Zündung nicht in Ordnung?

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Schnitzel0815

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Hey Leute,

meine Express Radexi 2 Typ 52 aus 54 spinnt. Starten nachm Winter geht aber Drehzahl kaum bis garnicht machbar. Hatte sie immer leer laufen lassen vorm Abstellen. Sie stirbt ab sobald ich schneller Drehzahl verlange. Wenn ich gaaaanz langsam versuche die Drehzahl zu steigern, klappt es sehr mühselig bis maximal halbgas. Aber auch nur sehr unzuverlässig.

Funken ist da. Vergaser ist Ultraschall gereinigt, gesäubert und Zündkerze auch neu.

Ich habe die Vermutung, dass der Zündfunken zu schwach und zu unregelmäßig ist. Hab ein Video, vom laufenden Motor mit Blick aufs Polrad.

Ich versuche es mal anzuhängen.

Habt ihr eine Idee?

Freundliche Grüße
 

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Man sollte allgemein zur Kenntnis nehmen, dass Plasma-Entladungen oder kräftige Lichtbögen an Unterbrecherkontakten, für eine bestimmte Zeit satte Kurzschlüsse bewirken. Wer schlau ist benützt ein Stoboskop Blitzlampe und erkennt sofort, dass die Zündungen in sehr unregelmäßigen Abständen und teilweise sogar um über 30 Winkelgrade zu spät erfolgen!

Klemmt man anschließend einen impulsfesten 0,33µF Folienkondensator mit 400 Volt Spannungsfestigkeit zwischen Abstellerkabel und Masse, dann verschwindet das unerwünschte Blitzgewitter an den Kontakten und der Zündzeitpunkt erfolgt auch wieder regelmäßig. Mit der Blitzpistole schwimmt dann das Blitzbild nur noch im kleinen Bereich von ca. ±1 mm herum, was an kontaktgesteuerten Zündanlagen im grünen Bereich liegt!
 
Okay also Abstand einstellen und Kondensator wie beschrieben ersetzen einfach gesagt richtig?

Ich bin nur Leihe und dachte mir schon, dass was nicht passt. Deshalb hab ich euch gefragt.
 
Mit dem Kontaktabstand hat das überhaupt nichts zu tun, wenn man in diesem Zusammenhang nicht weiß was man tut, kann das ganze noch schlechter werden!
 
Dann erklär es mir doch bitte wie ich es einstellen kann. Dafür ist doch son Forum da oder???

Handwerklich kann ich aber Motor, dafür brauche ich euch.
 
Wer lesen kann ist bekanntlich im Vorteil!

Blitzpistole benützen und einen 0,33µF Kondensator zwischen Masse und Abstellerkabel parallelschalten! Dann wird der Motor ordentlich laufen und Du kannst anschließend den Zündzeitpunkt überprüfen!

s-l400.jpg


Vorher schon planlos herumdrehen, wäre garantiert der falsche Weg.

PS: Falls keine Zündblitzpistole verhanden ist, dann sollte man so ein unentbehrliches Werkzeug dringend anschaffen!
 
hallo!

ich versuchs mal verständlich zu erklären.
an deinem unterbrecher ist ein grosses gewitter.
da muss der kondensator erneuert werden.
das ist ein kleiner alu becher in der zündungsgrundplatte eingepresst.
den kannst du ersetzen, am besten von bosch oder beru.
(gibts zum anlöten oder anschrauben)
dazu muss das polrad ab.
es wird zwingend ein abzieher fürs polrad benötigt!
den unterbrecherkontakt würde ich dann auch erneuern,
hat ja schon länger rumgebrutzelt.

die vorschläge vom ewald sind natürlich die perfekte lösung!

aber ich denke, was früher mal gemacht wurde,
geht auch heute noch.

grüsse
markus
 
Moin und danke.

Ja, ich habe den Kondensator vom Ewald schon bestellt und in der Nachbarschaft finde ich sicher ne Blitzpistole.

Hast du n Link oder ne Seite für genau diesen UnterbrecherKontakt? Dann würde ich den auch gleich mal bestellen.

Viele Grüße und vielen Dank
 
Wenn es an den Unterbrecherkontakten fürchterlich funkt, ist den meisten Fällen der Kondensator sehr hochohmig! Folglich reicht es bei solchen Fehlern fast immer, nur einen externen Kondensator parallel zu schalten, ohne das Polrad abnehmen zu müssen!

