SUPRA GP 4

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NavigatorV8

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Hercules Supra GP4 // Vespa PK50
Moin und danke für die Aufnahme. Ich habe eine Supra von 1979. Diese wurde vom Vorbesitzer mit einer elektronischen Zündanlage von Motoplat umgerüstet und mit LED Blinkern ausgestattet. Jetzt habe ich die Blinker wieder auf original geändert und ein paar neue Leitungen gezogen. Alles funktioniert, nur leider blinken die Blinker nicht. Kann mir jemand anhand der Bilder sagen, was hier falsch angeschlossen ist?



 
Hallo
Supra Gp 4 den Schaltplan mal anschauen.Da ist unter Umständen was umgebaut. Eine ULO EBL 801 muss funktionieren ,sonst gehen die Blinker nicht.Gruß Klaus
 
ich glaube, diese ULO hat meine gar nicht, kann das sein?
 
Die Supra 4 GP gab es nur mit Motoplat Zündung. Da kann nichts umgerüstet worden sein.
 
Von Motoplat sieht man an diesem wild zusammengeschusterten Kabelbaum ers mal gar nichts! Weiters sollte man zu Kenntnis nehmen, dass ULO EBL 801 zwingend eine eigene Ladespule benötigen, sonst kann das niemals richtig funktionieren! Die Parallelschaltung vom weißen und gelben Generatorkabel (falls die Generatorwicklung über einen Mittelanschluß und zusätzliches Wicklungsende verfügt) könnte niemals ordentlich funktionieren, sondern nur sinnlos heizen.

Ich will mal ordentliche Bilder vom Lima-Stator sehen, damit man die derzeit verbauten Komponenten so einigermaßen zuordnen kann!
 
diese vier Bilder hätte ich. Geht das?







 
Um 1980 hatten die Magnetzündergeneratoren von diesen rechtsdrehenden 4 Gang Sachs Motoren solche unvergossene Motoplat Statoren montiert.

sachs6v19_20_5w.jpg


Als Zündschaltgerät war damals dieser Typ allgemein üblich.

unvergossen.jpg


Auf Deinem Bild sieht man ein schwarzes rechteckiges Zündschaltgerät und eine nachgeschaltete klassische Zündspule. Den Stator unter dem Motoplat Polrad kann ich nicht erkennen, aber er dürfte mit rotem Gießharz vergossen sein. Der zusätzliche Step Up Converter gibt in diesem Zusammenhang auch nicht viel Sinn, denn wenn man hätte gleich den originalen Generatorteil leicht ändern und damit ein 12 Volt Bordnetz mit zusätzlichem Akku realisieren können. Durch den höheren Einschaltstrom von Glühlampen-Blinkleuchten, würde der DC/DC Wandler ohnehin zusammenbrechen. Dazu müsste man am unvergossenen Stator die 6V 5 Watt Bremslichtspule umpolen und mit den beiden Ladespulen parallelschalten.

6v19-12v38watt.jpg

stator.jpg


Mit montiertem Polrad kann man leider den montierten Statortyp nicht erkennen und richtig zuordnen.
 
danke für deine ausführliche Antwort. 12 Volt hat die Hecules aber ja bereits.
Anbei aber noch ein Bild, welches ich vom Vorbesitzer habe. Vielleicht hilft das ja weiter:

 
Das sieht sehr verdächtig nach so einem Staortyp aus, welchen es unter anderem auch mit einem weißen statt dem grünen Generatorkabel gab.

6volt61watt.jpg


Die alten vergossenen 6V 35/21/5 Watt Statoren von Kleinkrafträdern erzeugen leider sehr niedrige Leerlaufspannungen und sind für 12 Volt Leuchtmittel ungeeignet, siehe folgende Aufzeichnungen.

6v61w_ktm50rsl.png


Degegen haben die unvergossenen 6V 19/20/5 oder 10 Watt Statoren eine wesentlich bessere Generatorbestückung.

6v20-5w_geregelt.png


Deinen vergossenen Stator könnte man von den Generatorleistung nachmessen, aber ich vermute dass es sich um einen schlechten 6V35/21/5 Watt Generatorteil handelt. Nach Deinen Bildern zu urteilen, ergibt diese Flickschusterei wenig Sinn!

