Customizing China Moped

Kradmelder

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Fahrzeug(e)
Leike LK50Q-3
Hallo Jungs und Deerns

Zum letzten Jahreswechsel haben ich und meine Frau uns entschlossen zwei Mopeds für den Sommer zu kaufen, um damit beispielweise mal zusammen zum Eis essen o.Ä. zu fahren.
Die Mopeds sind also nur zum Sonntagsfahren und nicht für den täglichen Betrieb bestimmt. Da ich ein Fan von Viertaktmotoren bin, kamen nur Mopeds mit dieser Antriebsart in Frage.
Ausserdem gestalte und baue ich gerne um, wofür die Bikes Potential bieten sollten.

Zum Kauf entschlossen habe ich mich dann letztlich, weil ich im Netz zufällig auf ein Bike mit Viertaktmotor gestossen bin, welches unseren Umbauwünschen gerecht werden könnte.
Die Wahl fiel auch auf dieses Model, weil die Technik im Grossen und Ganzen der einer Monkey/Dax entspricht und die Teileversorgung somit kein Problem darstellt.

Es handelt sich um eine Leike LK50Q-3, abwertend auch gerne "Chinamüll" genannt.
Aber gerade die Tatsache aus sogenanntem Chinamüll ein paar besondere Mopeds zu mutieren, ist dabei die Herausforderung für mich gewesen und noch immer.

Die Bikes kamen vormontiert im Karton und die Schrauberei konnte losgehen.
 

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da hast ja viel zum basteln. habe die erfahrung gemacht, das die meisten anbauteile dieser fahrzeuge von minderer qualität sind. aber kannst ja viel original honda dranbauen
 
Ja allerdings, da gebe ich dir voll und ganz Recht.

Ich hatte ja schon mit Allem gerechnet, aber die beiden Mühlen hatten sogar schon deutliche Rostansätze an verschiedenen Teilen.
Das war auch meine erste Maßnahme die Rostbehandlung der Rahmenteile und des Tanks.
Die Zwillinge sind Anfang des Jahres geliefert worden und ich war inzwischen auch schon ein wenig aktiv sie nach meinen und den Wünschen meiner Frau umzubauen.
Nachdem ich alle Anbauplätze vermessen hatte, habe ich den grossen Rundumschlag bei allen möglichen Shops gestartet und Kartonweise Teile geordert.

An der Serienoptik dieser Modelle gefiel uns von Anfang an eigentlich gar nichts so wirklich.
Zudem mussten auch viele Teile verschwinden, weil sie einfach minderer Qualität entsprachen oder
fahrsicherheitstechnisch fragwürdig waren.

Wenn ich so ein Projekt starte, dann auch mit vernünftigen Teilen. So habe ich zum Beispiel die kompletten Lichtanlagen gegen Teile aus dem Harley Davidson Shop getauscht und dabei gleich auf LED umgebaut.
Da der neue Scheinwerfer anstatt einer 35W Birne eine 55W Halogenbirne hat, musste ich dafür an anderer Stelle den Verbrauch reduzieren. da bietet sich die LED-Technik halt an.
Wir wollten zwei Einsitzer haben, weshalb ich die Soziussitze und die Sissybars mit Gepäckträgern gar nicht erst festgeschraubt habe.
Die beiden Bikes sollten Dragstyler werden, weshalb auch die Lenker im Lagerregal landeten und durch Dragbar Lenker (natürlich wie alle meine Teile mit e-Nummer) ersetzt wurden. Und wo ich schon beim Lenker am schrauben war habe ich auch gleich vernünftige Spiegel montiert.

Die nach oben gerichtete Kennzeichenbeleuchtung auf dem Fender erfüllte keinen Sinn mehr, da das Kennzeichen normalerweise an der Sissybar angebracht ist. Darum haben die kleinen Mopeds choppermässige Kennzeichenhalter inklusive LED Beleuchtung links an der Schwinge bekommen.

Da der Motor Liegend verbaut ist, klaffte zwischen Tank und Motor eine Lücke, durch die man fast hindurchkrabbeln hätte können. Ein optisches Desaster!
Ich habe die Lücke jeweils mit einem Ölkühler gestopft. Der ist aus technischer Sicht zwar nicht unbedingt nötig, schließt aber diesen hässlichen Zwischenraum.
 

