Gehäusereparatur 50s

Mopedikürer

Mopedikürer

Aktives Mitglied
Registriert
18 Oktober 2012
Beiträge
4.829
Plz/Ort
Hercules-Sachsen
Fahrzeug(e)
Hercules Mk2 1976
Moin und Servus!

Hier meine letzte Gehäusereparatur, ich hau mal alle Bilder rein, da kann man jeden Arbeitsschritt nachvollziehen.
Natürlich kann ich den Lötvorgang nicht in Bilder fassen, da geht es mit dem Lötbrenner auf der heißen Herdplatte ab.
Ich denke, das Löten ist best geeignet, um diese Ausbrüche zu flicken, kleben taugt nicht viel und schweißen wird auch nicht unbedingt sauber und ist auch problematisch, da die neuen Alubleche wohl schneller wegbraten würden, als der Druckguss anschmilzt...

Anklicken, dann gibt's Vollbild.


Das gebogene Blech habe ich zunächst umgedreht rangehalten, um es spiegelverkehrt ungefähr vorzuzeichnen.
Etwas gestutzt konnte ich die Bruchkante direkt nachziehen mit dem Stift.


Dieses gewinkelte Stahlblech habe ich untergelegt, um einen Anschlag zu haben, um das neue Blech gerade und bündig anzusetzen.
Früher habe ich es einfach mit der Zange herageführt, das ist aber echt schwer, es völlig gerade zu kriegen.
Und man kann so auch noch mit dem Lötdraht eine saubere Kehlnaht nachziehen, nachdem man die vorverzinnten Flächen zusammengefügt hat.


Etwas Ärger hat mir das Stück zum Polrad bereitet, etwas schief angesetzt, noch zweimal gelöst und korrigiert, dann war das Lot irgendwie porös und brüchig.
Das hat mich erst mal zur Aufgabe gebracht.
Später habe ich es allerdings nochmal erhitzt, das verdorbene Lot weggekratzt und mit frischem Lot hat es dann geklappt, ohne dass ich ein neues Stück zubereiten musste.

Frisch gelötet sieht alles aber schmierig und häßlich aus, aber man kann sehen, ob es hält oder ob man es nochmal machen muss.

Dann die Nachbearbeitung, zunächst die Überschüsse abgesägt, dann die Wulste und Nähte weggedremelt, zuerst mit dem Fräskopf.


Dann mit dem Feinschleifer, oben überm Kettenritzel auch mit dem Deltaschleifer:

Dann noch planschleifen und weil´s so schön ist mit nem Lamellenschleifer die geflickten Stellen noch ein wenig nachglätten:


Ganze 5 Stunden hat mich das mit dem Patzer beim Löten gekostet. Wäre alles glatt gelaufen und auf Anhieb, dann wären es nur 4 Std. gewesen.
Aber die 5 Std. sind besser, als 50 Euro wegzuwerfen.
 
Perfekt gemacht, wirklich.

Ich würde mir hier ein anderes Gehäuse suchen, selbst wenn es 80,- Euro nackt kosten würde.... (wenn man kein unversehrtes hat).

Ich hätte da zuviel Angst, dass die Lager- und Simmerringsitze durch die große Hitze leiden usw.

Aber trotzdem: richtig gut und sauber gemacht. Kompliment! :wink:

Gruß Holger
 
R-fahrungsgemäß haben auch nicht gelötete Gehäuse kleine Unebenmäßigkeiten, als wären die Dichtflächen nicht 100% eben, das merkt man, wenn man sie lose aneinander hält.
Oder Höhenunterschiede der Lagersitze an verschiedenen Messpunkten von 0,02 bis 0,04mm.
Oder lose bzw. schwach eingeschrumpfte Lagerringe, die ich dann klebe.
Ich drehe beim Einschrumpfen die Außenringe und erwarte, dass sie so um 100 Grad oder knapp darunter festgehen. Tun sie oft aber nicht....

Bei meinem ersten vollrestaurierten 4 Gang war es a.d. nicht gelöteten linken Hälfte, da fiel die KW mit dem 6203 prompt wieder raus, während der Ring in der gelöteten rechten Hälfte korrekt festging.

Es scheint schon was dran zu sein an der Aussage der Rep. Anleitungen, von wegen auf 120 Grad erhitzen und die Lager mit Prellschlägen aus dem Gehäuse klopfen... :D
 
Hallo,
was wird denn später mit den Gehäusen?
Wenn Du den fertigen Motor verkaufst, müßtest Du den Käufer doch über die Gehäusereparatur informieren, weshalb er den Preis runterhandeln werden will, was dann letztlich die Ersparnis durch die Lötung auffrisst....
Ansonsten: Sieht super aus.
Gruß
Martin
 
Natürlich verheimliche ich das nicht, aber es ist wahrhaft kein Grund für Nachlass.
Man sieht es so gut wie gar nicht, und es ist nicht instabiler als das originale Gehäuse.
Das geht ja auch bei Kettenschlag kaputt.

Der hier gehört einem Forenkamerad, er hat leider nicht die besten Getriebe gekauft, aber in wichtigen Dingen hat er auch Glück gehabt.
Z.B. dass ich ihm das flicken kann.
Einem seiner Motoren habe ich die Dichtflächen mit JB Weld gespachtelt, der sollte den Lack sonst behalten, also konnte ich ihn nicht löten.
Das JB Weld ist echt ein geiles Zeug, ich fand das echt genial, bombenfest und ging alles akkurat.
Das kann man echt empfehlen, wenn es um Dichtflächen geht, die repariert werden sollen ohne weiteren Aufwand.
Hab das hier auch irgendwo gezeigt.

Sonst würde ich bei Dichtflächen lieber aufschweißen, lieber noch als löten.

Aber für die Ausbrüche ist das echt perfekt, das krieg mal einer so sauber geschweißt.

-- 11.07.2017 21:02 --

viewtopic.php?f=8&t=12286&hilit=Dichtfl%C3%A4chen<br /><br />-- 11.07.2017 22:12 --<br /><br />viewtopic.php?f=8&t=11692&hilit=bkf+akf

Achte mal auch auf die Kabeldurchführung, die habe ich aus einem 6mm Alublech rekonstruiert.

Und die beiden Bleche vom unteren Zündgehäuse konnte ich nicht mit beiden Daumen wegbrechen!
Das war für einen Kameraden, der ein irreparables akf Gehäuse aus der vor 1970er Gusslegierung hatte.
Geht weder zu löten, noch zu schweißen, und kleben mag ich nicht.
 
Zurück
Oben