PS: Wenn es so stark wie am Viedeo an den Kontakten funkt, ist aufgrund extremer Verzögerung des ZZP richtiges Fahren gar nicht mehr möglich. Deshalb müssen die aktuell installierten Kontakte gar nicht unbrauchbar sein.
 
Okay klingt super. Habe schon die Info bekommen, dass eine Zündpistole bei meinem Nachbarn vorhanden ist.

Der Kondensator kommt die Tage. Dann bau ich den auch gleich ein.

An Masse und am Kabel vom Unterbrecherkontakt.

Bekomme ich hin.

Man sollte allgemein zur Kenntnis nehmen, dass Plasma-Entladungen oder kräftige Lichtbögen an Unterbrecherkontakten, für eine bestimmte Zeit satte Kurzschlüsse bewirken. Wer schlau ist benützt ein Stoboskop Blitzlampe und erkennt sofort, dass die Zündungen in sehr unregelmäßigen Abständen und teilweise sogar um über 30 Winkelgrade zu spät erfolgen!

Klemmt man anschließend einen impulsfesten 0,33µF Folienkondensator mit 400 Volt Spannungsfestigkeit zwischen Abstellerkabel und Masse, dann verschwindet das unerwünschte Blitzgewitter an den Kontakten und der Zündzeitpunkt erfolgt auch wieder regelmäßig. Mit der Blitzpistole schwimmt dann das Blitzbild nur noch im kleinen Bereich von ca. ±1 mm herum, was an kontaktgesteuerten Zündanlagen im grünen Bereich liegt!
Kannst mir einen Bereich empfehlen, wo der Kondensator gut plaziert ist?
 
So ein Kondensator ist nicht schwer und auch eher klein, folglich kann man diesen sogar mit einem Kabelbinder am Kabelbaum neben dem Motor befestigen. Man soll ihn allerdings etwas schützen und das könnte dann so ähnlich aussehen.

zuendspule2.jpg


Man könnte beispielsweise schmale Streifen von einer Heißklebepatrone herunterschälen und zwischen Schrumpfschlauch und Kondensator hineinstopfen, mit einer temperaturgeregelten Heißluftpistole macht man das ganze Witterungsbeständig und wasserdicht. Es gibt auch Schrumpfschläuche mit eimem Schrumpfverhältnis von 4:1, dann sehen solche Spezialanfertigungen auch optisch schöner aus. Wird irgendwann mal das Polrad (beispielsweise für Reinigungszwecke) demontiert, kann man den alten Einpresskondensator ersatzlos entfernen, die Kabel fachgerecht zusammenlöten und auch sorgfältig isolieren.

12v47w_k50sprint.jpg


Für den zusätzlichen Kabelbinder, habe ich seitlich ein 2,7 mm großes Loch in die Zündgrundplatte gebohrt!
 
hallo!

klar, bei dieser lösung bleibt das polrad dran.
dann kann man auch den unterbrecher drin lassen.
nach ewiger betriebszeit mache ich den auch gerne neu rein.........

grüsse
markus
 
Hallo Markus,

sehr viele nachgebaute Unterbrechekontakte wurden erfahrungsgemäß nicht passgenau gefertigt und sind auch von der Materialqualität richtig Grottenschlecht. Wenn ich solche Bastelkovolute erhielt welche nach planlosen vorsorglichen Austauschaktionen von Kondensator, Unterbrecher und Zündspule nie wieder richtig funktionierten, montierte ich schon öfter die ursprüngliche originale gekapselte Bosch Zündspule, arbeitete die überwiegend wenig verschlissenen Bosch Unterbrecherkontakte fachgerecht nach und entsorgte naturgemäß den alten Einpresskondensator. Diese Zündanlagen funktionierten später wieder überwiegend einwandfrei, solange sie nicht an drehwillige Motoren montiert wurden.
 
hallo ewald!

bislang hatte ich mit neuen unterbrechern von bosch oder beru keinen ärger.
und das bei etwa 10 bis 15 komplett revidierten bergi motörchen jedes jahr.
jeder, immer alles so, wie er, oder sein sparschwein es wünscht......
bosch oder beru kondensator eingebaut, oder folienkondensator unterm tank.
den folienkondensator, montiert auf die grundplatte, mach ich nur für meine moppels.
originale neue und gute, gebrauchte bosch zündpulen sind noch da.
wer in der jugend spart und sammelt, hat auch was fürs alter. ;-)

auch dieses thema ist wie alles im leben:
nur der eigene standpunkt bestimmt die sicht auf alle dinge!

