CPi SX 50 läuft nach Motorüberholung nicht

Beitragvon Hooah » 12.09.2021 17:10

Hallo Zusammen,

ich habe ein Problem mit meiner CPI SX 50 (2007).
Das wird jetzt eine länger Geschichte, also schon mal danke an alle, die sich die Zeit nehmen das zu lesen.
Und bitte keine Kommentare im Sinne von "Das kommt davon wenn man als Leihe am Moped schraubt". Das stimmt zwar, bringt mich aber nicht weiter.


Vorgeschichte
Ich habe die CPI bekommen, nachdem sie 2 Jahre lang rum stand. Damals sprang sie nicht an.
Alle Flüssigkeiten getauscht, Vergaser gereinigt, Luftfilter gereinigt, neue Zündkerze (NGK Iridium), dann sprang sie problemlos an.
Da sie aber für fahrten mit mir und meiner Freundin gleichzeitig zu schwach war, habe ich sie entdrosselt.
Also Drossel aus dem Krümmer raus, neue CDI und 76 Düse (Original ist 72,5). Rest original!
Alles eingestellt, Moped sprang super an, lief gut bis auf ein paar mal kurzes verschlucken bei bestimmten Drehzahlen, drehte aber trotzdem durch und fuhr locker über 70 kmh. Motor fühlte sich gesund an, Zündkerzenbild passte.


Vorgeschiche bis zum aktuellen Problem
Bei meiner CPI schoss, nachdem ich sie abgestellt hatte, unten Getriebeöl aus dem Überlauf.
(Bis dahin lief der Motor grundsätzlich gut.)
Also habe ich den Motor/Getriebe aufgemacht (komplett in Einzelteile), geputzt und alle Simmerringe getauscht und wo ich dabei war, auch alle Lager.
Ebenso alle Papier- und Gummidichtungen. Dummerweise ging mir beim aufschrauben des Motors der Kolben kaputt, hab ein Stück rausgebrochen. Also habe ich einen neuen Kolben mit Zylinder, Kolbenringen und neuen Dichtungen rein (also ein Komplettset).
Dann ging der Auspuff kaputt, also im Endtopf löste sich ein Rohr einer Kammer. Wurde aufgeflext und wieder ran geschweißt. Auspuff wieder ok, bis auf ein kleines Loch an der Schweißnaht.
Dann hatte ich Falschluft oben am Vergaser wo der Gaszug rein kommt, ist behoben.


aktuelles Problem
Ich hatte das Problem, dass ich an der CPI das Standgas nicht eingestellt bekommen hab.
Damit die CPI nicht im Leerlauf aus geht, muss ich so weit an der Standgasschraube drehen, dass, sobald ich das Moped per Gasstoß hoch drehe, es ab einer Drehzahl von 5000-7000 von alleine weiter hoch dreht und nicht mehr runter geht. Hilft nur ausschalten.
Also die Schraube ist so weit drin, dass es so wäre, als würde ich weiter Gas geben.
Das Problem hatte ich nach der Entdrossellung auch schon teilweise, allerdings machte sich das nur dadurch bemerkbar, dass die CPI länger auf höherer Drehzahl lief, bevor sie zurück auf Leerlaufdrehzahl ging.
Wenn ich das Standgas raus drehe und das Standgas per Hand gebe, lief die CPI gut.
Problem war wahrscheinlich Falschluft, aber die ist jetzt weg. Hab es aber noch nicht geschafft alles gut einzustellen.

Das wirklich dumme Problem ist aber, dass bei einer Probefahrt (vielleicht so 2min, war aber nicht die erste, also Motor davor schon warm) kurz vor Schluss der Motor plötzlich angefangen hat hoch zu drehen und es hörte nicht auf, selbst ausschalten änderte nichts, also hab ich die CPI abgewürgt mit Bremse und gleichzeitig Gang rein. Seitdem dreht sie nicht mehr über 8000... Ab 8000 verschluckt sie sich häftig. Auch unter 8000 läuft sie schei***, verschluckt sich und hat keine Kraft. In etwa so, als wäre sie zu Fett. Düse wechseln ändert nichts.
Vielleicht hab ich den Kolben hingerichtet... ka. Ich mach den Deckel mal auf, wenn se kalt ist und schau rein.

