Tipps Neuaufbau sachs 50 s

Beitragvon Herculesheizer21 » 14.06.2018 09:56

Hallo Leute,
dies ist mein erster Thread hier im Forum und ich wollte vorab loswerden das dieses Forum wahnsinnig hilfreich ist. Echt Tausend Dank an alle die hier soviel Energie reinstecken.

So nun ans eingemachte. Ich habe kürzlich meinen ersten Sachs Motor Überholt, sprich wechsel aller Lager u. Dichtungen, Ziehkeil, Kupplungslamellen usw. (dabei nochmal Tausend Dank an den Menschen welcher sich die arbeit mit der Videoanleitung auf Youtube gemacht hat, hat sehr zum Verständnis beigetragen).
So nun folgende Situation, der ganze Kram ist verbaut, Zündung eingestellt, Gänge lassen sich 1A hoch und runter schalten also öl rein und angetreten. Motor kam beim zweiten kick und läuft sehr ruhig bis ein gang eingelegt wird, dann hört man ein summendes ("singen") Geräusch.
Meine erste Frage ist ob jemand ne idee hat was dieses Geräusch verursachen könnte? dazu folgendes: alle getrieberäder sind definitiv richtig herum montiert und Vorgelege- und Hauptwelle definitiv korrekt ausgeglichen (mehrfach kontrolliert)
Auch das vorgelegerad (Kupplungskorpus) ist korrekt vor dem Seegering ausgeglichen, das einzige was nicht mehr top ist, ist die Laufbuchse im Vorgelegerad, diese hat fühlbares Höhenspiel, hatte mich nicht getraut diese zu ersetzen.
Daran anschließend meine zweite Frage, kann man diese problemlos ausdrücken und durch eine Nadelhülse ersetzen? finde nämlich keine ersatz-laufbuchsen.
Wenn ja, wie gehe ich da vor (erwärmen etc.?)
Ein weiteres Problem: Bei kurzer Probefahrt lässt sich der motor sehr sauber hoch und runter durchschalten (deutlich besser als zuvor) nur kommt es ab und zu vor das die Gänge bei fahrt einfach rausspringen.
dazu ist zu sagen: die schaltwelle hat noch hauchdünnes spiel gegen das Gehäuse (hatte nicht mehr die richtigen scheiben) welch jedoch kaum merklich ist. was ich noch seltsam fand, und nun ärgere ich mich das ich als alles ausgebaut war nicht genau drauf geachtet habe wie viele einkärbungen die schaltstange (alte version mit nutmutter) aufweist, da wenn ich per hand durchschalte, die näpfe zwischen allen gängen nochmals sehr sauber einzurasten scheinen, als ob zwischen jedem gang ein leergang zu sein schiene. auch der neue ziehkeil läuft in diesen positionen reibungslos zwischen den getrieberädern. sind solche schaltstangen hergestellt worden welche einkerbungen zwischen allen gängen haben? oder ist dies einfach eine einstellungssache?
nächste frage: kann man diese schaltstange problemlos durch die neue version mit eingedrehter nut ausstauschen? und das ohne den block nochmals teilen zu müssen? ich denke nur das man halt das gewinde des ziehkeils nicht mehr entfettet bekommt wenn man ihn nicht teilt und das loctite so nicht binden würde.
vielleicht habt ihr da ja nen schraubertrick parat.

das wäre schonmal Gold wert
beste Grüße aus Köln

Moritz
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Beitragvon Sachscupspezi » 14.06.2018 11:50

Hallo Moritz
Wenn man einen Motor zum ersten mal repariert kann das schon mal daneben gehen.
Das Begutachten der Bauteile ist ganz wichtig um sicher zu stellen das es nach der Montage nicht an einem verschlissenen Bauteil liegt.

Singen kommt von drehenden Getrieberädern. z.B vom Antriebsrad /Vorgelegerad. Ich überprüfe beide auf Beschädigungen,bei der Demontage des Antriebsrad kennzeichne ich die Einbaulage . So wie es aufgesteckt war kommt es auch wieder drauf. Sollte beides zusammen gelaufen haben. Wenn neue Teile, optimal beides tauschen.
Die Buchse kann man durch Nadelhülse ersetzen. HK1622
Sachsteil 0232 181 000.
Die Schaltstange kannst Du auch tauschen.
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IMG_0226.JPG (2.91 MiB) 869-mal betrachtet
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Gruß Klaus

-- 14.06.2018 11:55 --

Axialspiel Schaltwelle muss spielfrei abgebaut werden ,so das sie sich ohne zu klemmen noch dreht.
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Beitragvon cluberer2003 » 14.06.2018 12:16

Hallo Moritz,

hast du das Antriebszahnrad linker KW-Stumpf wieder genauso verbaut, wie es war? Nicht etwa um 180° gedreht?

