19er Bing-Vergaser, noch zu retten?

Beitragvon matt21 » 19.08.2021 22:08

Hallo Wolfram,
Kannst mir das gerne zuschicken und ich schau mir das an. Bei Bedarf schick mir eine kurze PN.

Hallo Klaus,
ich wage jetzt mal zu behaupten, das Bing da Standardmaterial aus dem Katalog eingesetzt hat.

Auch gehe ich davon aus, dass das Ausgangsmaterial 2mm hat und die fünf Hunderstel Unterschied die entsprechende Passung sicherstellen.
Wenn das Röhrchen das gleiche Mass wie die Bohrung hat wäre ja keine Presspassung mehr vorhanden.
Dann müsste man das einkleben und auch das kostet wieder mehr Geld.

Sonderwerkstoffe und -masse kosten extrem viel Geld im Vergleich zu Standardware.
Ein guter Konstrukteur versucht immer, wo möglich, Sonderlösungen zu vermeiden. Zumindest verlange ich das so.
Gruß Matthias
matt21
 
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Beitragvon Sachscupspezi » 19.08.2021 23:23

@ Matthias
Ich denke das bei Bing kein Standardmaterial verwendet wurde. Das ist schon Präzision. Bei den Vergasern kann man durch umrüsten andere Düsennadeln, Nadeldüsen ,Schiebern ,Düsen die feinste Unterschiede haben ( auch von den Maßen her ) den Vergaser anders abstimmen. Kleinste Bohrungen für Luft und Benzin ,ist alles Präzision.
Die Bohrung für das Röhrchen hat definitiv einen Durchmesser unter 2 mm . 5/100 mm Unterschied Bohrung /Röhrchen braucht man nicht unbedingt um es fest zu bekommen. Da reichen auch weniger.Besonders wenn man es kalt einpresst ,ist das von Vorteil.

Wie schon gesagt: Ich werde den Vergaser erwärmen und dann mit einem Druckstück das kalte Röhrchen mit der Presse ,aber mit viel Gefühl einpressen.

Ich habe circa Maße genannt ,die einigermaßen passen. Der Innendurchmesser des Röhrchens war bei mir nach dem auspressen ca.1mm-1,1mm. Etwas schwer zu messen.
Ich habe jetzt neue Röhrchen bestellt ,1,1 mm und 1,2 mm Innendurchmesser.
Durch das Einpressen verändert sich der Innendurchmesser wahrscheinlich nicht großartig. Die Bohrung im Vergaser, bei einmaliger Reparatur, leidet da auch nicht. Wenn man beim Einbau von Kugellagern im Motorblock ohne Wärme arbeitet leidet der Sitz. Macht man das öfters, bekommt man das Lager nicht mehr fest.
Gruß Klaus

-- 19.08.2021 23:32 --

Von Matthias:Sonderwerkstoffe und -masse kosten extrem viel Geld im Vergleich zu Standardware.
Ein guter Konstrukteur versucht immer, wo möglich, Sonderlösungen zu vermeiden. Zumindest verlange ich das so.

Heute ja. Früher war das wohl etwas anders. Das hat sich alles nach und nach so entwickelt.

-- 20.08.2021 00:43 --

@Alle
@ Matthias
Mindestbestellung lag bei 10 €.Ich habe folgende Röhrchen bestellt.
Wenn jemand was benötigt, kann er auch von mir was bekommen .Kurze Stücke im kleinen Brief verpackt.
MfG Klaus
20210820_013324.jpg
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-- 20.08.2021 00:56 --

Ich denke, das man die Röhrchen nutzen kann. Wenn der Durchmesser nach dem Einpressen zu klein wird ,nimmt man Düsenreibahlen um es auf das richtige Maß zu bringen. Ich werde mit einer Düsenlehre mal ein eingebautes Röhrchen auf das Maß prüfen. Einfach um mal genau zu wissen wie es so ist. Nachbau Rep ,ist besser als ein abgebrochenes Rohr.
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Beitragvon matt21 » 20.08.2021 06:51

Moin,
Da in Fliessrichtung vor dem Rohr eine deutlich kleinere Düse sitzt, die die Kraftstoffmenge bestimmt. Es geht hier ja um die geringen Mengen im Leerlauf.
Dafür ist es nach meinem Dafürhalten nicht entscheidend, ob der Innendurchmesser 1 oder 1,1mm ist.
Der Druck im Rohr, der den Kraftstoff fördert ist unabhängig vom Durchmesser.

Und ich glaube schon, dass auch zu der Zeit schon genau kalkuliert wurde, welches Material da verwendet wurde.
Sicherlich nicht in dem Maße wie heute aber generell schon.

