Diverses "Schüttgut" welches nach planlosen Austausch von Kondensator, Unterbrecher und Zündspule schlecht oder gar nicht mehr funktionierte, landete nicht selten auf meinem Werktisch! Dabei konnte ich überwiegend feststellen, dass billige Nachauteile von eBay & Co. eingesetzt wurden. Zusätzlich kam noch die größte Totsünde mit einem "paranoid" justiertem Kontaktabstand von exakt 0,4 Millimeter dazu, wo später sogar die Langlöcher in der Zündgrundplatte viel zu kurz waren um den ZZP einigermaßen korrekt zu justieren.
Wer allerdings den Kontaktabstand für ein korrektes Abrißmaß justiert, muss später niemals mit den Langlöchern kämpfen. Es ist völlig egal ob der Kontaktabstand (vorausgesetzt bei korrektem Abrißmaß) 0,3 oder 0,5 mm beträgt. Als Faustregel galt in den 1970er Jahren "eine Änderung vom Kontaktabstand um 0,1 mm, bewirkt mehrere Millimeter vom Abrißmaß"! Erfolgt der Abriß zu früh, dann fließt noch viel zu wenig Strom in der Primärwicklung von der Zündspule. Deshalb treten dann auch häufig lästige Fehler wie unerwartes Absterben vom Motor beim einschalten der Beleuchtung bei Standgas usw. auf. Billige innenliegende China Nachbau Zündspulen leiden überwiegend an schlechteren Wirkungsgrad und verstärken die Folgen von falsch justiertem Abrißmaß. An vielen nachgebauten Unterbrecherkontakten wurde ein Gleitstück aus zu wenig temperaturbeständigen Kunststoff montiert, das nützt sich sehr schnell ab und öfter wird sogar die Niete locker. Viele begingen auch schon häufige Standardfehler, wie den Verzicht auf sorgfältiges Entfetten der Kontakte bei Neuteilen. Folglich isoliert das Konservierungsmittel die Kontakte und es können kaum nennenswerte Ströme fließen. Ich erhielt vor mehreren Jahren einen Karton mit 7 Stück noch unbenutzten nachgebauten Funkenlöschondensatoren, welche vom Durchmesser an Untermaß litten. So ein Teil wanderte dem Besitzer während der Fahrt aus der Zündgrundplatte und wurde vom Polrad gehäckselt. Ein anderer Einpresskondensator welcher in die Zündgrundplatte eingeklebt wurde, verursachte nach wenigen Wochen einen satten Kurzschluß.
Deshalb prüfte ich alle 7 Stück mit 500 Prüfspannung am Isolationsprüfer und jeder von diesen Prüflingen schlug innerhalb von 30 Sekunden durch. Weil dieser Sondermüll auch nicht selbstheilend war, entstanden bei alle Exemplaren satte Kurzschlüsse nach deren internen Überschhlägen. Nutzt man stattdessen handelsübliche X2 Sicherheitskondensatoren, dann verringert sich bei hohen Spanungsüberschlägen nur deren Kapazität geringfügig, weil dabei ein Stück vom Folienmaterial herauserodiert wird.
Bei häufigeren Arbeiten an alten kontaktgesteuerten Magnetzündergeneratoren kann ein gutes MilliOhmmeter sehr hilfreich sein, weil man damit sogar kleinste Überganswiderstände im Bereich von 1 MilliOhm (ein tausendstel Ohm) reproduzierbar messen kann.
Mit einem Übergangswiderstand von üppigen 0,25 Ohm, können die neuen Kontakte kaum richtig funktionieren. Noch schlimmer war eine oxydierte Crimpverbindung am diesem Ringkabelschuh, denn die Zündanlage funktionierte damit nur nach dem Zufallsprinzip.
Das anfertigen einer neuen Verbindungsleitung bewirkte dann im wahrsten Sinn "Wunder"!
Mit dem klassischen Multimeter, würde man solche Fehler kaum erkennen!