Kurbelwellenlager neu machen

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Lauraer

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Hercules mk2
Hallo Mit-Begeisterte ;)

Ich schraube grade an einem Sachsmotor für eine Hercules mk2.
An dem sollen alle Lager erneuert werden. Auf der Kupplungsseite ist ein Lager verbaut, welches an der Kurbelwellenseite geschlossen ist... Ist das richtig?
(In dem Gehäuse auf der Kupplungsseite ist keine Ölbohrung vorhanden.... Wie ist dann das Lager geschmiert?)
Oder muss da ein ganzgeschlossenes Lager rein, die sind ja mit Fettfüllung, aber ohne Heißlagerfett (?!).... :shock:

Liebe Grüsse, Laura
 
Moin!

Es ist alles in Ordnung. Da kommt ein offenes Lager rein 6203 C4. Dir wird doch aufgefallen sein, dass die Ölbohrung rechts in einem breiterem Absatz ist, links aber der Absatz wegfällt, so dass ölhaltiges Gemisch an der Wange vorbei ins Lager strömt? - Das ist gut.

Also bloss kein geschlossenes Lager...

Ich hoffe, du weißt bescheid übers Wellen Einmessen, so ein Schulterkugellager selbst hat ein Toleranzbereich von 3 bis 5 Hundertstel, deshalb muss man es auf 5 Hundertstel genau einmessen, und man kann nicht einfach 5 Hundertstel gewolltes Axialspiel vom Gehäusemaß abziehen, wie i.d. Sachs-Anleitung - das ist zu stramm.

Der König von Hercules-Sachsen nimmer zu Anhalt (Holger, cluberer2003), über 200 Motoren auf gutem Gewissen, hat uns ein Gesetz gegeben: Zieh vom vorhandenem Spiel (Gehäusemaß minus Wellenmaß) 10% ab, dann hast du den Wert auf den du mit Passcheiben ausgleichen musst. Das kannst du auf die Hauptwelle genauso anwenden. (Natürlich misst du eine Motorhälfte dafür mit der neuen Mitteldichtung)

Eine ganaue Anleitung habe ich gemacht, nachdem Holger mich in vielen Sachen bei meiner Motor-OP per Internet betreut hat:

tipps/Sachs-501-4-Motorueberholung.php

Nur einige Kleinigkeiten sind da ausgelassen, z.B. die Passcheiben hinter dem Schaltautomaten zum Gehäuse - die fehlten damals bei mir ganz. Habe ich heute korrigiert. I.d. Ersatzteilliste sind zwei Scheiben nebeneinander abgebildet. Dies, weil eine vor dem Gehäuse zum Schaltautomaten, und eine hinter dem Gehäuse zum Starterrad sitzt.

I.d. Anleitung sind auch Links zur Reparaturanleitung des 50s und zur Ersatzteilliste des 501.

Ich mache meine Motoren in meiner Küche. Die Kupplung presse ich mit einer ganz großen Schraubzwinge, die Kurbelwelle blockiere ich mit einem verdrillten Lappen, den Kupplungskorb mit einem 20 cm langem Imbusschlüssel.

Beim 501er kann man notfalls das Wellenspiel auch durch Ausprobieren hinkriegen, wenn man ungefähr weiß auf welches Maß. Da baut man ihn aber so einige Male auseinander und zusammen --- nur wenn man keine Tiefenmeßlehre besorgen kann. Aber da vergeht einem natürlich auch die Schrauberlust...

Ich habe in meinen die Top-Racing Nachbau-Welle für den 506/4 eingebaut, mit 14er Kolbenbolzen. Die ist sehr gut und recht Drehzahlfest im Gegensatz zur Originalwelle. Ich fahre einen gefeilten Zylinder und schon knapp über 8000 Umdrehungen...

Ich mach mir gerade einen vor 1970er Sachs 50s fertig, musste aber i.d. hintere Motorhalterung Buchsen ensetzten wg. starker Korrossion, und einige Stellen (oberflächlich) mit Kaltmetall etwas aufhübschen.

Jetzt gerade habe ich die sehr schmalen Überströmer einige mm geweitet und voluminöser gestaltet, fast auf das Maß der späteren Motoren (gleiche Überströmer wie bei deinem 501 bkf). Geht nicht zu 100%, weil sonst zu wenig Wandung übrigbleibt, aber schon fast. Besser als ich a.d. ersten Blick dachte.

So ein Dremel hist ne coole Sache, hab mir einen a.d. Firma geliehen, hatte auch gleich an meinem gefeilten Zylinder die Überströmer etwas höher gesetzt und die Ecken von Ein- und Auslass noch ein bisschen weiter ausgedremelt. Seit dem zieht er meist sogar über statt unter 8000 Runden...

Mfg
 
Super, Danke für deine Hilfe, mopedikürer. Vor allem für die Berichtigung der sachs-anleitung, das hätt ich wahrscheinlich falsch gemacht ;)

LG Laura
 
Beim Zusammenbau sollte man den Motor auch seitlich a.d. linken Hälfte liegen haben, dann kann man die Hauptwelle einsetzen, die Schalträder eines nach dem anderen auflegen, wobei man die Schaltstange immer eine Raste weiter drückt, so dass man nochmal kontrolliert, ob der Ziehkeil auch wirklich mittig i.d. Schalträdern läuft.

Lässt man den Motor so liegen, kann man ganz bequem die Dichtung auflegen, die rechte Hälte mit den Motorschrauben aufsetzen, dabei die Dichtung mit den Schrauben i.d. Löchern fixieren.
Mit dem Schonhammer kann man dann um die Hauptwelle und rund ums Gehäuse klopfen, während man rundherum die Dichtung und alles im Auge behält. Dann Schrauben festziehen und letzte Probe von Wellen und Getriebe.

Dann einzelne Schrauben rausdrehen und mit mittelfester Schraubensicherung wieder eindrehen. Nur die 10 Schrauben, die die Hälften verpressen bekommen das, die Deckelschrauben werden nicht verklebt.

Ich habe damals den Motor in der Vertikalen zusammengefügt, da fallen nur die Scheiben zwischen die Räder, und es geht viel einfacher wenn der Motor a.d. linken Seite liegt.

Auch das Feststellen der Kurbelwelle mit einem Lappen am unteren Pleuellager ist besser, als mit ner Zange am Primärrad rumzuwürgen...
 

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