Und diese Rohr gehört für mich zu den Bauteilen die nicht höchste Präzision verlangen.
Gruß Matthias
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Beitragvon Sachscupspezi » 20.08.2021 11:11

Moin
Es spricht nichts dagegen ,es genau so zu bauen,wie es original ist,auch wenn es an dieser Stelle wohl nicht ganz identisch sein muss. Es ist kein Mehraufwand und kostet das Gleiche.
Schön ist es ,das man überhaupt das passende Material dafür bekommt. Wichtig für mich: Die Reparatur ohne Schäden zu verursachen hin zu bekommen. Nachher sollte es auf jeden Fall funktionieren, ohne das man da eine Störfunktion hat. Vergaser habe ich noch keinen entwickelt und gebaut. :lol: :lol: :lol:


Gruß Klaus
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Beitragvon matt21 » 20.08.2021 12:02

Es kann wahrscheinlich keiner mehr sagen welches Ausgangsmaterial verwendet und wie das zusammengebaut wurde.

Und bei einer Reparatur führen wohl mehrere Wege nach Rom.

Ich habe mit meiner Methode bis dato nur gute Erfahrungen gemacht.

Anbei ein Beispiel eines Vergaser-PJ-Umbaus:
Bohrungsdurchmesser 2,9mm
Aussendurchmesser Rohr 3mm
Wandstärke 0,45mm
Kalt eingepresst
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Gruß Matthias
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Beitragvon Sachscupspezi » 20.08.2021 12:31

@ Matthias
Schön gemacht. :lol:
Beim 1/19/31 ist alles etwas filigraner. Da bin ich ziemlich sicher, das ich das gut einpressen kann.
Man muss auch nicht weiter diskutieren,ob es kalt oder warm gemacht wird. Wenn ich die Bohrung durch Erwärmen etwas weite, bekomme ich das kalte Röhrchen da leichter rein. Es kühlt ab und sitzt fest. Da macht man keinen Fehler, im Gegenteil. Verbiegt sich das dünne Röhrchen beim Einpressen, da der Widerstand doch zu groß ist, hat man wieder Mehrarbeit.
Gruß Klaus
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Beitragvon Sachscupspezi » 22.08.2021 14:03

Guten Tag
Das Einpressen vom 2mm Röhrchen ist auf keinem Fall möglich.

Bevor ich das einpresse, werde ich das Röhrchen vom Außendurchmesser verkleinern.
Ich habe mich mit einem guten Bekannten , der sich mit Vergaser gut auskennt ,erst einmal beraten.
1 . Den Vergaser nur ganz leicht warm machen , besser den Außendurchmesser des Röhrchen kleiner machen ,so das man es kalt einpressen kann. ( Die Gefahr ,bei zuviel Wärme besteht darin, das sich der Vergaser verziehen könnte.

Erst testen: Ich bohre in einem Alustück 10 mm dick mit einem HSSG Mini Spiralbohren 1,95 mm mehrere
Bohrungen. Schleife mehrere 2 mm Röhrchen z.B auf 1,96 mm,1,97 mm und 1,98 mm und fase sie leicht an. Teste dann ,wie sie sich einpressen lassen und wie fest sie sitzen. Dabei werde ich das Alustück mal auf ca 70-80 Grad erwärmen und schauen welches Röhrchen sich da unter Umständen löst.

Ich bin sicher ,das Bing da Spezialwerkzeug benutzt hat und vom gesetzten Bohrungdurchmesser im Vergaser das passende Röhrchen gefertigt hat. Nichts von der Stange. 5/100 mm verdrängt man kalt/warm nicht bei diesem dünnen Rörchen. Der Widerstand ist zu groß.
Das ausgebaute Röhrchen 1,95 mm , vor dem Einpressen vielleicht 1/100 mm größer. Bohrung dann in etwa so groß wie das ausgepresste Röhrchen.
Gruß Klaus

-- 22.08.2021 14:10 --

Folgendes hatbe ich am Anfang des Threads schon mal geschrieben. Mit der Wärme bin ich da aber vorsichtig: Besser testen wie ich es geschrieben habe.

Beim 1/19/31 ist das schon filigran. Alles tun ,um es leichter/ unbeschädigt raus und rein zu bekommen ,kann nie schaden.
Ich rate ebend, da etwas anders vorzugehen. Das einpressen auch mit weichen Werkzeug. Den Innen durchmesser möchte ich durch Stauchung da nicht noch verengen. Nimmst du was hartes ,siehst du es genau und es verengt da was . Das soll auch halten ,das ist richtig. Zu locker soll es ja nicht sitzen. Nicht durch Material wegtreiben,sondern durch Erwärmung bekommt man das gut hin. Wie beim Kugellager - Einbau in vielen Sachs Motoren. Passen die Röhrchen vom Außendurchmesser nicht ganz genau wie das Original werde ich da den 1 oder anderen 1/100 mm noch abdrehen.
Gruß Klaus
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Beitragvon matt21 » 22.08.2021 14:11

Also jetzt doch kalt einbauen?

Was ist denn die Begründung dafür, das man 5/100 nicht einpressen kann?
Gruß Matthias
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Beitragvon Sachscupspezi » 22.08.2021 14:35

Das Erwärmen hilft ,man darf es nur nicht zu warm machen. Besser ist es den Durchmesser vom Rohr zu verkleinern und kalt rein pressen. Dann schließt man den möglichen Verzug ganz aus.Ich habe mich beraten lassen. Du bekommst ja den Vergaser . Die 5/100 mm Differenz ,wenn vorhanden ,wirst Du bei diesem dünnen Röhrchen das 2 mm vom Außendurchmesser hat, nicht überwinden

Bitte nicht auf kalt und warm rum reiten: Warm machen dehnt aus und würde helfen. Den möglichen Verzug des Vergasers habe ich erstmal nicht bedacht, deshalb wenn warm machen, nur leicht 50 /60Grad Celsius vielleicht.

