Sachs 50/3 Radialspiel der Kurbelwellenlagerung

Beitragvon Mopedikürer » 23.02.2019 09:36

Statt diese billigen Lager kann man auch Laufbuchsen aus Kunststoff nehmen, die halten genauso lange...

Aber die "FAG BO17 xlife" hatten schon einen echt stolzen Preis, da bekommt man von den Codex fast drei davon.

An Schulterlagern sollte man bewährte Qualität nehmen und es gibt diese auch nicht von allen Herstellern.

SNR / NTN z.B. sind auch sehr gute Lager, aber es gibt da wohl keine BO oder L.

NSK ist sehr gute Qualität, hat aber kleinere Kugeln, damit kleineren Radius, damit auch kleineren Toleranzbereich bzgl. des axialen Spiels. Engstmöglich einbauen - das mache ich aber sowieso.
FAG und SLF mit 10 Kugeln sind sowieso besser, vor allem bei den Drehzahlen der Sachs 50s.

Klappert das Lager, also hat es radiales Spiel, dann schlagen die Kugeln alsbald eine (un)schöne Rille in den Außenring.
Ne Kontaktzündung fällt dann aus, wenn das Spiel groß genug ist.
Ne Motoplat schleift sich irgendwann schwarz und kaputt am Polrad, wenn man es nicht merkt.
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Beitragvon Sachscupspezi » 23.02.2019 12:09

Moin
https://www.woembi.de/Schulterkugellager-L17TVP-SLF

Diese Lager kann man auch im 50/3 gut verbauen. Sachs hat original die FAG L17TVP im Verkaufsprogramm gehabt. SLF L17 TVP ist genau so gut.

In Sachs Motoren wurden TVP und TVH(TVH=Schnappkäfig) Käfige verbaut. Material PA66 (Polyamid). Normales mineralisches Zweitaktöl fahren, wenn diese Polyamidkäfige verbaut sind. Vollsynthetisches vermeiden.
Gruß Klaus
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Beitragvon Mopedikürer » 23.02.2019 12:15

Teilsynthetisch ist wohl besser und schonender.
Das tut den PA Käfigen nichts.
Aber der Verschleißschutz ist erheblich höher.
Vollsynthetisches ist sowieso nur für Rennmotoren.
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Beitragvon Sachscupspezi » 23.02.2019 12:20

:wink: Ok

-- 23.02.2019 12:37 --

Polyamid 66 (PA66) zeichnet sich mit oder ohne Glasfaserverstärkung durch eine günstige Kombination aus Festigkeit und Elastizität aus. Durch die ausgezeichnete Gleitfähigkeit auf geschmiertem Stahl und die optimale Ausführung der Gegengleitflächen fördern Käfige aus PA66 einen reibungsarmen Lagerbetrieb mit geringem Verschleiß und entsprechend niedriger Reibungswärme. PA66 kann bei Betriebstemperaturen bis 120 °C eingesetzt werden. Bei den Käfigen aus PA66 wird die Einsatzmöglichkeit jedoch durch einige Syntheseöle oder Schmierfette auf Syntheseölbasis sowie durch verschiedene Schmierstoffe mit EP-Zusätzen bei hohen Temperaturen beeinträchtigt. Weitere Informationen zur Eignung von Käfigen enthalten die Abschnitte Käfige und Werkstoffe für Käfige.


Temperaturbereich auch kurzfristig auch höher als 120 Grad . So warm ist es unter normalen Umständen nicht im Kurbelwellen/ Raum.Die Beeinträchtigung von Zusätzen verkürzt die Lebensdauer der Kugellager. Das passende Öl verwenden und gut ist.
Gruß Klaus

-- 23.02.2019 12:50 --

@ Mopedikürer
Du fährst ja teilsynthetisches Öl und die TVP Lager halten viele tausende von Kilometern. Also ist es nicht so tragisch.
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Beitragvon Mopedikürer » 23.02.2019 14:11

Jepp.

Ahnt mal meinen alten Witz über die Lager:

cluberer2003 hat geschrieben:SLF mit Polyamidkäfig = FAG mit Polyamidkäfig, nur günstiger.

