Kompletter Anfänger

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Jemsen

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Hey,

bin komplett neu in dem Thema und fühle mich gerade ein wenig erschlagen und hoffe ihr könnt mir ein paar Wegweiser geben.

Erstmal zu mir:
Bin 40 Jahre alt, habe noch nie einen Führerschein besessen und plane auch nicht über AM hinaus zu gehen.
Bisher immer alles mit dem Fahrrad oder Öffis geregelt.
Autos sind mir zu klaustrophobisch und Autobahn ist verrückt in meinen Augen. 😆

So seit ein paar Jahren überlege ich nun schon. 45kmh, offen wie das Fahrradfahren, geringer spritverbrauch und hohe Reichweiten, geringe unterhaltskosten und es gibt ja einige Mopeds dir durchaus als Motorräder durchgehen.
Klingt aufm Papier ja erstmal alles genau wie für mich gemacht... Aufm Papier halt...

Also meine Fragen:
1. Zum Thema Reichweite: Schaffen die Teile wirklich, sagen wir mal, im Sommer 200km Landstrasse ohne zu überhitzen?
2. Ist ein Moped ganzjährig zu gebrauchen? Ich lese die ganze zeit von Einwinterung, additive im Tank damit nichts gammelt etc. Ich würde mein Moped durchaus im Winter nutzen wollen um zur Arbeit zu kommen.
3. Habt ihr erfahrungen mit online händlern wie meinroller.de? Finger Weg oder halbwegs seriös? (Hab da zu einigen horrorgeschichten gelesen 😆)
4. Die Angaben zum spritverbrauch stimmen grob? Also wenn ein Hersteller 1.5L/100km schreibt dann kann man in etwa damit rechnen oder wird es drastisch mehr sein? Klar kommt auf die Umstände an ist mir bewusst aber wie sieht das so im Schnitt aus?
5. Was würdet ihr empfehlen? Ein Händler vor Ort hat ne Mash 50 Scrambler zu haben die sieht und fühlt ganz hübsch an aber wenn ich die zB mit Romet oder Junak vergleiche scheint die Mash ein wenig schwach auf der Brust zu sein, ist das irrelevant oder überhaupt spürbar?

Und zum Abschluss:
Gibts irgendetwas auf das ich noch achten muss?

Liebsten Dank für eure Zeit 🫡
 
Moin,

puh, mein Senf:
1.) der limitierende Faktor ist "normal" der Hintern, nicht das Krad. (Auch bei Hitze.)
2.) Theoretisch brauchst Du Winterräder (kein Witz!), die gibt es aber nur für Roller (??).
Der Rest hängt von der persönlichen Leidensfähigkeit und Fitness ab bzw. ob man sich zutraut, mal Schneewehen mit Karacho zuu durchbrechen....:cool:
3.) Keine Erfahrungen, ich würde immer gebraucht kaufen als "Geizhals"
4.) Ist wie bei PKWs, kannst immer rd. 25 % draufrechnen...
5.) Auch wenn ich mich evtl. unbeliebt mache und so`n Ding selbst zu 100 % nicht fahren würde:
gut erhaltener, älterer, gebrauchter Viertaktroller mit Vergaser / ohne Einspritzung.

(Ich habe für meine Nichte so ein Chinateil "Peugeot Kisbee" besorgt,
kostete rd 35% vom Neupreis mit unter 3.000 km gelaufen aber über 10 Jahre alt.
Mit ein bischen Kleinkram (Topcase, Verschleißteile einmal konsequent gewechselt usw.)
deutlich unter 1.000 € bei rd. 2.200 € NP für einen Einspritzer.
Für ein Chinaprodukt akzeptable Qualität,
wesentlich besser und haltbarer als die günstigeren No Name Eimer.
Verbraucht rd. 2- 2,5 Liter und ist einfacher zu fahren wie ein Fahrrad,
dazu etwas / annehmbarer Wetterschutz für die Beine.
Für mich optimal für "Nichtschrauber" zum "üben",
zumal man kaum großartige Geldmengen vernichtet bei Nichtgefallen.... )

Wie gesagt, nur meine 2 Cent wie ich das angehen würde als "Neuling"

MFG, Der Alte
 
Kannst Du schrauben oder bist Du auf eine Werkstatt angewiesen?
Das würde ich berücksichtigen, egal was Du Dir anschaffen.
Ein altes Moped, ein Werkzeugkoffer und Teileversorgung macht Spaß, wenn die eigenen Möglichkeiten es hergeben .
Ansonsten etwas , wo auch Hilfe verfügbar ist (Händler).
Desweiteren: Zustimmung zu meinem Vorredner.

Beispiel DT 50 2M4: ca. 3,3 ltr. Benzin/100km.
 
