Zündblitz- Pistole

Hallo Markus,

Papier ist bekanntlich geduldig und viele Autoren von Werkstatt Handbüchern, waren auch keine erfahrenen Techniker. Gestern erhielt ich beispielsweise einen "Orschinoool Schaltplan" für eine Hercules Ultra 80 LC2 (Seite 140) als Mail, wo eine wichtige Leitung im Nirewana endete. Dann gab es auch schon mehrmals neue Kabelbäume, welche nach Fehlern von Schaltplänen nachgebaut wurden. Deshalb habe ich bisher noch nie auch nur einen einzigen Schaltplan auf meiner Webseite "ungeprüft" veröffentlicht, weil ich Original in vielen Zusammenhängen eher als Schimpfwörter sehe.

Die paranioden "0,4mm" Empfehlungen für den Kontaktabstand, werden beispielsweise garantiert immer für einen alten VW Käfer passen, wo man am Ende den ZZP durch verdrehen des Zündverteilers justiert. An Motorrädern mit feldgeregelten Gleichstromgeneratoren und Batteriezündung gelten die gleichen Regeln, aber zeitkritisch ist das allgemein bei permanenterregten kontaktgesteuerten Zündanlagen, welche ihren Strom selber erzeugen.

Die allgemein bekannten häufigsten Todsünden:
Eine alte Bosch Zündgrundplatte wird sauber gereinigt und wenn schon alles zerlegt ist, erneuert man vorsorglich auch Unterbrecher, Funkenlöschkondensator und Zündspule, so wie es vor 50 Jahren üblich war. Später wird dann häufig festgestellt dass die Zündanlage entweder sofort schlecht funktioniert oder schon nach wenigen Kilometern erneut ausfällt usw.!

Wenn mir jemand so ein Teil einzig mit billigen Nachbauteilen bestückt (und ohne die beigelegten alten Originalkomponenten) zusendet, geht das unrepariert wieder an den Besitzer zurück weil ich mich damit nicht sinnlos herumärgere. Viele beißen sich dann leider auf einen empfohlenen Kontaktabstand von 0,4mm fest und denken dabei nicht an das mögliche Zeitproblem mit falschem Abrißmaß und folglich auch kraftlosen Zündfunken! Ein anderer klassischer Fehler ist häufig die Montage von neuern Unterbrecherkontakten ohne vorsorgliche gründliche chemische Reinigung der Kontakte. Zur Konservierung wird in vielen Fällen Trockenschmiermittel genützt, was aus elektrischer Sicht wie ein Isolator wirkt! Als Klassiker dann noch fragwürdige Einpresskontensatoren, welche entweder bei löten zerstört werden oder schon im Neuzustand unbrauchbar sind.

Wenn man sich nicht sicher ist dann schnell mal mit dem guten "MilliOhmmeter" den Übergangswiderstand der geschlossenen Kontakte überprüfen, liegt dieser über 50 Milliohm oder schwankt bei wiederholter Betätigung sehr stark, besteht dringender Handlungsbedarf!

PS: Deshalb immer auch physikalisch mitdenken, anstelle nur Blind herumschrauben und am Ende verzweifeln!
 
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