[Erfahrungsbericht] Peugeot Vogue

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Beitragvon BodoSachsen » 16.07.2016 13:47

Hallo Leute, ich wollte hier mal einen Erfahrungsbericht bezüglich meiner Vogue schreiben, und für nachfolgende Generationen ein kleines Vogue-Tagebuch führen.

Im Vorfeld möchte ich festhalten, dass ich absoluter Neuling bin, was Mopeds angeht. Mein erstes Gefährt.

Zur Entscheidungsfindung

Rein zufällig stolperte ich Anfang dieses Jahres auf ein sogenanntes “Vlog” im Internet. Das war eigentlich keine sehr spannende Angelegenheit. Ein junger Mann, der mit seinem auf 25 gedrosselten Roller und Helmkamera durch's Dorf fuhr. An sich eine eher dröge Sache, aber doch war ich fasziniert und wollte ebenfalls ein Moped haben. Ich habe mich also über einige Monate quer durch's Internet gelesen und versucht zu einer Entscheidung zu kommen. Nachdem ich mich bewusst gegen einen Roller entschieden hatte, blieb mir die Auswahl zwischen einer Romet Ogar und einer Peugeot Vogue. Da ich mir Sorgen um die Reperatur und Garantieleistung machte (als unerfahrener Schrauber), entschied ich mich für den Neukauf einer Peugeot Vogue. Dies erschien mir als sinnvollster Kompromiss zwischen Spaß, Optik, Preis und Nachhaltigkeit.


Zum Vorgeplänkel

Eine Internetrecherche erbrachte, dass sich zwei Peugeot-Vertragshändler in vertretbarer Nähe befanden. Der erste Händler hatte leider keine Vogue auf Lager und konnte auch in den nächsten vier Wochen keine liefern lassen. Zu lange für meinen Geschmack. Auf zum zweiten Händler. Dieser hatte eine neue Vogue vor Ort. Dunkelblau-Metallic. Probefahrt? Nee, können wir nicht machen, zu teuer, lohnt nicht, wie auch immer. Sie dürfen eine Runde auf dem Hof fahren. Okay, Termin vereinbart, eine Runde gefahren, gefallen, gekauft. Abholung dann am Abend des gleichen Tages.


Das Fahrzeug

Zur Vogue selbst gibt es ja nicht sonderlich viel zu sagen. Die Spezifikationen finden Interessierte im Internet. Übergeben wurde das Fahrzeug mit feuchtem Handschlag und fast vollem Tank. Nach kurzer Einweisung durch die Co-Chefin (man merkte, dass sie selbst die Vogue nicht sonderlich gut kennt) ging es dann los.
Die Vogue stand gut geputzt und vernünftig gefettet da. Alle Schrauben waren soweit fest angezogen. Bisschen wenig Luft war drauf, aber ich bin ja auch schwer.
Das Fahrverhalten ist soweit ganz ordentlich. Sie zieht gut (1.81m, >100kg) und kommt vernünftig in Schwung. Die Maximalgeschwindigkeit erreicht sie, wenn auch nicht sonderlich flott. Die Beschleunigung an der Ampel ist allerdings eher langsam. Berge sind die große Schwäche des kleinen Motors. Bereits bei eher seichten Anstiegen spürt man den Geschwindigkeitsverlust. Fazit: Im Originalzustand ist die Maschine für leichte Menschen in flachem bis leicht hügeligem Gelände gut geeignet. Für schwere Männer im Gebirge gibt es bestimmt bessere Alternativen.
Der Sitz ist einigermaßen bequem, bei längeren Touren schmerzt der Hintern allerdings. Die Federung ist relativ weich, stößt aber bei über 100kg auch schnell an ihre Grenzen.
Die fehlenden Blinker stören mich im Übrigen gar nicht. Wo es notwendig ist, mache ich einfach Handzeichen. Da ich mich sowieso hauptsächlich auf Kleinstadt-, Dorf-, und Kommunalstraßen bewege, und den Stadtverkehr eher meide, fällt das tatsächlich nicht ins Gewicht.
Ich tanke Super 95 und habe damit keine Probleme.


Die Mängel

Wie bereits gesagt, bin ich kein Mechaniker und daher recht unbedarft, was die Feinheiten der Zweiradtechnik anbelangt. Dies trug natürlich zur Entscheidung ein Neufahrzeug beim Händler zu kaufen nicht unerheblich bei. Es bedeutet allerdings auch, dass ich mich auf die Fachkompetenz und Servicequalität des Fachhändlers verlassen muss.
Mir fiel ein Mangel recht schnell auf: der Tacho funktioniert nicht korrekt. Statt 45km/h werden mir nur 30km/h angezeigt, obwohl ich deutlich schneller als 30 fahre. Er hängt stets 10-15km/h zurück, was ihn natürlich mehr oder minder unbrauchbar macht. Bei 45km/h Höchstgeschwindigkeit ist das zu verschmerzen, aber dennoch ärgerlich. Ansonsten hatte ich während der ersten 200km keine Probleme mit der Maschine.


Das Ärgerlichste

Ich hatte bereits eine Panne und musste abgeschleppt werden. Einfach liegengeblieben. Die Maschine begann während einer Tour immer stärker zu vibrieren, bis sie sich irgendwann mit einem Krachen verabschiedete und kein Gas mehr annahm. Ein Familienmitglied hat das Moped dann in den Kofferaum geladen und mit mir zum Händler geschafft. Nach 240km! Der Schaden wurde eher murrend behoben. Laut Händleraussage ein Lagerschaden an der Keilriemenscheibe. Keilriemen und Scheibe mussten getauscht werden. Selbst ich als Laie merke nun, dass sich die Maschine ruhiger und vibrationsärmer fährt. Klingt auch ganz anders. Ich weiß nicht genug über die Problematik um diese Panne dem Pech, oder der unzureichenden Endkontrolle des Händlers zuschreiben zu wollen. Wie dem auch sei, eine Panne mit 240km auf der Uhr bleibt immer ärgerlich.