Was ich aber nicht verstehe: Warum dreht die CPI obwohl ich sie aus gemacht habe von selbst weiter?
War der Brennraum so heiß, dass sich das Benzin von selbst entzündet hat? Aber wie konnte das passieren?
Die CPI lief mit 76er Düse vor der Reperatur super und nicht zu mager. Mit einer 80er Düse war sie vor Reperatur eindeutig zu Fett.
Habe ich bei der Reperatur des Motors was verändert, sodass ich jetzt eine deutlich größere Düse brauche? Ich hatte mich bei der Entdrosselung auch schon gewundert, warum manche auf der CPI 90er Düsen fahren und bei mir die 80er schon zu groß ist. Also musste ich damals vielleicht wegen Falschluft oder was anderem eine kleinere Düse fahren? Macht das überhaupt Sinn? Verstopft war die 76er Düse bei der Probefahrt zumindest nicht.
Mir ist auch danach aufgefallen, dass der Motor ziemlich heiß geworden war, also wenn ich Wasser auf das Getriebe tropfen lassen hab, hat es richtig gezischt. Ich habe aber nicht übermäßig lange getestet und der Kühlkreislauf funktioniert (mal davon abgesehen, dass das Thermostat immer offen steht).

Alle Tipps und Ideen sind sehr willkommen.


bisherige Fehlersuche (vor dem überdrehen)
Die CPI hat keine Falschluft (mehr), hab das mit einem Schlauch, Panzertape und Seifenwasser überprüft.
Dabei habe ich auch gleich getestet, ob der Kolben dicht hält, tut er. Zumindest bei meiner Leihenhaften Methode, hab keinen Hochdruck mit Barometer da.
Auspuff ist bis auf das kleine Loch dicht.
Benzin ist neu. Hab das alte raus und frisches von der Tanke geholt.
Folgende Düsen habe ich getestet 72,5 (original), 74, 76, 78, 80. Alle laufen nicht vernünftig.


alles (motortechnische) was bisher getauscht/geändert wurde
Vergaser gereinigt
Drossel raus
CDI neu (entdrosselt)
NGK Iridium Zündkerze neu
Benzinfilter neu
Kühlwasserplastikstutzen neu
Gleichrichter neu (nicht original, aber kompatibel)
Lichtmaschiene bzw. Stator neu
Motor neu (Kolben, Zylinder, Kolbenringe, Dichtungen, bzw. Komplettsatz)
alle Papierdichtungen neu
alle Simmerringe neu
alle Gummidichtungen neu
Membranblock neu
E-Choke neu
Batterie neu

Alles original/nachbau-Teile, keine Tuningteile außer die CDI.


Danke fürs lesen und hoffentlich auch Ideen/Rat haben.

-- 12.09.2021 17:46 --

So, Zylinderdeckel offen. Hier die Fotos.
Auf dem Kolben ist ein brauner klebriger Film drauf und die Laufbahn hat riefen.
Aber der Motor lässt sich drehen und ich brauch auch nicht mehr Kraftaufwand als sonst.

Bild
Bild
Bild

-- 12.09.2021 21:44 --

Nachtrag:

Ich habe jetzt doch auch öfter gelesen, dass eine 77,5 Hauptdüse für eine entdrosselte CPI SX 50 empfohlen wird. Da bin ich mit 76 nicht weit von entfernt... Erklärt aber dennoch nicht warum das Moped nicht aus ging.
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Beitragvon Loki » 13.09.2021 00:02

also das ist erstmal verdammt viel text.

ich gehe mal von aus, der neue zylinder ist kein "ori-CPI" (les da was von carenzi)? dann hast du andere steuerzeiten da der originale richtig schlecht da steht.
wieso du zum entdrosseln die cdi getauscht hat entzieht sich meines verständnisses, da die originale normal bei 12500 abregelt. das reicht völlig. im normalfall bei der CPI reicht krümmer entdrosseln, ggf vergaserdrossel (sofern vorhanden).
habe meine mit serienauspuff und ansaugung mit einer 92er düse gefahren, allerdings mit einem airsal 50 sport.

