erfahrung mit Ultraschallreinigung und den jeweils geeigneten Reinigungsgebinden sammeln. Für Öl und alte Fettschichten eignen sich gute Dampfreiniger recht gut, auch die kleineren mit 3 KW elektrischer Heizleistung welche von einem Kübel ansaugen sind sehr praktisch!

 
Zuletzt bearbeitet:
Ich möchte auf jeden Fall auch Alu-Druckgussteile reinigen.
Stichwörter wären: Bremstrommeln, Bremsankerplatten, Zylinderköpfe, Zylinder, Schrauben, Motorengehäuse usw...
Es gibt ja auch Reiniger, die explizit für Aluminium geeignet sind.
Hat jemand von euch Erfahrungen mit solchen Reinigern?
 
Moin!
Nutze gelegentlich den
EM-404 Aluminium- und Druckgussreiniger von emag. Bevorzuge eher sandstrahlen. Haben nen sehr feines strahlgut in der Maschine. Weiß leider nicht genau was.

Ewald hat schon bedingt recht. Die Teile laufen etwas an, was eine händische Nachbehandlung erforderlich macht. Es bildet sich eine Art Schleier, welcher sich aber mittels eines weichen schleifpads in klarem Wasser leicht entfernen lässt.

Guten Rutsch
Christopher
 
Wenn man mit ca. 70° Beckentemperatur Alu-Druckgußteile reinigt, dunkeln diese überwiegend stark ab und es sind anschließend zeitaufwendige Nacharbeiten erforderlich. Ich besitze unter anderem seit vielen Jahren professionelle beheizte Ultraschallbäder mit 28, 20, 10 und 3 Liter Beckeninhalt. In der großen 28 Liter Wanne kann man sogar problemlos 12 Liter Tanks von Kleinkrafträdern samt tiefen Hängekorb versenken, stärkeren Rost bringt man damit aber trotzdem nicht raus, egal welches Reinigungsmittel man dafür verwendet. Für stark nikotinverdrekte Komponenten von Spielautomaten, alten Juke-Boxen usw. funktioniert Ultraschallreinigung wiederum sehr gut! Auch einen Heißluft Trockenschrank (oder ausgedienten Heißluft E-Herd) sollte man sich in diesem Zusammenhang gönnen, auf keinen Fall im Ultraschallbad gereinte Metallteile mit Hohlräumen anschließend nur mit Raumluft austrocknen lassen, sonst kann später die braune Pest gnadenlos zuschlagen!
 
Also dunkeln alle Aluminiumteile nach der Reinigung ab, unabhängig von dem Reinigungsmittel?
 
Dieser dampfstrahler sieht auch interessant aus! Vielleicht gönn ich mir den beim nächsten dreckprojekt😅

Ja, meiner Erfahrung nach. Deswegen bin ich auch auf sandstrahlen umgestiegen. Außerdem sind die chinakracher unangenehm laut.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ein Dampfreiniger ist tatsächlich interessant, das wollte ich auch schon seit einer Weile für den Auto-Innenraum anschaffen...

Sandstrahlen... Ich hatte auch einmal eine Strahlkabine. Aber ich habe keine Lust mehr auf den abrasiven Staub.

Edit: Dreckprojekt hast du gut gesagt, das passt sehr gut zu meinem neusten Projekt :D
 
Um Alu-Druckgußteile ohne Folgeschäden zu reinigen darf weder die Temperatur zu hoch, noch die Einwirzeit zu lang sein. Wenn ich wirklich größere Mengen an stark verdeckten Teilen reinige, dann starte ich den alten Kärcher HDS-697-CI mit integrierten Heizölbrenner, damit geht dann auch was weiter.


Allerdings war dieser vor ca. 30 Jahren alles andere als kostengünstig. Für allgemeine Reinigungsarbeiten an Mopeds und Motorrädern, reicht der kleine Chinese für ca. 100 Euro völlig aus.
 
