Romet zxt 50 bj 2017 nach knapp 2.500km

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badwolf

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Fahrzeug(e)
Romet ZXT 50
Moin,

die Maschine habe ich gebraucht mit wenig km.und offensichtlich wenig Wartung aber gutem Stellplatz geholt. Bei Kauf waren knapp 1300km auf dem Tacho. Hintergrund des Kaufs ist ein Vorbesitz der Klasse B und der Wunsch einen A Führerschein zu machen.

Wie zu erwarten war die Heimfahrt von wenigen km ein bisschen chaotisch mit häufig abgewürgtem Motor. Am Baumarkt hatte ich noch einen Zwischenstopp eingelegt da die verbaute Batterie am Ende ihres Lebens war. Und zwischenzeitlich auch knapp ein Schockmoment im Sinne von getunt gekauft da der Tacho schnell 60km/h anzeigte (sehr optimistisch wie sich später herausstellte).

Mit neuer Batterie startete der Motor erstmal sofort mit Betätigung des Anlassers. Und nach einigen Stunden auf dem Parkplatz konnte ich den Schleifpunkt sicher finden und das anfängliche abwürgen des Motors war vorbei.

Anfänglich hatte ich starke Probleme mit den Gängen 1,2 und N. Nach vielen Schaltvorgängen und einem Ölwechsel legte sich dies jedoch ziemlich spontan. Es passiert noch hin und wieder dass der erste Gang rausspringt aber mittlerweile sehr selten. Da ist das Getriebe nicht optimal und im Gegensatz zum grossen Bike in der Fahrschule fühlt man den Neutralgang am Schalter auch gar nicht.

Thema Kette und Spannung: Kettenreinigung ist kein Problem - Auf einem Holzstück unterm Mittelständer lässt sich das Hinterrad entspannt drehen und die Kette reinigen..Anfangs habe ich versucht das alle 300km mit Kettenspannung nachstellen durchzuziehen. Mittlerweile bin ich bei einem Intervall von eher 500-600km. Die Kette lässt sich etwa 3-4cm bewegen, vorgeschrieben sind 2,5.

Thema Ventilspiel und Undichtigkeit. Das Moped entwickelte im kurzfristigen Verlauf Kaltstartschwierigkeiten. Die Investition in ein Einstellwerkzeug fürs Ventilspiel sollte man einplanen. Der Typ Einstellwerkzeug in dem die Kontermutter fixiert wird und durch eine runde Öffnung der Vierkant eingefügrt wird hat sich für mich als sehr sinnvoll erwiesen. Prinzipiell ist auch die Arbeit mit einem anderen Werkzeug oder sogar Zange und 9mm Schlüssel möglich - macht aber keinen Spass und ist ungenau. Zum exakten Ventilspiel findet man unterschiedliche Angaben - 0,1mm oder 0,004" erschienen mir pragmatisch und funktionieren einwandfrei.
Der Motor zeigte sich nach 9 Jahren nicht ganz dicht und entwickelte auch Kompressionsprobleme sodass ich beschloss alles einmal auseinanderzubauen, neu zu dichten und die Ventile neu einzuschleifen. Hat mit Hilfe von youtube und dem Dichtungssatz von motor-x dann auch geklappt und der Motor ist jetzt dicht und hat keine Kompressionsprobleme mehr. Laut yt ist der Kompressionstester nicht perfekt geeignet für 50ccm Motoren da der Schlauch ohne Ventil einiges an Volumen im Verhältnis beisteuert. Stimmt wohl auch, 125psi bringt es auf dem Messwerkzeug... Ohne dass irgendwelche Probleme auftauchen würden. Ich rechne also real eher mit 140-160 die es eigtl haben sollte.
Seit der Überarbeitung ist der Motor knapp 1.000km gelaufen. Zum lernen wars ein gutes Projekt da der 139fmb überschaubar vom Gewicht und der Komplexität ist und ein neuer Motor bei vollem verbasteln nicht den finanziellen Ruin bedeuten würde.

Ölwechsel... Ich rate dazu eine magnetische Ölablassschraube direkt beim ersten Wechsel einzubauen. M12x1,5 passt, kostet knapp nen 10er und verschafft einem bei jedem Ölwechsel einen Überblick zum Thema Verschleiss. Ausserdem schont es den Ölfilter, und glaubt mir: An den wollt ihr nicht ran.
Vom Abrieb her hielt es sich bisher sehr in Grenzen. Auch der Olfilter war bei der Überholung des Motors (man muss einiges abbauen um ranzukommen) recht sauber. Bei Übernahme wie gesagt 1.300km auf dem Tacho. Bisher habe ich jede 1.000km gewechselt, erweitere das Intervall jetzt aber mal in Richtung 2.000km. Der Motor braucht abweichend von der Werksangabe eher rund 750 als 900ml. Bei 900 schwamm die Zündkerze im Öl...