Gruß Holger


Mopedikürer hat geschrieben:Freizeitlicher Alkohol Gebrauch gleich
Sequenzielles Leber Fersagen

Meintest du das, Holger?

-- 14.12.2017 06:50 --

Polyamidkäfig = Bierzelt??

-- 14.12.2017 06:52 --

Hab das Gefühl, dass ich irgendwie doch knapp daneben trete...
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Beitragvon Tobias 2 » 26.02.2019 09:56

Guten Morgen zusammen,

ich hätte noch einen Tipp für Euch.

Ich habe gestern den Motor von der Miele K52 von meiner Frau zusammengebaut. (Auch Sachs50/3)
Dort habe ich den Zylinder hohnen lassen und eine neue Pleuelbuchse eingebaut.

Die Pleuelbuchsen für die original Kurbelwelle konnte ich im Internet nirgendwo mehr finden.
Daher habe ich mich nach einer Alternative umgesehen.

Es gibt Sinterbronze Buchsen, die genau die richtigen Maße haben und nicht nachgearbeitet werden müssen.
Der Hersteller ist SELFOIL® Die Buchse hat die Maße ø16 x ø20 x 12, Toleranz G7/s7 und kostet nur zwischen 2 und 3€

Die Buchse lässt sich mit weniger Kraft einpressen, als man für die alte zum Auspressen braucht. Dennoch sitzt diese
nach meinem Empfinden stramm genug.
Nach dem Einpressen geht der Kolbenbolzen (Nachbau, ca.0,02mm kleiner als die Originalen) mit leichtem Druck durch.
Ich habe dann eine Maschinenreibahle etwas mit der Diamantfeile stumpf gemacht und mit der Hand durchgerieben.
Danach ging der Kolbenbolzen saugend ohne Druck durch.

Die Reibahle hat eigentlich kaum Material abgenommen. Ich denke die hat nur den Grat vom Bohren der Schmierbohrung
entfernt.

Der Härtetest steht noch an. (Schwarzwald Moped Marathon 2019 ;-) )

Vielleicht hilft das jemandem.

Gruß Tobias
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Beitragvon Mopedikürer » 26.02.2019 11:26

Sinterbronze im Pleuel?? :shock: :|

Wieviel Grad kann die ab?
Das ist doch Kunstharz mit Bronzepulver.
Buenos Mofas

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Beitragvon cluberer2003 » 26.02.2019 12:21

Hallo Tobias,

off Topic: kannst du mal mit Deiner MTX 200 bei mir vorbei kommen? Die würde ich gerne mal fahren...... :D :D :D

Gruß Holger
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Beitragvon Tobias 2 » 26.02.2019 12:30

Jetzt hast Du mich aber erstmal verunsichert.

Soweit ich weiß, wird beim Sintern Metallpulver unter großem Druck und Hitze zusammengepresst. Ohne irgendwelche Klebstoffe.
Allerdings gibt der Hersteller tatsächlich eine maximlae Temperatur von 120°C an. Ich vermute das
Bezieht sich eher auf das Öl, womit die Buchse getränkt ist.

Hier zur Info die technischen Daten zu der Buchse:

Zusammensetzung Sinterbronze, C <0,2%, Sn 9..11%, Rest Cu

Eigenschaften
•Gleitgeschwindigkeit < 0,25 m/s bzw. Schwingbewegung: Tragfähigkeit: 10 N/mm²
•Gleitgeschwindigkeit zwischen 0,25 m/s und 0,5 m/s: Tragfähigkeit: 3,5 N/mm²
•Gleitgeschwindigkeit zwischen 0,5 m/s und 5 m/s: Tragfähigkeit: 2,5 N/mm²
•Temperaturbereich: -20°C bis +120°C
•Tränkungsöl: paraffinisches Mineralöl mit Viskosität ISO VG68
•Ölgehalt: mindestens 19%
•Dichte: 6,4 bis 6,8 g/cm³
•Gesamtporenvolumen: ca. 22%
•Radiale Bruchfestigkeit: ca. 170 N/mm²
•Härte: ca. 35 HB

unter normalen Einsatzbedingungen ist folgende Bedingung einzuhalten: p*v = max. 2,5 N/mm³ * m/s

Einbau:
Zum Einpressen in eine Gehäusebohrung ø20 H7.
Für Verwendung mit Wellen ø16 f7/g6.
Zum Einpressen ist ein Dorn ø16 +0,016/+0,011 zu verwenden. Ohne Eintreibdorn besteht die Gefahr, dass sich die Buchse beim Einbau verformt.