Bitte keine Nadelhülse verbauen, das bringt nichts. In deinem Fall wird die Vorgelegewelle an der Stelle, wo das Kupplungsrad läuft, eingelaufen sein. Mit einer Nadelhülse bringst du das Spiel nur unwesentlich weg. Besser wäre eine frische Vorgelegewelle gewesen. Mess die mal an der Stelle Kupplungsrad. Ich tippe auf 15,95 mm.....

Gruß Holger
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Beitragvon Sachscupspezi » 14.06.2018 12:42

Hab ich vergessen ,dann bring es nichts, auch keine neue Buchse. Kontrollieren sollte man es doch ,ob es so ist.

-- 14.06.2018 13:07 --

Ich hab mal 5 gebrauchte Wellen von mir gemessen 15,98 mm und etwas drunter, aber nicht schon auf 15,97 mm .
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Beitragvon Herculesheizer21 » 14.06.2018 13:33

Danke für die schnellen antworten. das ist ein guter tipp mit dem antriebszahnrad auf der Kurbelwelle.
es ist durchaus möglich das ich dieses andersherum verbaut habe. werde es umdrehen und dann nochmal überprüfen. die wellen hatte ich auch nicht gemessen (werde ich in kürze nachholen) weil ich davon ausging das die messing buchse als verschleißteil so konzipiert ist das diese sich vorrangig abschleift.
wie ich sehe habt ihr andere erfahrungen damit. falls diese verschliessen ist, wo bekommt man diese am besten neu? habe ich richtig verstanden das 15,98 mm untere verschleißgrenze für die vorgelegewelle ist? also 15,98 und drüber kann man noch einsetzen?

könnt ihr mir noch was dazu sagen ob die schaltstange ohne trennen des motorblocks ausgetauscht werden kann?

echt klasse danke euch
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Beitragvon Sachscupspezi » 14.06.2018 14:10

Es gibt bestimmt Vorgelege Wellen die nur noch 15,95mm haben. Ich hab wohl noch relativ gute gebrauchte mit wenig Laufleistung . Meine Wellen ca 1/100 Verschleiß.

Neue Welle gemessen etwas unter 15,99 mm fast an 15,98 mm ran.

Schaltstange ohne trennen des Blocks hab ich noch nicht gemacht.
Schaltnäpfe könnten raus fallen ,der Ziehkeil könnte sich verdrehen, auch wenn man von der Kettenradseite ein 6,5mm Rundstahl einschiebt.

-- 14.06.2018 14:23 --

Wenn ich mich nicht vertue wurde das schon gemacht ohne den Motor zu trennen. Ich glaub mit passenden Schraubendreher. Sicherungslack nachher wieder auf das Geewinde.
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Beitragvon cluberer2003 » 14.06.2018 14:36

Man kann die Schaltstange ganz einfach bei zusammengebautem Block wechseln: Einfach beim Losdrehen der Schaltstange gleichzeitig einen 5er Inbussschlüssel mit Kugelkopf (diese 90° abgewinkelten) von der Ritzelseite in die Abtriebswelle auf Druck mit einführen. Dann rasten irgendwann die Näpfe dort ein, wenn die Schaltstange durch das Rausdrehen die Näpfe "verlässt". Dann den Inbussschlüssel weiter nachdrücken, bis er in den Ziehkeil eingreift und diesen fixiert. Nun kann man die neue Schaltstange in umgekehrter Reihenfolge montieren.

Gruß Holger

Schalteinstellungen habe ich in diversen Threads schon so oft beschrieben.....
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Beitragvon cluberer2003 » 14.06.2018 14:42

Tausche bzw. drehe erstmal dein Primärantriebszahnrad. Wenn das Kupplungsrad auf der Vorgelegewelle kippelt ist das bis zu einem gewissen Grad zwar unschön, sollte aber lauftechnisch bzw. geräuschtechnisch nicht so viel ausmachen. Vielmehr ist wichtig, dass die Verzahnung noch kein Pitting hat.

Es gibt zwei Möglichkeiten bei falsch montierten bzw. nicht zusammengehörenden Primärzahnrädern: Entweder hast du Geräusche auf Schub oder auf Zug. Dies kann man aber sehr schön schon im Trockendurchgang bei noch nicht fertig montierten Motor (Zylinder, Kopf, Kolben und Kupplungsdeckel noch nicht verbaut) feststellen: Einfach einmal per Kickstarter durchdrehen, kicken. Pleuel mit den Fingern "führen" bzw. mit der linken Hand Daumen und Zeigefinger eine "Führung" am Zylinderfuß bilden, sodass das Pleuel nicht am Metall anschlägt. Hört man hier keine mahlenden Geräusche, ist alles in Ordnung.