Um Alu-Druckgußteile ohne Folgeschäden zu reinigen darf weder die Temperatur zu hoch, noch die Einwirzeit zu lang sein.
...und dann geht die 50 Jahre alte, verkrustete Mischung aus Öl, Dreck, Sand und Erde nicht ab 😅
 
Für alle Zylinder und Köpfe am besten tickopur tr3. Kein Wundermittel, trotzdem sehr deutlicher Unterschied nach Anwendung zum Ausgangszustand.
 
Dieses Zeug "von Ticpur" ist zwar sehr teuer, funktioniert allerdings gut zum Reinigen von zugesetzten Plattenwärmetauschern (beispiesweise schmierige Thermalwasser Ablagerungen) , wenn man diese Suppe mit ca. 50°C mehrere Stunden mit einer mehrstufugen Edelstahl Kreiselpumpe duch den Wärmetauscher jagt!
 
Hallo zusammen,
in der Zwischenzeit habe ich mir einen der besagten chinesischen Ultraschallreinigern gekauft.
Diesen habe ich heute ausgepackt und ausprobiert.
Die Reinigungsleistung ist wirklich gut, besser als erwartet! Reinigungslösung: 5% Ticopur TR3

Den Besitzern eines Ultraschallreinigers aus chinesischer Produktion möchte ich jedoch noch einen Ratschlag geben:

Es gab eine Charge von Reinigern, die vor einigen Jahren in Großbritannien wegen Sicherheitsproblemen zurückgerufen wurde.
Grund: Die Erdung des Gehäuses konnte sich lösen und so war nicht gewährleistet, dass man vor einem elektrischen Schlag geschützt ist, wenn aus irgend einem Grund eine Verbindung zwischen Phase und Gehäuse vorhanden ist.

Prophylaktisch habe ich mein Gerät zerlegt und die Erdung angesehen:
50495351bg.jpg


Der Schutzleiter ist mit einer Schraube M3, einer Zahnscheibe und einer normalen Mutter am Gehäuseboden verschraubt.
Schon besser als bei den o.g. zurückgerufenen Geräten, da war anscheinend eine normale Unterlegscheibe verbaut.

Ich habe dann eine Schraube M4, eine hochwertige Zackenscheibe und eine Sicherungsmutter verwendet, um den Schutzleiter am Gehäuse zu befestigen.

Vielleicht ist es ratsam, bei euren Geräten einmal nachzuschauen oder wenigstens einmal die Erdung des Gehäuses mit dem Multimeter am Anschlusskabel durchzumessen.

Gruß,
Jona
 
Ich kenne solche Probleme von früher auch anders, wo beispielsweise M4 Gewindebolzen an Metallgehäuse geschweißt wurden und durch späteres anziehen der Mutter die dünne Punktschweißnaht abbrach. Eine elektrisch gut leitende Verbindung des Schutzleiters zu blanken Metallteile ist unbedingt erforderlich, damit im möglichen Fehlerfall auch der FI-Schutzschalter sofort auslöst.

Sicherheitstechnisch sehr problematisch sind die heute in enorm hohen Stückzahlen verbreiteten kleinen USB Ladegeräte mit winzig kleinen Sperrwandlern und ohne Schutzleiter, ähnlich folgendem Innenleben.

cst_60_lader.png


Wenn dort beispielsweise der Sperrwandler überhitzt und elektrisch leitende Verbindung zwischen Primär und Sekundärwicklung entsteht, könnte im schlimmsten Fall die 5 Volt Ausgansspannung auf einem Spannungsniveau von ca. 330 Volt liegen. Ich kenne in diesem Zusammenhang auch einen berichteten Todesfall einer asiatischen Studentin, welche in einer Hand ihr am Ladegerät angestecktes Mobiltelefon hielt und mit der anderen Hand einen geerdeten elektrisch leitenden Gegenstand berührte.

Klassische FI-Schutzschalter mit einfachem Summenstromwandler lösen in Verbindung mit hochfrequenten Pulsströmen auch erst bei vielfach höheren Fehlerströmen, statt beispielsweise 30 oder 100 mA aus. An korrekt geerdente Elektrogeräten kann erfahrungsgemäß nichts passieren, aber mögliche hohe Berührungsspannungen und gefährlich hohe Ströme von defekten schutzisolierten modernen Netzteilen, können gefährliche gesundheitliche Folgen nach sich ziehen!
 
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