@Holger: Das kommt darauf an, wo Du wohnst. Ich komme aus der Nähe von Wilnsdorf.
Die MTX ist auf jeden Fall angemeldet und fahrbereit ;-)
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Beitragvon Sachscupspezi » 26.02.2019 12:39

@Tobias 2
https://www.ebay.de/itm/Kolbenbolzenlager-Messing-Pleuellager-SACHS-STAMO-Hercules-50-alte-Modelle-NEU/323675872034?hash=item4b5c95db22:g:0EcAAOxyxU1Q9Clz:rk:39:pf:0

Die Pleuelbuchse für 12 mm Kolbenbolzen, für den Sachs Motor 50/3 hat normaler Weise das Maß innen 12 mm ,außen 15 mm,breite 12 mm. Genau die ,oben im Link. Original Sachs.

Alte Buchse ausdrücken, neue Buchse eindrücken. Diese neuen Buchse haben ein Untermaß, wo der Kolbenbolzen nicht rein passt und müssen deswegen auf das passende Maß aufgerieben werden.

Dazu braucht man Spezialwerkzeug. Am besten das original Sachs Hunger Spezialwerkzeug. Es ist eine Halterung die auf das Motorengehäuse aufgeschraubt wird und die Führungsbuchse mit Reibahle,mit diesem Werkzeug ist es möglich zu zentrieren um die Buchse nicht schief aufzureiben.
Die Buchse muss nach dem Einpressen in das Pleuelauge erst aufgerieben werden,nicht vorher.
Gruß Klaus

-- 26.02.2019 12:43 --

0232 038 015 lautet die Sachs Ersatzteilenummer für die Buchse. Wie oben im Link. Schau mal in die Ersatzteilliste.
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Beitragvon Tobias 2 » 26.02.2019 12:47

Hallo Klaus,

danke für den Link. Ich hatte keine originale gefunden.

Ja, die Buchse hat natürlich ein Maß von D12xD15x12mm.
Das Maß, was ich oben irrtümlich oben geschrieben habe, ist die Buchse für die Tretlagerwelle, die ich auch mit bestellt habe. Kann ich den Text irgendwie editieren?
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Beitragvon Sachscupspezi » 26.02.2019 12:47

Die Buchsen aus und einziehen.,dafür gibt es auch Sachs Spezialwerkzeuge. Da wird nichts eingepresst/ausgepresst.

-- 26.02.2019 12:59 --

viewtopic.php?f=8&t=13593&hilit=sachs+hunger
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Beitragvon Tobias 2 » 26.02.2019 12:59

Ja, ich weiß. Es kommt halt nicht alle Tage vor, dass ich eine Pleuelbuchse wechsel. Dann behilft mann sich halt.

Das schöne an der Sinterbuchse war, dass durch die Passung der Buchse ein ausreiben fast garnicht notwendig war.
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Beitragvon Sachscupspezi » 26.02.2019 13:12

Vor dem eindrücken bestimmt 100% zylindrisch,danach ?
Das Material ist nicht besonders hart,könnte sich minimal verformen.
Die Buchse sollte genau so fest sitzen,wie die original von Sachs eingebaute,nicht leichter.

Funktionieren kann ja einiges,ob es so i.O ist eine andere Sache.???
Gruß Klaus
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Beitragvon Mopedikürer » 26.02.2019 14:31

Ich würde sagen, ein Kolbenbolzen sollte nicht viel heißer als 100 Grad werden.
Aber Anlauffarben verraten, dass er es doch wohl manchmal wird...

Und ich würde am Pleuel weder eine Buchse fahren, die grenzwertig ist im Hinblick auf die 120 Grad, noch würde ich Sintermaterial dort einsetzen, wo es Schlag auf Schlag kommt, denn das Zeug kann leicht brechen im Ggs. zu echter Lagerbronze.
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