Umgekehrt: Pleuel von Hand durchdrehen, so simuliert man "Zug": auch hier dürfen vom Primärtrieb keinen unnatürlichen Geräusche kommen.

Gruß Holger
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Beitragvon Sachscupspezi » 14.06.2018 15:00

Ja das hab ich schon gehört mit dem Imbuss ,nicht mit Schraubendreher. Ist richtig gut
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Beitragvon Herculesheizer21 » 14.06.2018 15:40

es macht sinn mit der zug und druckbelastung. das geräusch ensteht nur beim beschleunigen bzw. gas halten. sobald ich vom gas gehe ist es auch weg. im leerlauf unter vollgas ist jedoch kein singen zu hören.
ich werde deine methode ausprobieren. der trick mit dem imbus ist gut, hatte es im im ausgebauten zustand auch so gehandhabt.
habe den wellenstumpf der vorgelegewell gemessen, dieser ist bei 15,99 also noch erstaunlich gut, die buchse ist jedoch abgenutzt.
werde es mit dem nadelhülse probieren. kann die buchse einfach ausgepresst werden? oder gibt es eine bestimmte vorgehensweise?

tausend dank
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Beitragvon Sachscupspezi » 14.06.2018 15:55

Keine Schaltstange verbauen die schon stärkere Rillenbildung von den Näpfen hat. Näpfe laufen immer in der selben Spur.
Neu ist optimal. Minimale Spuren sind unerheblich.

Früher wurde auch folgendes gemacht:
Bei getrennten Motor:
Hatte man keine neue Schaltstange zur Hand ,konnte man etwas tricksen.
Hinten am Ziehkeil minimal etwas gleichmäßig abschleifen um den Ziehkeil in eine andere Position auf die Schaltstange zu bringen,so das die Näpfe wieder an einer Stelle außerhalb der Rillen laufen. Das funktioniert. Oder eine passende Ausgleichsscheibe 0,1mm vor den Ziehkeil setzen.

-- 14.06.2018 16:16 --

Nadelhülse wird von der Hinterseite in des Vorgelegerad eingepresst. Die Beschriftung 1622 zeigt zu Dir ,die Nadelhülse ist dort vom Material her ,stärker ausgelegt. Es wird ein Druckstück benötigt das in die Nadelhülse eingeführt und gleichzeitig auf die äußerste Flache drückt. Etwas Wärme hilft immer. Nicht schlagen ,einpressen. Wenn keine Presse vorhanden , Schraustock nutzen.
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Beitragvon cluberer2003 » 14.06.2018 20:11

Zum Austreiben der Buchse eine passende Nuss verwenden, geht zur Not. Einpressen mit Schraubstock und der ausgebauten Buchse als Beilage. Schraubstockbacken mit Aluwinkeln versehen.

Gruß Holger
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Beitragvon Herculesheizer21 » 14.06.2018 20:39

Top werde ich so machen. denke die Teile kommen anfang nächster woche an. werde rückmelden wies gelaufen ist.

beste Grüße und nochmals danke
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Beitragvon Sachscupspezi » 14.06.2018 20:40

023Stempel.jpg
023Stempel.jpg (115.87 KiB) 747-mal betrachtet

Falls du doch so ein Werkzeug bauen möchtest.

-- 14.06.2018 20:45 --

Draufsicht links auspressen,rechts einpressen. Deine Buchse kann man damit auch aus/ einpressen
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Beitragvon Herculesheizer21 » 15.06.2018 09:04

Das ist ja genial dass es diese Zeichnung noch gibt. habe leider keine drehbank auf welche ich zurückgreifen könnte um diesen stempel zu fertigen. werde es zunächst nach holgers methode mit nuss und und schraubstock benutzen.
@Holger: du hattest übrigens recht, ich hatte das antriebszahnrad um 180° falsch rum montiert. ich hatte es so drauf gesteckt das die beschriftung und nummer nach außen auf mich zeigte. habe aber jetzt beim erneuten ausbau festgestellt das der abdruck von dem sicherungsblech welches umgeschlagen wird um die mutter zu sichern, ganz deutlich auf der anderen Seite des Rades zu sehen ist. habe es jetzt umgedreht und es ist deutlich besser geworden.
werde jetzt noch auf die neue schaltstange und nadelhülse warten und dann nochmal schreiben wie es gelaufen ist.

-- 15.06.2018 09:07 --

die restlichen distanzscheiben sind mittlerweile auch angekommen, werde den schaltautomaten also jetzt problemlos vernünftig ausgleichen können. denke das wird es auch duetlich verbessern.
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