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auch wenn ich kein chopperfan bin, muss ich sagen, dass es jetzt schon um welten besser aussieht! ich hoffe mit bremsanlage, felgen und fahrwerk ist soweit alles inordnung
 
Die Fahrwerkstechnik ist millionenfach bewährt brauchbar - aber natürlich nicht perfekt.
Eine Doppelscheibenbremsanlage an einer USD-Gabel hätte klare Vorteile was die Verdrehsteifigkeit beim bremsen betrifft. Auch sind die Federbeine nicht optimal abgestimmt, da auch für 2-Personenbetrieb. Leider habe ich da noch keine passenden Aftermarket Teile gefunden. Bleibt aber auf der to do-Liste.

Ein paar andere Dinge konnte ich aber schon erledigen.
So wanderten auch die analogen Instrumentierungen ins Lagerregal. Die chinesischen Instrumente waren reine Blender. Einzig die Kontrollleuchten zeigten die Wahrheit an.
Die Tachos hatten einen üblen Nachzieheffekt und der Spannungsmesser hat nicht einmal eine Skala gehabt. Sinnfrei.

Ich habe lange im Netz gesucht, bis ich ein passendes Instrument gefunden habe. Es sollte sich optisch gut in das Gesamtkonzept einfügen und zusätzlich Drehzahl und Temperatur anzeigen.
Die mich optisch störende Tachowelle konnte so auch gleich verschwinden.
Einbau und anschliessen war problemlos.

Auf dem Vorderrad mussten die 2,5x17er Reifen verschwinden. Bei Kurvenfahrt haben die einem das Gefühl vermittelt, als wäre kein Luft drin. Ich habe sie ersetzt durch 70/90-17 Niederquerschnittreifen. Fahrdynamisch und die Fahrsicherheit betreffend ein fühlbarer Quantensprung.

Die Seitenlinie war durch den Dragbar Lenker schon stimmiger geworden, ich mochte den Höhenunterschied zwischen Sattel und Fender aber nicht wirklich leiden. Das habe durch einen Gepäckträger aus dem Harley-Shop geändert, welcher nach weiteren Maßnahmen ein bei Bedarf anklettbares Soziussitzpad tragen soll. Ich möchte dem Zweisitzerstatus in den Papieren beibehalten, deshalb ein Sitzpad.

Meinem Moped habe ich noch eine USB-Steckdose und einen Navihalter spendiert. Mir wichtig um mal Ausflüge ins Hamburger Umland starten zu können.

Als weitere Stromsparmaßnahme haben die Twins TFL´s erhalten. Eigentlich deswegen, weil die Mopeds mit Halbwellenladereglern ausgestattet sind. Bedeutet, das die Lichtspannung drehzahlabhängig direkt von der Lima versorgt wird. So flackert das Fahrlicht im Standgas an der Ampel nur vor sich hin und ist wenig sichtbar.
Die Tfl´s hingegen laufen über Batteriespannung und sind immer gleichmässig hell sichtbar.
 

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Mal zum Sound, es gab keinen.
Die beiden hörten sich serienmässig an wie moderne, schallisolierte Viertakt-Kleingeneratoren. Das passte nun überhaupt nicht zu dem neuen Styling.
Ich habe das geändert, indem ich die Auspufftöpfe großflächig geöffnet und komplett entkernt habe. Die entfernten Innenleben habe ich durch selbstgebaute Teile ersetzt, welche den Originalen gegenüber wesentlich grössere Durchlassöffnungen aufweisen. Die neuen Teile habe ich mit Silberlot eingelötet und die Töpfe wieder verschlossen. Der Umbau ist äusserlich absolut nicht zu sehen, die Lötnähte befinden sich natürlich auf der zum Reifen zeigenden Seite der Töpfe. Auch die Endstücke mit den grösseren Öffnungen sehen aus, als seine sie serienmässig so hergestellt worden.
Nun sind die beiden mit einem sehr tiefen und bollerndem, aber nicht zu lautem Sound am Start.

