Yamaha BOP LB3M Leistungsproblem

Beitragvon thomas_nm » 24.09.2019 18:11

Liebe 50-ger,

ich bin seit Kurzem hier vertreten weil ich eine BOP LB3M von 1977 übernommen habe. Sie war bis 1989 gefahren und dann abgestellt worden weil sie angeblich nicht mehr anspringen wollte bzw. keine Leistung mehr hatte. Der Zustand ist allerdings insgesamt noch sehr gut und es wert, wieder gefahren zu werden.

Ich habe inzwischen die Maschine gereinigt und Fahrwerk, Bremsen, Licht, Benzintank und Öltank überprüft und alles als OK befunden. Damit kann man erst einmal eine Probefahrt machen, auf Privatgrund. Eine Serviceanleitung habe ich auch und auch drin gelesen.

Nach Reinigung und Einstellen des Vergasers und der Bowdenzüge muss ich feststellen, dass die Kiste inzwischen einen stabilen Leerlauf hat und zuverlässig startet und mit wenig Leistung gefahren werden kann. Allerdings gibt es eine Problem sobald ich das Gas weiter öffne: der Motor geht aus und kriegt sich erst wieder ein, wenn ich auf wenig Gas zurückgehe. Das gleiche passiert im Stand wenn ich den Motor hochdrehen möchte. Bei mehr Gas geht er plötzlich aus und fängt sich meist bei weniger Gas wieder geht ggf. aber auch ganz aus.

Ich habe wenig Erfahrung mit 2-Taktern, zuletzt in den 70-gern mit zwei Vespas. Seit dem nur 4-Takter.

Wer kann mir allgemeine Hinweise geben? Hier im Forum gibt es offensichtlich keine weitere BOP.


Gruß
Thomas
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Beitragvon kotte » 24.09.2019 20:11

Macht ja nix...
Entweder fehlt was im Luftansaugtrakt.... oder die Hauptdüse ist einfach zu klein.
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Beitragvon zuuuup » 24.09.2019 20:12

hört sich sehr nach vergaser oder luftproblemen an. entweder kommt zu wenig luft oder zu viel sprit. die zweite vermute wäre ein falscher zündzeitpunkt bzw verschlissene Kontakte
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Beitragvon cluberer2003 » 24.09.2019 21:38

Wie sieht es denn mit dem Auspuff bzw. Auspuffkrümmer aus? Prüfe das mal, ggf. ausbrennen, entkoken.

Gruß Holger
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Beitragvon thomas_nm » 25.09.2019 17:07

Danke für die Antworten:

A1: Entweder fehlt was im Luftansaugtrakt.... oder die Hauptdüse ist einfach zu klein.

Den Vergaser habe ich noch einmal komplett zerlegt. Alle Düsen sind entsprechend der Spezifikation und auch m. E. nicht verschmutzt.

Es gibt ein zylindrisches Luftfiltergehäuse mit einem aussen anliegende Ansaugtrackt aus Gummi. Im Gehäuse sollte eigentlich ein Luftfilter sein, welches mit Öl benetzt werden soll - wie üblich. . Das Gehäuse hat einen runden Deckel mit zentraler Schraube für den Filterwechsel.
Der Filter ist nicht vorhanden

A2: hört sich sehr nach vergaser oder luftproblemen an. entweder kommt zu wenig luft oder zu viel sprit. die zweite vermute wäre ein falscher zündzeitpunkt bzw verschlissene Kontakte

Die Stellung des Schwimmers habe ich nachgemessen. Liegt genau im Toleranzbereich.

Die Zündung habe ich überprüft. Sie kann nicht eingestellt werden da keine Einstellmöglichkeit vorhanden. Das ist nur über den Kontaktabstand möglich. den habe ich von 0.45 auf 0.35 mm korrigiert ohne Änderung. Verstehe jetzt warum im Servicehandbuch das Einstellen nicht beschrieben ist.

Die Wiederstände der Spulen und die Kapazität des Kondensators stimmen.

Die Kurbelwellensimmeringe könnten evtl. ein Problem sein. Der linke hinter der Lichtmaschine sah aber nicht nach Undichtigkeit aus. Den rechten hinter der Kupplung könnte ich nur nach Entfernen dieser begutachten, wenn überhaupt. An der geöffneten Einfüllöffnung des Getriebes ist allerdings keine schwingende Luft fühlbar.

A3: Wie sieht es denn mit dem Auspuff bzw. Auspuffkrümmer aus? Prüfe das mal, ggf. ausbrennen, entkoken.

Der Auspuff sieht von aussen fast wie neu aus. Zu Innen kann ich nichts sagen.

Der aktuelle Zustand
--------------------------
Ich habe verschiedenes ausprobiert:

1. Den fehlenden Luftfilter durch Stoff im Filtergehäuse simuliert: kein Fortschritt

2. Den Deckel von Luftfilter entfernt: Erfolg
Wenn er warmgelaufen ist zieht der Motor so wesentlich besser!
Die Schwingungsverhältnisse im Ansaugtrack spielen offensichtlich eine größere Rolle.

Ich werde jetzt ein Versicherungskennzeichen besorgen und dann ausführlich testen.