Also wir fahren hier ja meistens Oldtimer, da quält man die im Winter auch nicht mehr. Außer mein Nachbar, der die KX5 fährt, sollange es schneefrei ist. Alledings revidiert der seine Motoren auch alle 5 Jahre.
Es geht also das moped täglich zu benutzen.
Fragt sich, besser was altes, oder was neues?
Die guten alten Mopeds halten bei 50 kmH im prinziep ewig. Alledings muss man auch "dabei" bleiben. Das Zeug ist alt und muss gepflegt werden, damit es hält. Zündung, Kette und Vergaser sind die dinge um die man sich kümmern muss.
Bei aktuellen Mopeds ist das im Prinzip genau so, aber da diese neuer sind verzeien Sie länger.
Wenn es ein altes Moped ist, dann ist es ein 2Takter. Einfache Technik aber etwas selbst schrauben ist schon Vorraussettzung, oder du hast jemanden in der Nähe der so etwas auch restaurieren kann.
Neue moped sind fas alles 4takter. Kein Sprit mischen, aber dafür ist für Anfänger mit selbst schrauben erst mal nix.
Gilt dann auch für die China mopeds. 4T Moped, fahren und nach ein paar Jahren wegwerfen. Ersazteile sind meist mangels Händlernetz nicht zu bekommen und der wieder Verkaufswert ist auch nur obligatorisch. Mit Mash ist das etwas anders, es gibt ein kleines Händlernetz und da die aus Frankreich kommen, kann man auch dort Teile bestellen.
 
Danke für die ausführlichen Antworten bisher! 🫡

Zum Thema schrauben: Ich habe null Erfahrung mit verbrenner Motoren sehe mich aber durchaus in der Lage mich in das Thema einzulesen.
Fürs erste Moped möchte ich allerdings erstmal etwas neues haben. Ich habe wie erwähnt einen Mash Handelspartner mit Werkstatt vor der Tür, und die Jungs geben 3 Jahre Garantie auf die Fahrzeuge. Wenn die Karre 3 Jahre hält und mich zuverlässig von A nach B bringt wars das Geld wert mMn.

Winterfahrten schließen selbstredend Schnee und Glätte aus, habs nur 2-3km bis zur Firma.

Im endeffekt gehts mir erstmal als Anfänger darum, dass die Maschine das macht was ich mir vorstelle und ich mein geld nicht Sinnfrei für Chinaschrott rauswerfe.
Euren Aussagen entnehme ich das dem so ist und ich sorglos den nächsten Schritt gehen kann.
 
1. 200km sind für das Fahrzeug normalerweise pipifax. Aber nicht für einen Anfänger, dem es an Sitzfleisch und Routine mangelt. Ich war mit 2 Rädern am Nordkap, in Spanien, Rumänien und - Indien. Erst letztes halbes Jahr bin ich beruflich 13x die 724km (einfache Strecke!) nach Graz gerollert. Auch im Winter und die Nacht durch.
2. Solange das Benzin nicht gefriert kann man fahren - wenn du nicht selbst einfrierst. Siehe Bild.
3. Ich bevorzuge Händler vor Ort. Gerade als Anfänger ist es blöd, bei Problemen/Reklamationen 200km zum Vertragshändler schieben zu müssen.
4. Grob stimmt das. Aber natürlich beziehen sich die Angaben auf ein leichtgewichtiges chinesisches Mädchen das sich windschnittig hinter dem Zündschlüssel verstecken kann und sonstige Tricks wie zum Bersten aufgepumpte Reifen und natürlich ganz piano fahren.
5. Ich empfehle für Kurzstrecken auch Elektro in Betracht zu ziehen. Springt genauso zuverlässig an wie eine Taschenlampe, während Verbrenner weder Kurzstrecken noch Kälte oder Feuchtigkeit mögen. Ein Verbrennungsmotor braucht durchaus 10km bis auch nur das Kühlwasser warm und das Öl auf Betriebstemperatur und (bei Viertakt) das Ventilspiel durch Hitzeausdehnung im Normbereich ist. Bis dahin erhöhter Verbrauch und Verschleiß. Aber klar, 200km am Tag sind mit Elektro schwerlich drin.

6. Ich würde bei Roller mit Variomatik bleiben.
Ich habe auch einen Roller mit 4-Gang-Schaltung und Automatikkupplung (sehr beliebt in Asien), so etwas ist auch ok, aber am bequemsten im Stadtverkehr ist Variomatik. Einfach nur Gas geben und Bremsen. Braucht einen Tick mehr als Schaltgetriebe, aber was soll's.
Ich habe auch ein Mini-Motorrad mit 6 Gängen auf 45km/h, da ist man in der Stadt dauernd nur am schalten. Das ist Mist!
Ein großes Motorrad bei dem der 1.Gang bis 100km/h geht und der letzte Gang alles von 50 bis 200km/h abdeckt, ist auch bequem. Aber die offene Klasse steht für Dich erst einmal nicht zur Diskussion.
 

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7. Denk an Investition in gute Ausrüstung, insbesondere als Ganzjahresfahrer! Wenn das Helmvisier beschägt und Du nichts mehr siehst oder die Kälte in die Knochen kriecht (ok, letzteres ist bei 2km nicht besonders relevant) leidet nicht nur der Spaß, sondern auch die Sicherheit. Nebst Schubert Helmen (nicht gerade billige Premium Liga) nehme ich gerne Regen- bzw. Thermo-Überzieher, die ich über der Alltagskleidung tragen kann und wo das umziehen relativ einfach geht. Auf Tour (ohne Kleiderordnung im Büro etc.) dann normale Motorradkleidung.
 
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