Hercules MK 50 - Allgemeine Fragen

Beitragvon Colio » 28.05.2020 13:36

soo, hier kommt mal ein kurzes Update.

Als ich die Zündung geprüft habe ist mir aufgefallen, dass die Unterbrecherkontakte stark verschlissen waren und sich durch Drehen des Polrades kaum getrennt haben. Zusätzlich war die Grundplatte gebrochen, also habe ich beides durch ordentliche gebrauchte Teile getauscht und die Zündung nach Anleitung eingestellt.

Nach dem Austausch lief der Motor im Stand auch recht gut und konstant, aber leider "spuckt" der Zylinder an der Schweißnaht Gemisch auf den Krümmer... also werde ich als nächstes den Zylinder tauschen. Zuvor habe ich mal die Kompression gemessen, die lag bei 7 bar. Ist das soweit in Ordnung oder sollte die Kompression höher liegen?

Eine Probefahrt war leider nicht möglich, da ich das Einstellen der Schaltung nicht hinbekommen habe. Ich habe die nachfolgende Reparaturanleitung benutzt (die Anleitung habe ich auch für die Zündung verwendet):

https://www.lastboy.de/pdf/repmot.pdf

Kann mir vielleicht jemand mit einfachen Worten erklären, wie man die Schaltung am Besten einstellt?

Noch eine Frage zum Gemisch: Es ist wird ja ein Mischverhältnis von 1:25 vorgegeben. Kann ich auch 1:50 mit diesem Motor fahren?


Gruß

Chris
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Beitragvon 1Oldiefan1 » 15.06.2020 07:28

Hallo zusammen, bin neu, habe eine MK 50 Bj.1967 im Originalzustand unrestauriert. Hier im Beitrag wurde erwähnt, dass in Schweden gute Nachbauteile zu erwerben sind. Gibt es da Adressen? Danke schon mal vorab, Grüße Werner
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Beitragvon janko » 15.06.2020 14:36

Hallo Werner,
wir kennen uns. :lol:
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Beitragvon 1Oldiefan1 » 15.06.2020 20:15

Wer bist du denn?
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Beitragvon Colio » 29.06.2020 22:09

Langsam bin ich am Ziel angekommen.

Der Zylinder inkl. Kolben habe ich getauscht, den verschlissenen Unterbrecher und Kondensator habe ich durch originale Bosch Nachbauten ersetzt. Die Zündung konnte ich dann recht einfach einstellen, das funktioniert jetzt wie es soll.

Die Schaltung hat mir noch länger Bauchschmerzen bereitet, aber letztendlich lag das Problem an der Feder unter der Schaltklinke, diese war verbogen. Nachdem ich die Feder ersetzt hatte konnte ich auch die Schaltung nach Anleitung einstellen.

Den Auspuff habe ich zwischendurch mal durch einen Originalen getauscht zum testen, einen wirklichen Unterschied habe ich aber nicht bemerkt.

Jetzt scheint alles soweit zu passen, auf der Graden läuft die Hercules knappe 55 km/h (gemessen mit GPS). Mein Tacho hat mich zum Teil auch in die Irre geführt, da dieser nur bis knapp 40 km/h zuverlässig anzeigt, danach stimmen die Werten nicht mehr.

Mein "Probleme" sind damit erledigt, vielen Dank für eure Hilfe und die hilfreichen Tipps.

Kann mir nur noch einer die Frage zum Mischverhältnis beantworten? Fahre ich besser 1:25 oder 1:50? Solange ich den Zylinder einfahre bleibe ich bei 1:25, aber kann ich danach ohne Probleme umsteigen?

Grüße!

Chris
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Beitragvon ingolino » 29.06.2020 23:21

Bei den alten Simsons hängts eigentlich davon ab ob
"moderne" Nadellager oder "alte" Gleitlager im Pleuel verbaut sind. Die Gleitlager brauchen 1:25 ,Nadellager 1:50. Ich könnte mir vorstellen das es sich bei Herkules ebenso verhält :wink:
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Beitragvon Sachscupspezi » 29.06.2020 23:54

Grauguss Zylinder immer 1:25, auch wenn du ein Stahlpleuel mit Nadellager verbaut hättest.
Alupleul/ Bronzebuchse am Pleuel. auch 1:25
Also deine Hercules wird ausdrücklich mit 1:25 gemischt.