-- 22.08.2021 14:55 --

Ziel ist es, das Röhrchen fest genug ohne Beschädigungen rein zu bekommen. Nicht da Material großartig zu stauchen b.z.w zum Beispiel 5/100 mm zu überwinden. Wenn es hält und sich nicht löst reicht das aus.
So warm wird der Vergaser nicht das sich da was löst.
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Beitragvon matt21 » 22.08.2021 16:26

Wenn dann würde ich das Rohr mit Eisspray abkühlen.
Da ist dann jedes Risiko für den Vergaser ausgeschlossen.

Da ich das kalt verbaue ist das aber für mich egal.

Und wenn die 5/100 wirklich zuviel sind, dann schleife ich das Röhrchen einfach mit Schmirgelpapier etwas runter oder vergrößere die Bohrung etwas, je nach Zustand.

Irgendwelche Verbauversuche in Hunderstelschritten halte ich an der Stelle ehrlich gesagt für unnötig.

Aber auch hier gilt, jeder wie er mag und es für richtig hält.
Gruß Matthias
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Beitragvon Sachscupspezi » 22.08.2021 17:16

@ Matthias
2 mm geht auch mit Fase kalt nicht rein::::::::::::Versuch es und gut.
Ob man das Röhrchen kleiner schleift ,oder die Bohrung vergrößert ,ist doch ziemlich das Gleiche.
Davon rede ich doch die ganze Zeit.
Wieviel Widerstand das Röhrchen aushält, ohne sich da zu verbiegen , stelle ich dann so ziemlich mit meiner Methode fest.
Du hast da nicht viele Versuche: Röhrchen angefertigt, Bohrung vielleicht doch etwas zu eng,dann musst Du das wieder raus fummeln und ein neues anfertigen . Wenn die Bohrung zu groß ist, eventuell einkleben. Die Stelle wo das Röhrchen in den Bing 1/19/31 muss ,ist nicht so super zugänglich,alles etwas klein. Hat sich da etwas verkeilt,kann man es nicht durchtreiben . Dann geht es nur von oben ,mit einem kurzen Stift der kleiner als die Bohrung ist zurück zu hebeln.
Aber jeder wie er mag? Das finde ich oberflächlich. Ich versuche genau die richtige Methode zu finden,ohne das man da rum eiert. Man liegt auch mal voll daneben . Theorie und Praxis unterscheiden sich. 3 mm und 2 mm unterscheiden sich auch. Ein dünner Ast vom selben Baum bricht/ verbiegt sich wohl leichter wie der dickere.Leichter Zugang ,oder alles etwas enger dito. Was für ein Material hat man ,das spielt auch eine Rolle.
Gruß Klaus
Gruß Klaus

-- 22.08.2021 17:32 --

Ich denke wenn man ein original Röhrchen hätte ,wären die Diskussionenviel kürzer.
Ich möchte auch Leute vor Schäden schützen.
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Beitragvon matt21 » 22.08.2021 18:32

Wenn du die richtige Methode finden willst, dann kannst du doch eine Passung auslegen und die Teile dementsprechend fertigen.
Dafür gibt es das ISO-Passungssystem.

Ich habe halt inzwischen einige Vergaser umgebaut und es hat immer funktioniert. Ich baue da einfach auf meinen Erfahrungswerten auf.

Zum Thema durchtreiben:
Wenn das Röhrchen 12 bis max. 15mm lang ist und der Vergaser einen minimalen Durchmesser von 19mm hat kann ich das doch sehr wohl durchtreiben. Zumindest nach meiner Rechnung bleiben da mindestens 4mm Luft.
Gruß Matthias
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Beitragvon Sachscupspezi » 22.08.2021 20:13

@ Matthias
Meine Überlegung war auch, das Röhrchen auf einer Länge von ca. 8-9 mm auf einen Durchmesser von 1,9 mm runter zu schleifen ,so das man nicht die ganze Länge durch die Bohrung im Vergaser treiben muss. Nur der Rest der in der Bohrung sitzt bleibt dicker. Das mache ich so nach meiner Methode. Ich brauche da keine Passungssysteme.
Gruß Klaus

-- 22.08.2021 20:16 --

Glaub mir ,das ist ech filigran. VersuchE es wie Du magst. Das was ich oben geschrieben habe ,ist glaube ich ,eine gute Methode und einfacher. Das Hat auch System.
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Beitragvon Wolfram » 11.09.2021 18:33

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So, er ist gerettet. Matthias sei Dank!
Vielen Dank für die schnelle Hilfe.
LG Wolfram
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Beitragvon math9009 » 11.09.2021 21:33

Respekt:)
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