PS: Das hochsetzen von pulsierenden 6 V Gleichspannung auf 12 Volt funktioniert bestenfalls mit energiesparenden LED ab deutlich erhöhter Leerlaufdrehzahl, mit klassischen Glühlampen bricht garantiert alles zusammen. Leider ein abschreckendes Beispiel, wie man es niemals machen sollte! Keinesfalls darf man pulsierende, geregelte Einpulsgleichrichtung ohne Glättung mit einem ausreichend großen Elko belasten, denn da kommt nicht mehr viel brauchbare elektrische Energie heraus. Im schlimmsten Fall wird sogar der Powermosfet vom Step-Up Konverter zerstört!
 
mit Step-Up Konverter meinst Du sicher dieses Teil in der weissen Box, richtig? Was ist das überhaupt??
Und verstehe ich das richtig, Du meinst ich habe gar keine 12 Volt Anlage, sondern immer noch 6 Volt?
Ich kann nur soviel sagen, vorn ist ein 12 Volt LED Leuchtmittel eingebaut, funktioniert einwandfrei.
Hinten sind herkömmliche 12 Volt Birnen drin, funktioniert auch
 
Der Step-Up oder Boost Converter setzt 6 Volt Gleichspannung auf die eingestelle höhere Spannung (beispielsweise 12 Volt) hoch, allerdings nur mit einem Wirkungsgrad von ca. 85% unter günstigen Bedingungen. Glühlampen mit kalten Glühfäden ziehen beim einschalten kurzzeitig ca. 10 fach höheren Einschaltströme, deshalb muss Eingangsseitig ausreichend viel Strom fließen damit der Wandler die Glühlampen überhaupt befeuern kann.

Billig-Improvisationen ohne ordentlichen Energiespeicher, sollte man für Bremslicht, Blinker oder Hupe nicht anwenden, das verursacht nur sinnlosen Ärger und funktioniert in vielen Fällen bei Standgas überhaupt nicht.


Mit LED Leuchtmittlel "ohne überhöhte Einschaltströme" funktioniert diese Hochsetztechnik bei stabiler Eingangsspannung allgemein recht gut, aber ohne Energiespeicher geht auch damit aus dem Drehzahlkeller oft gar nichts!

PS: An sehr drehwilligen Motoren könnte man an den alten 6V 35 Watt Lichtspulen sogar leistungsstarke 12 Volt Glühlampen mit Wechselstrom befeuern, aber aus dem Drehzahlkeller ist dann tote Hose.
 
Danke für die ganzen Hinweise. Also erzeugt meine Lichtmaschine weiterhin 6 Volt statt 12 und ist gar keine kontaktlose Zündung?!

Und was sollte ich im jetzigen Zustand machen, damit alles so funktioniert, wie es soll?
 
Wieder LED verwenden. Es gibt auch LED Leuchtmittel für die originalen Blinker. Auch sinnvoll: Bremslicht und Rücklicht auch auf LED umrüsten. Das alles benötigt viel weniger Strom und ist am Tage auch viel heller. Es ist halt zu beachten, das LED´s immer Gleichstrom benötigen, der DZM aber nach wie vor Wechselstrom haben muss.
 
Okay. Baue ich mal ein und schau, ob die Blinker dann funktionieren
 
Deine Zündanlage arbeitet kontaktlos, nur wurde ein exotisches Zündschaltgerät und nachgeschaltete Zündspule dafür installiert! Es gab mal eine Zeit wo Motoplat die allgemein bekannten roten Zündschaltgeräte für manche Fahrzeuge nicht liefern konnte, dann wurde eben ein kompatibles CDI Zündmodul und eine klassische Zündspule montiert, welche als aufgeteilte Einheit den gleichen Zweck erfüllen.

PS: Miss mal fachgerecht die ohmschen Innenwiderstände (am besten an einem Labornetzteil mit konstantem Strom) und Induktanzen der einzelnen Generatorspulen mit 1kHz Messfrequenz am LCR Meter, dann weiß man mit Sicherheit worum es sich dabei handelt. Ich denke der Vorbesitzer hat Teile aus verschiedenen alten Bastelkisten entnommen und diese irgendwie miteinander verheiratet. Das ist meiner Meinung im Prinzip auch nicht verkehrt, aber man sollte solche Frankenstein-Aktionen auch immer fachgerecht durchführen. Die meisten Leute erkennen bei dieser unprofessionellen Flickschusterei wahrscheinlich nicht einmal, worum es sich bei diesen Komponenten überhaupt handelt?
 
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