Das Luftfiltergehäuse sah original wie eine Sauerstoffflasche aus einem Beatmungsgerät aus. Weg damit!
Die halbrunden Abschlusskappen habe ich entfernt und durch Lamellengitter ersstzt, welche von innen mit 15mm Schaumstoff beklebt wurden um das Ansauggeräusch zu minimieren. User Shau hat sich davon inspirieren lassen und seinem Bobber auch so einen Lamellendeckel verpaßt.

Technisch war dann erstmal alles soweit erledigt. Die beiden Twins sollten aber auch ein neues Farbenkleid bekommen.
Mein Frau möchte klassisches Mattschwarz. macht sich auch gut mit den Chromteilen als Kontrast. Da sie aber selten fährt und die Lackierung schnell gemacht ist, darf es auch noch ein wenig warten.

Für mein Bike wollte ich ein sportlich dynamische Farbgebung, welche die Form des Tanks optisch beeinflußt.
Ich wollte erreichen das man den Eindruck bekommt, das der Tank sich über den Motor wölbt - eine typische Form für Dragstyle Chopper.

Also habe ich erstmal gezeichnet und dann auch umgesetzt.
Eines kann ich schwören, so eine Lackierung mache ich nieeeeeeee wieder!
Der Aufwand ist enorm. Sechs Wochen stand mein kleines Biest still, bis ich die Teile wieder dranschrauben konnte.
Vor dem Lackieren gab es so einige Vorarbeiten zu erledigen.
So habe ich die aus Hartplastik hergestellten Radabdeckungen mit Gfk verstärken müssen. Die hintere Abdeckung, weil sie auch einen Sozius tragen können muß und die vordere Abdeckung, weil sie auch die Funktion einer versteifenden Gabelbrücke erfüllen soll. Bei der Gelegenheit habe ich die vordere Radabdeckung auf ein Minimum reduziert - standesgemäß für ein Dragstyle Bike.
Die Abschlusslackschicht besteht natürlich aus einem benzinfestem 2K Lack.
 

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Also erstmal muss ich sagen, Respekt! Das alles ist eine echte Fummelarbeit und man muss wissen was man tut. Machst du das beruflich oder nur als Hobby? Echt gelungen (auch wenns evtl. noch weiter geht)!!
Allerdings hätte ich eine Frage;
Die ganzen neuen verbauten Teile haben ja, z.B. der Lenker, eine E-Nummer. Was ist mit den kleineren Teilchen? Haben die auch eine?
Wen nicht, musst du die Mopeds beim TÜV vorführen o.ä.?

Nochmal Respekt und Viel Spaß am weiteren Schrauben!!
LG Joth
 
Vielen Dank für die Blumen erstmal.
Fummelarbeit, das kannst du echt laut sagen.
Am meisten Stress für die Nerven hat die Lackierung gebracht. Alleine die Abkleberei der Racing Flags - nie wieder!
Alle nachträglich angebauten Teile haben eine e-Nummer. Somit muss nichts eingetragen werden. Es müssen an einem Moped und auch Motorrad aber nicht alle Teile eine Zulassungsnummer haben. Für die vordere Radabdeckung heißt es z.B, das sie einen ausreichenden Schutz bieten muss.
Den Vorderradreifen sollte ich aber bei Gelegenheit eintragen lassen. Ich habe mich vor all diesen Modifikationen aber auch ausgiebig informiert über die Legalität.
Beruflich habe ich mit Motorbooten zu tun. Die Mopeds sind einfach Spaß an der Freude und ich friemel halt gerne etwas zurecht.
Fertig bin ich noch nicht, da sind noch ein paar Dinge auf der to do Liste.
Angepassten Sitz, polstern und beziehen z.B., Motorschutzwanne bauen, eventuell USD Gabel usw.
Es geht also noch weiter. Das Bike meiner Frau muss ich auch noch lackieren . . . .
Die Letzten Bilder zeigen den jetzigen Zustand meines Bikes.
 
Na dann viel Spass beim lackieren... :D
 
Oh ja, Danke!

Ich bin mal kurz mit dem Handy um den kleinen Chopper gegangen, für einen ersten Eindruck.
Da flackern die Lampen etwas, das liegt am Shutter der Kamera. In der Realität ist das nicht zu sehen.

https://www.youtube.com/watch?v=hNZibHpgKyU
 

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