Das Fazit

Es ist bisher noch zu früh, um ein endgültiges Fazit zu stellen. Die Panne ist extrem ärgerlich. Wie sich die Zuverlässigkeit der Maschine entwickelt wird sich noch zeigen. Ansonsten macht das Gefährt sehr viel Spaß und ich bereue den Kauf nicht!
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Beitragvon Jensfrequenz1980 » 16.07.2016 15:03

Das ist natürlich sehr ärgerlich das die schon nach ein paar km kaputt war. Aber das gute ist halt wenn der Händler so mehr oder weniger um die ecke ist. Das wäre bei der Romet bestimmt etwas aufwendiger geworden. Danke erst mal für die ersten Erfahrungen und halt uns bitte auf dem laufenden.

Mfg Patrick

-- 16.07.2016 15:11 --

Hi ich nochmal.
Was mich noch interessieren würde....
Wie sieht es mit den Wartung aus. Ist da ein Wartungsheft mit bei?
Wenn ja wie sehen die Wartungsintervalle aus?

Mfg Patrick
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Beitragvon BodoSachsen » 16.07.2016 15:14

Jap, Wartungsheft ist dabei, Erste Durchsicht in der Regel nach 500km, zweite Durchsicht nach 2000km. Im Wartungsheft sind die anstehenden Arbeiten auch einzeln aufgeführt.

Nach dieser Erfahrung bin ich froh die Vogue gewählt zu haben. Ich habe Garantie und auch keine Probleme sie durchzusetzen.
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Beitragvon BodoSachsen » 02.08.2016 18:35

So, heute stand die 500km Inspektion an.

Zusätzlich zur normalen Inspektion galt es zwei technische Probleme zu lösen. Erstens war (wie bereits oben beschrieben) der Tacho kaputt. Der Händler glaubt das Problem sei konservativ nicht zu lösen und würde den Tacho tauschen. Das ist für mich in Ordnung, bedeutet aber eine weitere Fahrt zum Händler, der auch nicht gerade um die Ecke ist.

Das zweite Problem mag ich an dieser Stelle nicht mehr in extensio ausführen. In Kürze sei gesagt, dass ich Probleme mit einem durchdrehenden Hinterrad hatte, wenn das Moped auf dem Hauptständer stand. En detail beschreibe ich das Problem in diesem Faden: viewtopic.php?f=6&t=12994
Der Händler hat das Problem gelöst: Standgas war zu hoch. Jetzt müsste alles passen.
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Beitragvon Raisch » 02.08.2016 20:29

Bodo : Ist es dir nicht aufgefallen , dass das Standgas "viel "zu hoch war ? Ich würde weiterhin auf eine Nicht richtig trennende Kupplung tippen . Hoffe dein Händler hat Recht . Letztendlich sind es doch die "Kleinigkeiten " die Nerven oder ?
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Beitragvon BodoSachsen » 03.08.2016 00:01

Es ist mein erstes Moped, und ich kann Fehlerquellen nie ganz eindeutig zuordnen, außer der Reifen ist platt, oder das Moped ist explodiert.

Mir ist schon aufgefallen, dass das Standgas zu hoch ist, aber mangels anderweitiger Erfahrungen fällt es mir schwer das richtige Maß an Standgas festzustellen.
Vorher drehte das Moped beim Stillstand an der Ampel immer relativ weit hoch. Jetzt dreht es runter und das Problem mit dem durchdrehenden Reifen tritt nicht mehr auf, und das Moped möchte an der Ampel auch nicht mehr nach vorn.

Gibt es eine Möglichkeit, wie ich eine defekte Kupplung sinnvoll erkennen kann, ohne das Moped komplett auseinanderzunehmen?
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Beitragvon Nordstern » 03.08.2016 20:00

Hallo Bodo,
schön, dass jetzt alles gut ist.
Für eine Kupplungszerlegung brauchst du das Moped nicht zerlegen, sondern nur die Variomatik und die Kupplung ( eine
Einheit) ausbauen. Der Zusammenbau ist schwieriger.
Eine defekte Kupplung kann man erkennen, wenn der Motor hochdreht und es nicht voran geht. Die Kupplungsscheibe an der Vogue ist recht klein, aber die Belastung ist auch sehr gering. Ich werde sie erneuern, sobald Verschleiß erkennbar ist und ich die Vario sowieso zerlege.
Gute Fahrt,
Ralf aus GE
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Beitragvon imfes » 19.10.2017 22:08

Hallo,
das Thema ruht ja bereits eine Weile.

Kurz zu meiner Erfahrung:
Ich bin seit 3,5 Jahren im Besitz einer gebraucht gekauften Vogue und bin seitdem ca. 15.000 km gefahren.
Die Maschine wurde bereits zuvor ca. 40.000 km genudelt.
Und sie läuft immer noch!

Von daher war das beim vorigen Schreiber schon verdammtes Pech, bereits nach nicht einmal 300 km in die Werkstatt zu müssen.

Bei den vielen Kilometern, die ich fahre, ist es kein Wunder, dass ich auch ab und zu in die Werkstatt muss,
aber das hält sich alles im vertretbaren Rahmen.

Aus meiner Sicht ist die Vogue ein weitgehend zuverlässiges Arbeitspferd und läuft zuverlässig.
Einzig im Winter muss man schon ein wenig Petten, um die Maschine anzukriegen.
Bei wärmeren Temperaturen aber kein Problem.
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