Beachte in diesem Zusammenhang unbedingt, dass die Ohmmeterfunktion von handelsüblichen Multimetern nicht wirklich zum messen an kleinen Widerständen von wenigen Zehntel Ohm geeignet ist. Bei möglichen Übergangswderständen am Drehschalter entstehen beim überbücken der beiden Messtrippen nicht selten schon Fehlmessungen im Bereich um etwa 0,5 Ohm.
Wenn Du ein Labornetzteil besitzt, dann kannst Du beispielweise die Strombegrenzung auf 1 Ampere einstellen und den Spannungsabfall an der jeweiligen Spule in Volt oder Millivolt messen. Anschließend nach dem ohmschen Gesetz U ÷ I den Widerstand in Ohm berechnen, der stimmt mit dieser Methode auch ziemlich genau.
Die Kapazität von Kondensatoren alleine zu messen reicht in den meisten Fällen nicht, denn man sollte auch dessen ESR vom Prüfling kennen! Neue originalverpackte Unterbrecherkontakte haben bei unzähligen Leuten schon Stunden oder gar tagelange sinnlose Suchaktionen verursacht. weil in diesem Zusammenhang nicht erkannt wurde, dass das Konservierungsmittel die geschossenen Kontakte beinahe vollständig isolierte. Die Unterbrecherkontakte müssen unbedingt metallsch blank und desen Übergangswiderstände im geschlossenen Zustand unter 50 MilliOhm betragen. Ein optisch offensichtlich tadelloser Zustand mit uppigen 250 MilliOhm, könnte im praktischen Einsatz nur schlecht bis gar nicht mehr funktionieren.
Ich hatte mal einen ähnlichen Fall mit einer Yamaha Chappy LB50, wo es der Besitzer gut meinte und vorsorglich die Unterbrecherkontakte erneuerte. Anstelle auf das korrekte Abrissmaß zu achten justierte er die Kontakte "paranoid" auf 0,4 mm Kontaktabstand. Damit lag das Abrißmaß viel zu früh und folglich war der Zündfunke auch sehr schwach. Das Moped sprang nie wieder an, bis er irgendwann zu mir pilgerte und nach technische Rad fragte. Ich erkannte diese Todsünde sehr schnell und justierte die Kontakte auf 0,3 mm. Der völlig abgesoffenen Motor sprang mit einer neuen Zündkerze relativ schnell an und der Besitzer verstand die Welt nicht mehr.
PS: Wenn das Thermopapier durch das heiße Plasma vom Zündfunken nicht durchbrennt, wäre es extrem unwahrscheinlich dass der Motor anspringt. Mögliche Ursachen dafür wären: hochohmiger Vorwiderstand im Zündkerzenstecker, defekte Zündkerze, Abrißmaß zu früh, verschmutzte Kontakte oder in seltenen Fällen defekte Zündspule oder Zünderregerspule. Mit einem hochohmigen Kondensator wäre der Zündfunke sogar ausreichend stark zum durchzünden vom Kraftstoffgemisch, allerdings wirken starke Lichtbögen an Unterbrecherkontakten wie elektrisch leitende satte Kürzschlüsse. Folglich erfolgen die Zündfunken sehr unregelmäßig und in den meisten Fällen viel zu spät. Blitzt man mit der Blitzpistole das Polrad an kontaktgersteuerten Zündanlagen ab dann wird dieses niemals völlig ruhig erscheinen, es sollte aber auch nicht mehr wie ±1mm an der Markierung herumspringen.