zu deiner frage, wieso sie nicht ausgeht, da hast du schon den richtigen punkt erwischt. die wurde zum selbstzünder. deutet auf deutlich zu mager hin, motor wird zu heiss und entzündet dann selbstständig.

was mir noch einfällt, fährst du noch ölpumpe oder mischt du selber? sofern pumpe noch drin, regelt die vernünftig mit, pumpt die und vorallem ist der schlauch entlüftet?

die riefen sehen für mich erstmal nicht so schön aus, sind die spürbar?

wieso hast du so dinge wie e-choke und co neu gemacht? gab es da probleme? schmeiss das dumme thermostat aus der zylinderhaube raus. mal abgesehen davon, wenn das (auch wenn du sagst, es ist offen) nicht offen ist, dann hast du meist im zylinder kein wasser stehen. das muss entlüftet werden.

was verstehst du unter "verschlucken"?? so ein "brööö" und keine leistung? ja= zu mager... zu fett hast du eher ein stottern... klingt eher wie nen "maschinengewehr"... erstmal genug gesabbelt, sonst wirds zuviel.
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Beitragvon Hooah » 13.09.2021 01:05

Danke für deine Antwort.

Es ist kein original Zylinder, sondern ein Nachbau. Soll aber laut Verkäufer die gleichen Eigenschaften haben wie der originale und sieht auch genau so aus. Also Kolbendurchmesser, Gewicht, Form, alles gleich. Steuerzeiten sollten also original sein. Grundsätzlich haben die Steuerzeiten sich passend angefühlt (bis alles überhitzte).

Ich hab auch vor kurzem rausgefunden, dass ich wohl keine neue CDI gebraucht hätte. In den Beitragen zum entdrosseln, die ich damals angeschaut hatte, wurde die aber immer mit erwähnt, daher hab ich se getauscht. Die originale liegt aber auch noch rum, ich hab alle alten Teile aufgehoben, könnte also die wieder rein machen.

wg Hauptdüse: Ich gehe grundsätzlich eigentlich davon aus, dass die 76 eigentlich passen müsste, da ich wirklich nur die Drossel im Krümmer raus hab. Alles andere original, auch die Ansaugung. Sie lief auch bevor ich den Motor gemacht habe mit der 76 gut. Auf keinen Fall zu mager, in dem Fall tat sies, warum auch immer...
Ich könnte natürlich mal ein Set 80-102er Düsen kaufen und testen, falls sich tatsächlich nach der Motorüberholung was am Gemisch geändert hat.
Aber mal angenommen die Düse passt, was gibt es noch für Gründe für ein zu mageres Gemisch/heißen Motorraum?

Ölpumpe ist drin und laut den Markierungen darauf passend eingestellt. Es bewegt sich auch was im Ölschlauch und ich hab keine Blasen drin, außer halt kurz nachm abziehen wg. Düsenwechsel.

Riefen sind nicht spürbar, nur sehbar. Also Schaden da, Auswirkungen da, aber eventuell nicht vom Zylinder/Kolben her?
Vielleicht hab ich mit der Hitze auch den Simmerring zum Stator hin gekillt und hab jetzt Kompressionsverlust, weswegen ich keine hohe Drehzahl mehr bekomm?

Thermostat kann ich gern raus bauen, macht ja eh nix mehr (war schon immer kaputt). Wasser fließt auf jeden Fall, habe ich überprüft und hört man. Entlüften bringt nix, hab ich gemacht und es kam sofort Wasser, da, wie gesagt, das Thermostat offen steht.

Um das nochmal aufzuteilen und mit Gründen (da du ja gefragt hast).
VOR Motorüberholung
Zündkerze hab ich ganz am Anfang getauscht, weil ich eh Teile bestellt hatte.
Gleichrichter war von Anfang an hinüber.
E-Choke war kaputt, ging nimmer auf/zu.
Batterie war durch, wegen defekten Gleichrichter.
Kühlwasserplastikstutzen ist mal währen der Fahrt abgebrochen.
WÄHREND/NACH Motorüberholung
Simmerringe waren größtenteils undicht.
Papierdichtungen waren einfach alt und haben sich teilweise aufgelöst.
Der Membranblock war nimmer gut, hab ich bei der Motorüberholung gesehen und dementsprechend getauscht.
Auspuff ging kurz nach Motorüberholung kaputt, wurde dann geschweißt, da ein originaler viel zu teuer ist.
Lichtmaschiene hat irgendwann den Geist aufgegeben, Kabel durchgerostet.
Benzinfilter war undicht.

