Hallo Markus,
Klassische nasse Starterbatterien dauerhaft auf dem selben Platz zu lagern, ist aus mehreren Gründen nicht die sinnvollste Entscheidung! Dazu sollte man wichtige technische Grundlagen kennen.
Deren "Haupt-Todesursachen" sind schleichende Sulfatierung:
Fällt deren Klemenspannung bei der Lagerung unbemerkt unter 12,4 Volt, bilden sich unvermeidlich Bleisulfatkristalle auf den Platten. Werden diese nicht rechtzeitig durch fachgerechtes Laden wieder gelöst, verhärten sie sich recht schnell. Die Starterbatterie wird dann schleichend hochohmiger, verliert auch kontinuierlich an möglicher Speicherkapazität, und neigt auch zusätzlich zur Säureschichtung!
Bei Lagerung auf Steinböden wäre eine
Holz- oder Styroporunterlage sehr sinnvoll, um Kältebrücken zum kalten Beton zu unterbrechen und mögliches schwitzen zu vermeiden.
10 bis 15°C trockene Lagertemperator wären wiederum echte Wohlfühl-Bedingungen, sinkt die Klemmenspannung unter 12,5 Volt ab, dann sofort für mindestens 12 Stunden an ein Ladegerät mit 14,4 bis 14,7 Volt Ladeschlußspannung, denn der Ladestrom nimmt in Richtung Ladeschluß überdurchschnittlich stark ab. Auch eine richtig vollgeladene nasse Starterbatterie will schon nach ca. 10 bis 14 Tagen Ruhezeit über 2 Stunden an einem "richtigen" Ladegerät bleiben, damit dieses bei ca. 1% der Nennkapazität automatisch abschaltet.
Nun kommen wiederum viele "Werbungstechnisch hochgelobte" Ladevollautomaten für "Dummies" wie Cetek usw. ins Spiel, welche in den meisten Fällen viel zu früh automatisch abschalten und deshalb auch keine fachgerechten Voll-Ladungen ermöglichen. Alternativ eignen sich naturgemäß Erhaltungsladegeräte mit moderaten Ausgangsspannungen von max. 13,4 Volt, damit entsteht keine gefährliche Plattenkorrosion und Bleikkus bleiben dauerhaft bei optimalem Ladezustand.
"Aber" nun die fatalen Folgen für sehr lange gelagerte Nassbatterien aufgrund von Säureschichtung:
Verstärkte Sulfatierung unten: Im unteren Bereich wird die Säurekonzentration extrem hoch. Das führt dort zu einer rasanten, massiven
Sulfatierung (Kristallbildung). Die Platten korrodieren dort und zersetzen sich auch bei moderaten Erhaltungsladespannungen allmählich.
Die nur scheinbare Vollladung: Misst man die Spannung mit einem Voltmeter an den Polen, täuscht die Batterie oft einen guten Zustand vor. In Wahrheit arbeitet aber nur noch obere Bereich des aktiven Materials und die nutzbare Ladung sinkt kontinuierlich ab. Das nötige mechanische Bewegen durch Kurven, Bremsen und Erschütterungen beim Fahren fehlt bei möglicherweise jahrelanger Lagerung im Keller oder Garage völlig.
Materialschonende Erhaltungsladung kann keine Säureschichtung ausgleichen, dazu benötigt man wiederum kurzzeitige Ausgleichsladespannungen von ca. 15,5 bis 16 Volt. Die Nassbatterie beginnt dann kontrolliert zu "gasen" und die aufsteigenden Bläschen mischen Wasser und Säure wieder perfekt durch. Bei solchen Maßnahmen in geschlossenen Räumen, besteht auch die große Gefahr von "Knallgasbildung"! Hat man diese Möglichkeit nicht, dann hilft auch die altbewährte
"Manuelle Bewegung": Wird ein nasser Bleiakku über Monate oder gar Jahre an einem festen Ort gelagert, dann alle paar Wochen den Energiespeicher ausreichend kippen/schwenken, um die unterschiedlichen Säuredichten mechanisch wieder zu vermischen. Dann können auch klassische Nassbatterien sehr alt werden und dauerhaft funktionieren.
Diese einfachen Reglen sollte jeder befolgen, der mit klassischen nassen Bleiakkus hantiert!