Fahrdynamik und Drossel. Die Drossel ist eine Gaszugdrossel im Vergaser und lacht einen bei der Überholung an. Ich denke der Motor hat einiges mehr an Zug als nach der Drossel ankommt - da ich legal bleiben will habe ich sie dringelassen. GPS gemessene Maximalgeschwindigkeit liegt bei rund 57km/h mit Drossel. Lässt sich jedoch nur in der Ebene mit seeehr langer Beschleunigung erreichen und auch nur im dritten Gang und perfekt eingestelltem Vergaser. Die Tachoanzeige ist totaler Quatsch, nach dem wäre ich bei den 57km/h eher 75km/h gefahren... Die 50km/h innerorts schafft das Moped relativ schnell - das mitschwimmen im Stadtverkehr ist damit durchaus möglich. Nach Rücksprache mit einem sachkundigem Bekanntem riskiert man auch nicht wirklich was dabei, solange man den Ursprungszustand nicht verändert und die Gaszugdrossel drinlässt - freuen und geniessen dass es schneller fährt. Wobei in Berlin wahrscheinlich auch kein Bulle jemals Interesse dafür zeigt.
Beschleunigung ist bei dem Moped sehr gering. Es sind 3ps und es ist eine Gaszugdrossel drin.... Um in annehmbarer Zeit von der Ampel wegzukommen drehe ich im Standgas auf knapp 6.000u/min hoch und geh dann in den Schleifpunkt. Der Motor ist erst ab 4.000 bis etwa 10.000u/min halbwegs leistungsfähig. Ein bisschen warmfahren über zumindest 15 Minuten würde ich den Motor bevor ich in die 10k gehe... Für kurze Strecken ist das Gefährt entsprechend nur bedingt geeignet.

Hat es sich gelohnt das Ding anzuschaffen? Für mich definitiv ja. Ich bin nun dabei den A Führerschein zu machen. Habe ich Fahrstunden zum erlernen der Schaltung und des Schleifpunkts gebraucht? Nein. Die Grundfahraufgaben konnte ich ebenfalls in wenigen Fahrstunden weitgehend perfektionieren da ich die Abende und Sonntage dazu genutzt habe mit meinem 50ccm Moped zu üben. Mein Fahrlehrer sagt üblicherweise brauchen die Leute 15-20 Fahrstunden plus Sonderfahrten um langsam in Richtung prüfungsfähig zu gehen. Wenns gut läuft. Sein Eindruck ist dass ich nach 5 Fahrstunden weiter bin als die meisten seiner prüfungsfähigen Schüler und er hat sich den Fahrzeugschein abfotografiert weil er allen Freunden und Familienmitgliedern die mit dem A Schein liebäugeln genau sowas empfehlen will vorher zu machen. Ja, die 200kg Maschine mit 90ps fährt sich anders und man beaucht ein bisschen Übung damit. Aber der unschätzbare Vorteil ist mit einer Investition von 20 Euro für Kegel kann man quasi unbegrenzt die grundlegende Ausführung der Grundfahraufgaben üben... Wer einen A Führerschein machen will und B Vorbesitz hat kann über diesen Weg massiv sparen. Das gilt natürlich auch für andere Schaltmopeds.

Bereitschaft sich mit der Technik zu beschäftigen sollte man jedoch mitbringen. Diese Maschinen werden doch häufig von Jugendlichen gefahren die wenig Geld haben und entsprechend eine regelmäßige Wartung eher nicht stattfindet. Bremsflüssigkeit muss nach 1 Jahr unbedingt gewechselt werden, technische Defekte bleiben bei einer günstigen Maschine nicht aus, etc... Ich hatte Bock drauf es zu lernen und habe nun auch ein grundlegendes Verständnis vom Aufbau der Maschine entwickelt. Da sind aber auch einige Feierabende und Wochenenden an Arbeit und Aneignung von Wissen drin.

Lieben Gruss

Soweit erstmal.
 
Bleiakkus würde ich für diese kleinen Viertaktmopeds heute nicht mehr als Starterbatterie nützen, denn man bekommt schon für kleines Geld schnellladefähige 12V 3,5Ah Natrium Ionen Akkus in passender Baugröße.


Die sind vor allem vom Innenwiderstand sehr niedrig und verzeihen auch Tiefentladungen ohne Folgeschäden. Vor allem kann man bei Entladeschlußspannungen wo jede Bleibatterie schon lange aufgibt und völlig tiefentladen ist, noch einmal bis zu 900 mAh entladen bis wirklich nichts mehr geht.

12v3500mah_na-900mAh-deep.png


Solche Starterbatterien kann man auch gefahrlos bis "Null" Volt tiefentladen und in diesem Zustand sogar lagern, was kein Bleiakku und auch keine LiFePO4 Batterie jemals verzeihen würde. Diese Technik wird vermutlich in den nächsten Jahren viele Bleiakkus obsolet machen! Auch die Ladeschlußspannung ist eher unkritisch, alles zwischen 13,5 bis 15,5 Volt passt irgendwie.
 
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