Gruß Klaus
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Beitragvon Colio » 30.06.2020 19:30

Alles klar, danke :)
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Beitragvon Rückwärtsschieber » 01.07.2020 12:21

Aufgrund meiner eigenen Erfahrung und dem Auszug eines Langstreckentest einer Hercules K50 würde ich behaupten dass bei Motoren mit Bronzebuchse 1:33 und mit Nadellager 1:50 völlig ausreichend ist :shock:

Bild
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Beitragvon cluberer2003 » 01.07.2020 14:50

Rückwärtsschieber hat geschrieben:Aufgrund meiner eigenen Erfahrung und dem Auszug eines Langstreckentest einer Hercules K50 würde ich behaupten dass bei Motoren mit Bronzebuchse 1:33 und mit Nadellager 1:50 völlig ausreichend ist :shock:

Bild



Da irrst du gewaltig. Die Bronzebuchse verschleißt deutlich schneller, wenn man nicht 1:25 fährt. Außerdem ist das Gemisch auch wichtig für den GG-Zylinder.

Eigene Erfahrungen? Speziell mit Sachs-Motoren oder allgemein?


Ich jedenfalls habe schon von zig Motoren die Buchse oben im Pleuel gewechselt. Kurbelwelle war an sich noch top, kein Höhenspiel, kein Verschleiß. Nur eben die Buchse. Warum? Weil mit 1:50 gefahren wurde.

Ich würde hier kein Risiko eingehen.

Gruß Holger
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Beitragvon ingolino » 01.07.2020 17:39

1000km ist ja nun auch nicht grade sehr viel . Wenn das Lager nach 3000km den geist auf gibt wars ja irgendswie Mist. Wieso sollte denn eine Hercules GG-Buchse unbedingt 1:25 brauchen wenn doch die meisten Mopeds mit weniger Öl gut zurecht kommen?
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Beitragvon Sachscupspezi » 01.07.2020 17:55

@ ingolino
1. Der Hersteller gibt bei diesem Moped explizit 1:25 vor. Da braucht man nicht viel diskutieren.
Wer gut schmiert, der gut fährt. Nicht nur das Bronzelager, auch die Kurbelwellenlager und das Pleuelfußlager ,werden nur mit dem Öl aus dem Benzin/Öl Zweitaktgemisch versorgt. Da richtig man sich mal lieber nach den Herstellerangaben. Auch wenn Öle die heute hergestellt werden , vielleicht besser sind,nur 50% der Menge Öl die der Hersteller vorschreibt einzufüllen ,ist meiner Meinung nach doch zu wenig.
Gruß Klaus

-- 01.07.2020 18:00 --

Wer sagt denn überhaupt ,das die GG Buchse mit weniger ÖL auskommt. Das ist ein Verschleißteil ,hält aber länger, wenns gut geschmiert wird.
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Beitragvon 1Oldiefan1 » 03.07.2020 00:00

Nochmal zu der Mischungsfrage. Was spricht überhaupt dafür, magerer zu fahren als vorgeschrieben?
Gut, die Kiste qualmt weniger. Ist das auch eine Geldfrage? Wird der Sprit soviel teurer?
Ist schon 40 Jahre her bei mir, dass ich 2-Takt gefahren bin.
Gibts noch andere Gründe, dass sich diese Frage überhaupt stellt?
Grüße Werner
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Beitragvon Lemmyster88 » 03.07.2020 03:13

Mich würde Werners Frage auch interessieren!

Mir ist diese Gemisch Frage schon häufiger aufgefallen, warum? 1-2€ am Öl sparen oder was ist der Grund? Das wäre aber maximal nur für Vielfahrer interessant. Ich bezweifle doch sehr stark das unsere Mopeds 20.000km im Jahr fahren, alle zusammen vielleicht.

Ich persönlich gebe immer noch einen kleinen Sicherheitsschluck hinzu. Ist wahrscheinlich Schwachsinn aber fürs Gewissen gut, genug Öl getankt zu haben.

Auch sollte man ab und zu daran denken das diese Motoren 40 Jahre und älter sind, also warum am Öl geizen?

Gruß Christopher
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Beitragvon janko » 03.07.2020 08:00

das dürfte wohl weniger eine Geldfrage sein,als dass man einfach weniger oft die Auspuffanlage
von der entstehenden Ölkohlenablagerung befreien muß.
Das ist heutzutage gar nicht mehr so einfach einen Auspuff auszubrennen,die Nachbarschaft
würde energisch protestieren, die Polizei steht dann sehr schnell da.
Aus Umweltschutzgründen soll die Qualmerei auch nicht so attraktiv sein.
Ausserdem hat man nicht soviel von der Ölsabberei um den Auspuffkrümmer am Zylinder und
hinten am Austritt Auspuffende.
Ist oft genug zu sehen.
So sehe ich das.
Jan.
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