Das Teil kam bei mir als vernachlässigtes Wrack an und so verhält es sich seitdem auch. Ich könnte mir jetzt schon von der Reperaturkosten fast ein neues Moped kaufen und das obwohl ich alles selbst mach.
Zum Glück war es gratis sonst wär ich schon lange durchgedreht.


Wegerm verschlucken:
Bei hoher Drehzahl (die max 8000) hab ich teilweise kurz nen Aussetzer, also Drehzahl geht hoch und dann kommt keine Zündung für ne gefühlte Sekunde und dann zündet sie wieder. Vielleicht wurde die Zündkerze zu heiß und geht nimmer gscheit?


Und schon wieder so viel Text geschrieben :roll:
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Beitragvon Loki » 13.09.2021 12:20

so, ich fummel das mal stück für stück auf...

bei dem steuerzeiten wäre ich mir nicht so sicher, da reicht ja auch schon etwas unterschied.

zur frage bzgl grund des zu mageren gemisch hast du dir evtl selber die antwort gegeben. check mal den simmering zündungsseitig. zieht der dort falschluft hast zum einen keine vernünftige vorverdichtung, zum anderen halt eine abmagerung.

hast du den block gespalten? wenn ja, wieder überall dichtmittel dazwischen?

thermostat bau einfach mal aus. das kühlsystem an der kiste is so klein. die wird schnell war.

als die die kurbelwellensimmeringe neu gemacht hast, kupplungsseitig der kleine o-ring unter der hülse wurde auch erneuert?

zum 5thema kaputt und vernachlässigt... ist halt auch ne cpi... die sind out of the box schon sorgenkinder.
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Beitragvon Hooah » 13.09.2021 12:45

Block hab ich gespalten und mit Dirko HT Dichtmasse wieder zu gemacht.
Ich habs auch nen Tag zum trocknen stehen gelassen und nicht sofort mit Öl belastet.

Ich glaub ich hab keine O-Ringe an der Kurbelwelle getauscht, da in dem Set keine drin waren.
Das könnte natürlich ein Fehler sein.

Ich kann ja mal zündseitig Bremsenreiniger rein sprühen.
Wenn es getriebeseitig undicht wäre, müsste es ja durch den Überdruck Getriebeöl aus dem Überlauf raus schießen, oder kann es auch passieren, dass er eher Getriebeöl rein zieht anstatt raus schießt? Mir ist nämlich mal aufgefallen, dass die Kurbelwelle leicht feucht ist. Ich hatte aber einfach mal vermutet, dass es nur unverbranntes Benzin ist, da der Ansaugweg ja über die geht, aber es könnte auch Getriebeöl sein...
Wenn man das jetzt weiter spinnt, vielleicht ist da ja wirklich Getriebeöl auf der Kurbelwelle und es war ein Ölbrand und nicht zu mageres Gemisch? Kann das sein?
Die ist auch erst so heiß geworden, nachdem ich die Falschluft beseitigt habe, wodurch ja auch der Unterdruck im System steigen müsste, wodurch ein defekter Simmerring wahrscheinlich eher auffallen würde.
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Beitragvon Loki » 13.09.2021 21:51

rechts (kupplungsseitig) auf der kurbelwelle sitzt im kurbelwellensimmering eine "hülse"... zwischen dem kurbelwellenlager und dieser hülse kommt ein dünner o-ring.

zündseitig bremsenreiniger reinsprühen würd ich nun nicht, wenn da irgendwas blank liegt, haste dir nen super flammenwerfer gebaut.

ein wenig "ölig" sieht die kurbelwelle aber schon aus. wäre auch fatal wenn nicht. da das 2takt gemisch ja für die schmierung der lager da ist.
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