Ich melde mich wieder
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Beitragvon thomas_nm » 29.09.2019 20:02

Da bin ich wieder mit einem Ergebnis.

Meine letzte "Schnelldiagnose" erwies sich leider als falsch!
Jetzt habe ich ein Versicherungskennzeichen und schon mehrere Probefahrten hinter mir.

Inzwischen habe ich folgendes getan:

1. Vergaser noch einmal intensiv im Ultraschallbad gereinigt und eine neue Schwimmerkammerdichtung verbaut.
2. den fehlenden Luftfiltereinsatz ergänzt.
3. den Auspuff ausgebrannt, hat schön gequalmt.

Trotzdem will der Motor einfach nicht laufen wenn ich den Vergaser weiter öffne.
Bis zu einer bestimmten Stellung geht er gut ab, darüber aber stirbt er ab.

Dann habe ich heute festgestellt:
Wenn ich bei (zu) weit geöffnetem Gas den Choke betätige geht die Kiste plötzlich ab und läuft klaglos bis 45 kmh! Natürlich stirbt sie dann im unteren Drehzahlbereich ab, wenn ich den Choke nicht wieder zurücknehme.

Was muss ich daraus schliessen?
Was ist an dem Gemisch im höheren Lastbereich falsch?

Der Motor selber scheint mechanisch und zündtechnisch wohl in Ordnung zu sein.

Gruß
Thomas
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Beitragvon NiKlaus » 30.09.2019 08:29

Nach deiner Beschreibung ist das Gemisch bei weit geöffnetem Gas zu mager. Dafür spricht, das sie durch Betätigung des Chokes (=fetter) besser läuft.
Ist der Luftfiltereinsatz original, oder etwas nachgebautes ?
Ist die Hauptdüse in Originalgröße ? Evtl. diese mal neu besorgen!
Vorsicht, wenn es stimmt, das du zu mager fährst, riskierst du einen Motorschaden (Klemmer, Fresser, im Extremfall Loch in Kolben gebrannt).
Wie sieht denn eigentlich das Kerzenbild aus ?
Sollte -wenn zu mager- hellgrau bis weiß sein.
Gruß
NiKlaus ( ͡° ͜ʖ ͡°)
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Beitragvon ingolino » 30.09.2019 10:03

Bei Nachbaudüsen kommt es schon mal vor das die Werte einfach nicht mit der tatsächlichen Bohrung übereinstimmen, evtl. ist das bei dir der Fall. Scheint ja deutlich zu Mager zu sein. Oder eben Falschluft.
Das mit dem Simmerring Kupplungsseitig habe ich nicht ganz verstanden. Du hattest den zur Begutachtung raus genommen? Und wieder eingesetzt ? Oder durch einen neuen ausgetauscht?
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Beitragvon thomas_nm » 30.09.2019 11:15

Guten Morgen.

OK, das Gemisch ist offensichtlich zu mager.

Der Luftfiltereinsatz ist ein Originalteil aus ölgetränktem Schaumstoff.
Die Düsenbestückung ist so wie im Servicehandbuch spezifiziert.
Zum Kerzenbild kann ich zwar etwas sagen, das dürfte jedoch nicht besonders aussagekräftig sein, da ich bisher nur wenige Hundertmeter gefahren bin mit der neuen Zündkerze: braun bis hell.
Die Maschine hat 33 Jahre gestanden. Ob da mal was ausgetauscht wurde kann ich nicht sagen. Ich habe jedenfalls alle Düsen gesichtet und gereinigt. Die sahen optisch gut aus.

Wo evtl. Falschluft herkommen könnte weiss ich nicht.

Jemand aus dem Umfeld der Maschine hatte mal geäussert, die Maschine laufe nicht mehr richtig weil evtl. die Kurbelwellensimmerringe defekt sein könnten. Unternommen habe ich da noch nichts!

Ich habe mal verschiedene Einstellungen der Düsennadel ausprobiert, auch ohne Erfolg.

Gruß
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Beitragvon thomas_nm » 08.10.2019 21:46

Hallo,
ich melde mich mal wieder mit einem neuen, belastbaren Status.

Inzwischen habe ich mich um viele Dinge an dem BOP gekümmert.
U. a. Vergaser noch einmal im Ultraschall, Düsen erneut überprüft, die Gabel zerlegt und neu befüllt, Benzinfilter überprüft. Zwei Stellen mit Nebenluft am Unterdruckstutzen am Membranventil und am Vergaser die Verbindung zum Ansaugstuzen abgedichtet. Die Kurbelwellensimmeringe habe ich noch nicht angepackt.

GUT:
Jetzt läuft der Motor auch mit mehr Gas, so um die 35 bis 50 kmh, abhängig vom Gefälle!
Der Motor geht nicht mehr bei (Voll/Zuviel)Gas aus.

ABER: das nur komplett ohne Luftfilter, also ohne Luftfitergehäuse.
Auch ohne Filter im Gehäuse (leeres Gehäuse) läuft er nicht richtig.
Dazu kommt, dass er zuverlässig ausgeht, sobald der Choke aktiviert wird.

Hat noch jemand einen sachdienlichen Hinweis für mich?

Danke

Gruß
Thomas
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