grüsse
markus
 
Diverses "Schüttgut" welches nach planlosen Austausch von Kondensator, Unterbrecher und Zündspule schlecht oder gar nicht mehr funktionierte, landete nicht selten auf meinem Werktisch! Dabei konnte ich überwiegend feststellen, dass billige Nachauteile von eBay & Co. eingesetzt wurden. Zusätzlich kam noch die größte Totsünde mit einem "paranoid" justiertem Kontaktabstand von exakt 0,4 Millimeter dazu, wo später sogar die Langlöcher in der Zündgrundplatte viel zu kurz waren um den ZZP einigermaßen korrekt zu justieren.

Wer allerdings den Kontaktabstand für ein korrektes Abrißmaß justiert, muss später niemals mit den Langlöchern kämpfen. Es ist völlig egal ob der Kontaktabstand (vorausgesetzt bei korrektem Abrißmaß) 0,3 oder 0,5 mm beträgt. Als Faustregel galt in den 1970er Jahren "eine Änderung vom Kontaktabstand um 0,1 mm, bewirkt mehrere Millimeter vom Abrißmaß"! Erfolgt der Abriß zu früh, dann fließt noch viel zu wenig Strom in der Primärwicklung von der Zündspule. Deshalb treten dann auch häufig lästige Fehler wie unerwartes Absterben vom Motor beim einschalten der Beleuchtung bei Standgas usw. auf. Billige innenliegende China Nachbau Zündspulen leiden überwiegend an schlechteren Wirkungsgrad und verstärken die Folgen von falsch justiertem Abrißmaß. An vielen nachgebauten Unterbrecherkontakten wurde ein Gleitstück aus zu wenig temperaturbeständigen Kunststoff montiert, das nützt sich sehr schnell ab und öfter wird sogar die Niete locker. Viele begingen auch schon häufige Standardfehler, wie den Verzicht auf sorgfältiges Entfetten der Kontakte bei Neuteilen. Folglich isoliert das Konservierungsmittel die Kontakte und es können kaum nennenswerte Ströme fließen. Ich erhielt vor mehreren Jahren einen Karton mit 7 Stück noch unbenutzten nachgebauten Funkenlöschondensatoren, welche vom Durchmesser an Untermaß litten. So ein Teil wanderte dem Besitzer während der Fahrt aus der Zündgrundplatte und wurde vom Polrad gehäckselt. Ein anderer Einpresskondensator welcher in die Zündgrundplatte eingeklebt wurde, verursachte nach wenigen Wochen einen satten Kurzschluß.

Deshalb prüfte ich alle 7 Stück mit 500 Prüfspannung am Isolationsprüfer und jeder von diesen Prüflingen schlug innerhalb von 30 Sekunden durch. Weil dieser Sondermüll auch nicht selbstheilend war, entstanden bei alle Exemplaren satte Kurzschlüsse nach deren internen Überschhlägen. Nutzt man stattdessen handelsübliche X2 Sicherheitskondensatoren, dann verringert sich bei hohen Spanungsüberschlägen nur deren Kapazität geringfügig, weil dabei ein Stück vom Folienmaterial herauserodiert wird.

image.jpg


Bei häufigeren Arbeiten an alten kontaktgesteuerten Magnetzündergeneratoren kann ein gutes MilliOhmmeter sehr hilfreich sein, weil man damit sogar kleinste Überganswiderstände im Bereich von 1 MilliOhm (ein tausendstel Ohm) reproduzierbar messen kann.

hochohmig.jpg


Mit einem Übergangswiderstand von üppigen 0,25 Ohm, können die neuen Kontakte kaum richtig funktionieren. Noch schlimmer war eine oxydierte Crimpverbindung am diesem Ringkabelschuh, denn die Zündanlage funktionierte damit nur nach dem Zufallsprinzip.

kabelfehler.jpg


Das anfertigen einer neuen Verbindungsleitung bewirkte dann im wahrsten Sinn "Wunder"!

neue_leitung.jpg


Mit dem klassischen Multimeter, würde man solche Fehler kaum erkennen!
 
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