Mopedwerkstatt: Sicherheits- und Werkzeug Basics

Saison oder nicht, etwas zu Schrauben gibt es immer! Doch gerade als Anfänger werden die eigentlichen Werkzeug Basics gerne übersehen. Dann hapert es manchmal an einem simplen Torx. Weniger spannend, aber viel wichtiger: Auch die Arbeitssicherheit steht hinter der anfänglichen Euphorie oft zurück.
Damit dir beide Fehler nicht unterlaufen, hier dein kleines Schraubereinmaleins für Werkzeuge und Arbeitssicherheit.

Simple Sicherheitsmaßnahmen für Mensch und Maschine


Es ist hilfreich, Schaltpläne und Anleitungen des Fahrzeugs vor dem Schrauben einzuholen und parat zu legen. Falls das gerade nicht möglich ist, fotografiere jedes Bauteil an Ort und Stelle, bevor es ausgebaut wird. Falls nötig, auch noch, wie herum es wieder eingebaut werden muss. Niemand braucht einen Kurzschluss oder Spannungsspitzen. Noch schlimmer, wenn am Ende das Moped zwar läuft, aber ein Bauteil übrig ist.

Schrauben, Schweißen, Lacken und Polieren kann auch robusten Männern etwas anhaben. Gegen die Funken beim Schweißen musst du dich unbedingt mit einem entsprechenden Helm und Kleidung schützen. Ebenfalls wichtig: Sicherheitsschuhe. Und das nicht nur beim Schweißen.
Schwere Teile können auf dem Fuß landen, Fußspitzen eingeklemmt werden. Gegen all dies schützen Stahlkappen. Die Sicherheitsschuhe haben ein ordentliches Profil, damit man auch bei einem kleinen Ölfilm nicht wegrutscht. Jeder Hobbyschrauber sollte also zu einem Paar Sicherheitsschuhen greifen, um sich selbst und seine Gesundheit zu schützen. Die Schuhe bitte sorgfältig schnüren, um nicht zu stolpern.
Nicht weniger relevant sind richtige Handschuhe. Und zwar passende Arbeitshandschuhe für jede Arbeit. Am besten sind drei Paar: Eine Packung robuster Latexhandschuhe – die schwarzen halten mehr aus –, dann Arbeitshandschuhe mit festem Grip und welche, die noch ausreichend Feingefühl zulassen.
So bleiben die Hände vor ätzenden Flüssigkeiten, Verbrennungen, Funkenflug und Rosteintritt durch Schrammen geschützt. Übrigens: Eine gültige Tetanusspritze gehört damit auch zur Arbeitssicherheit.
Beim Pfeilen und Lacken dürfen Augen- und Mundschutz nicht fehlen. Außerdem: Gehörschutz.

Wenn du dir einen Blaumann zulegst, achte darauf, dass keine Nieten oder andere Verzierungen Lack und Chrom beschädigen können. Die Taschen vor der Brust sollten auch beim Bücken dicht halten.

Werkzeugbasics


I. Kategorie "braucht-jeder-Schrauber-mal-dringend"


Ledertuch
Reinigungsmittel und Pflegemittel
Mikrofasertuch
Kabelbinder
Nachfüllflüssigkeiten
Ersatzsicherungen
Leuchtmittel
Küchentuch und viele alte Lappen


II. Kategorie "hilft-ungemein-beim-Schrauben"


Montageständer - kann schon beim Reifendruck notwendig sein, wenn Dein Bike keinen Hauptständer hat.
Ein Drehmomentschlüssel ist immer hilfreich - sollten die Angaben vom Hersteller immer unbedingt beachten.

III. Kategorie "Ohne-geht-gar-nichts"


Zum Einstellen vom Lenker und Co brauchst du einen Gabelschlüssel und einen Innensechskant. Zusätzlich brauchst du einen gut sortierten und hochwertigen Ratschenkasten mit Nüssen, einige Torx- und Kreuzschlitzaufsätze.
Verschiedene Zangen und eine Spitzzange gehören auch zur Basisausstattung.
Du solltest in einen echt qualitativen Werkzeugkasten, sowie in ein Feinmechaniker Werkzeugset investieren. Außerdem zeigen sich in der Praxis folgende Dinge als notwendig – früher oder später –:
Kabel, Schrauben, Muttern, Unterlegscheiben, Gummihammer, Meißel, Kriechöl, Stirnlampe und Teleskoplampe sowie eine Altölwanne, Pfeilen, Schleifpapiere, ein Cuttermesser, Meißel, Hammer, einen Splintentreiber und ein Stromprüfer. Ein Ampere/Volt Messgerät machen Dir das Leben ebenfalls leichter.

Dazu kommt mit der Zeit natürlich alles, was dir noch auffällt. Die Werkstatt wird wachsen und irgendwann ist die Frage nach der Aufbewahrung und Sortierung relevanter als die nach Neuanschaffungen, wetten?